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Befeuchtungssysteme

"Es heißt, nichts währt ewig. Dennoch lässt sich manches verlängern, so auch die Güte einer Zigarre".

Das Schlüsselwort in diesem Zusammenhang heißt "Befeuchtung". Nun ist dieses Wort nicht etwa mit Nässe in Zusammenhang zu bringen, sondern mit Luftfeuchtigkeit. Die Methode der Feuchthaltung wirkt sich aber nicht nur auf die Qualität der Zigarre aus, sondern sie hat auch einen pekuniären Aspekt.

Schließlich kauft bzw. legt man einen Vorrat an , etwa dann, wenn die Lieblingsmarke im Sonderangebot zu haben ist. Zigarren sollten bei etwa 70% Luftfeuchtigkeit und einer Temperatur von 20° C aufbewahrt werden.

Denn: "Eine Zigarre, die zu trocken ist, wird heiß beim Rauchen, brennt schnell und ungleichmäßig herunter, während eine, die zu feucht ist, große Schwierigkeiten beim Anzünden und noch größere mit dem Zug bereitet. In jedem Fall werden Sie um das verdiente Rauchvergnügen gebracht."

Aus:
Richard Carleton Hecker,
Die Welt der Zigarre, Von der Kunst Ihrer Herstellung und dem Genuss des Rauchens

Wilhelm Heyne Verlag, München

Warum Befeuchtung bei Zigarren?

Beim Tabak handelt es sich um einen hydrophilen (wasserfreundlich) Stoff, was bedeutet, dass er Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben kann. Zigarren stammen aus einem sehr warmen und feuchten Klima.

In unseren Breitengraden ist daher eine Zufuhr an Feuchte notwendig. Dies bedeutet, wenn Zigarren bei konstanter Luftfeuchte gelagert werden, behalten Sie ihre Qualität und ihren Wert.

Die richtige Luftfeuchte ist somit, ebenso wie z. B. der Tabak oder die Wicklung, ein entscheidender Faktor bei der Qualitätseinstufung einer Zigarre.

Durch eine zu geringe Luftfeuchte wird die Zigarre spröde und trocken. Dies hat zur Folge, dass das Deckblatt einreißt, die Zigarre zu schnell abbrennt und auch die Geschmackstoffe nicht zur Entfaltung kommen.

Deshalb ist eine konstante Luftfeuchtigkeit von ca. 70% für die Zigarre wichtig.

Welches Befeuchtungssystem ist das Richtige?

Bei der Auswahl des Befeuchtungssystems ist besonders darauf zu achten, dass es nach dem sogenannten Verdunstprinzip arbeitet. Hierbei wird über eine möglichst große feuchte Oberfläche eine Verdunstung erzeugt.

Die Feuchte wird gasförmig an die Luft abgegeben und Bestandteile wie Mineralien oder Kalk bleiben im Oberflächenmedium zurück. Somit wird vermieden, dass es zu Ablagerungen auf den Zigarren kommt.

Was muss ich sonst noch beachten?

• Zirkulation
Auch die Zirkulation der Feuchtigkeit spielt bei der Lagerung von Zigarren eine wichtige Rolle. Da alle Zigarren gleich befeuchtet werden sollen, ist besonders bei Lagerschränken oder Räumen darauf zu achten, dass eine Luftbewegung mit einem Ventilator erfolgt.

• Verdunstleistung
Um 70% Luftfeuchtigkeit zu erzeugen, muss eine genügend große Verdunstoberfläche vorhanden sein. Je größer die Filteroberfläche desto höher die Verdunstleistung.

• Wassertank
Der Wassertank eines Luftbefeuchters sollte so dimensioniert sein, dass unter normalen Bedingungen die Betriebszeit ohne nachzufüllen ca. 14 Tage beträgt.

• Steuerung der Befeuchtung
Das Befeuchtungssystem sollte mit einem Hygrostaten (Feuchteregler) versehen sein, um die Luftfeuchte kontrolliert konstant halten zu können.

Muss ich kühlen?

Diese Frage ist im Einzelfall zu klären. Wir empfehlen eine Temperatur von ca. 20 – 22° C.

Es ist hier besonders darauf zu achten, dass die Kühlung ein Gegenspieler der Befeuchtung ist, da sie einen entfeuchtenden Effekt mit sich bringt. Sollte eine Kühlung der Luft erforderlich sein, müssen die Systeme aufeinander abgestimmt werden.