Luftfeuchtigkeit im Weinkeller

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Bei der Weinlagerung kommt es nicht nur auf die passenden Temperaturen an. Darüber hinaus spielen einige weitere Faktoren eine Rolle. Dazu gehört maßgeblich die richtige Luftfeuchtigkeit im Weinkeller. Insbesondere bei teuren Weinen, die längere Zeit lagern sollen, sind optimale Umgebungsbedingungen ratsam. Entsprechende Klimatechnik kann dazu beitragen, diese Bedingungen zu schaffen.

Nicht alle Weine sind gleich lang haltbar.

Letztlich geht es bei der Lagerung von Weinflaschen immer darum, die Qualität des Weins auf dem bestehenden Niveau zu halten oder gar zu verbessern, bis er getrunken wird. Bestenfalls ist dabei auch eine viele Jahre andauernde Lagerung im Weinkeller möglich. Wie lange man Wein lagern kann, hängt einerseits vom erlesenen Tropfen selbst ab, andererseits von seinen Lagerbedingungen.

Tendenziell gilt: Weinsorten aus Trauben älterer Rebstöcke sind haltbarer als die aus Trauben jüngerer Pflanzen.

Das Problem dabei ist jedoch, dass 25 Jahre alte oder ältere Weinstöcke mittlerweile relativ selten sind, weil der Ertrag mit dem Alter der Rebstöcke sinkt und jüngere Reben damit rentabler sind. Tanninhaltige Tropfen sind tendenziell ebenfalls länger haltbar als der Durchschnitt. Deshalb entstehen aus Rebsorten wie Cabernet Sauvignon meist gut haltbare Erzeugnisse, weil sie im jungen Alter oft relativ viel Tannin und Säure aufweisen. Weitere Weineigenschaften, die die Haltbarkeit tendenziell verlängern, sind ein hoher Alkoholgehalt sowie ein hoher Anteil an Sulfiden und/oder Säuren.

Reife Weintrauben im Herbst
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Luftfeuchtigkeit und andere Faktoren für eine gute Lagerung im Weinkeller

Natürlich spielen neben der Weinsorte auch die Bedingungen der Weinlagerung eine große Rolle. Einflussfaktoren sind hier beispielsweise Temperatur, UV-Licht und Luftfeuchtigkeit. Bisweilen nehmen darüber hinaus Gerüche und die Position der Lagerregale eine große Bedeutung ein. Das Deutsche Weininstitut empfiehlt bei Weinflaschen mit einem Korken eine liegende Lagerung, weil der Korken dann in Kontakt mit den Weinen kommt und befeuchtet wird. So kann er nicht austrocknen und undicht werden. Bei einer kurzen Lagerung von einem bis zu zwei Jahren ist eine stehende Position aber völlig in Ordnung und bei Schraubverschlüssen werden Argumente rund um den Korken obsolet.

Sommelier im Weinkeller
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Als Temperatur für die Weinlagerung empfiehlt das Deutsche Weininstitut zehn bis zwölf Grad Celsius als Optimum. Deshalb bietet sich ein Weinkeller als Lagerplatz an, weil die Temperaturen hier meistens kühler als in den oberen Stockwerken sind. Wärmere Orte sind zwar nicht mehr optimal, aber zur Aufbewahrung durchaus geeignet. Die Temperaturen sollten aber nicht zu sehr schwanken und die Marke von 20 Grad Celsius längerfristig nicht überschreiten.

Optimale Luftfeuchtigkeit: Nicht zu viel, nicht zu wenig

Die Luftfeuchtigkeit im Weinkeller kann ebenfalls einen starken Einfluss auf die Haltbarkeit und Qualität guter Weine haben. So wird von Experten empfohlen, Weinflaschen in belüfteten Weinkellern zu lagern, die eine relative Luftfeuchte von 65 bis 75 Prozent aufweisen. Ein zu hoher Feuchtigkeitsanteil in der Luft kann zur Schimmelbildung führen. Dabei kann der Schimmelpilz durch den Korken auch zum Wein gelangen und ihn ungenießbar machen.

Optimale Luftfeuchtigkeit im Weinkeller
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Eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit wirkt sich unter Umständen auf den Korken aus. Er wird durchlässig, sodass zu viel Luft an den Wein gelangt und ihn schädigt. Die Angaben zur optimalen Luftfeuchtigkeit im Weinkeller variieren etwas. Manche Quellen empfehlen 70 bis 80 Prozent zur Weinlagerung. Zwei Dinge lassen sich aber festhalten:

  1. Die Empfehlungen für die Luftfeuchte im Weinkeller liegen alle über denen für die optimale Luftfeuchte in Wohnräumen, die in der Regel mit 40 bis 60 Prozent angegeben wird.
  2. Da Luftfeuchte eine Rolle bei der Weinlagerung spielt, sollte sie reguliert werden, wenn sie ohne Regulierung häufiger unter oder über einem Grenzwert liegt.

Der Wert guter Luftbefeuchter und Luftentfeuchter – welche Klimatechnik soll es sein?

Luftbefeuchter und Luftentfeuchter können die Luftfeuchte in Weinkellern regulieren. Befeuchter steigern sie, falls sie unter einen bestimmten Grenzwert sinkt. Und Entfeuchter reduzieren sie, sobald ein bestimmter Grenzwert überstiegen wird. Da die Luftfeuchte, in der ein Wein lagern sollte, relativ hoch ist, bietet sich häufiger der Kauf eines Luftbefeuchters an. Aber die Entscheidung hängt letztlich von den tatsächlichen Gegebenheiten im Weinlager ab. Wenn man noch nicht weiß, welches Gerät die sinnvollere Anschaffung für die Klimatechnik ist, sollte man die Luftfeuchtigkeit im Weinkeller eine Weile lang mit einem Messgerät wie einem Hygrometer messen, ehe man sich für einen Kauf entscheidet.

Luftbefeuchter B 280 fuer Weinkeller Thermo-Hygrometer 9026 fuer Weinkeller

Haben Sie sich entschieden, geht es um die Auswahl des konkreten Entfeuchtungs- oder Befeuchtungsgerätes. Hier sind Eigenschaften wie die maximale Raumgröße wichtig, für die es geeignet ist. Ist das Weinlager größer, sollte man sich für ein anderes Gerät entscheiden. Eng mit den Angaben zur maximalen Raumgröße verbunden sind Kennzahlen wie die Verdunstungsleistung in Litern/Stunde bei einem Befeuchter und die Luftleistung in Kubikmetern/Stunde bei beiden Gerätearten. Besonders bei einem professionellen großen Weinkeller kann man sich auch für ein Kombisystem aus Be- und Entfeuchter zur Regulierung der Luftfeuchtigkeit entscheiden.

Luftbefeuchter B 300 fuer Weinkeller auch als Luftreiniger geeignet Luftentfeuchter Dehumid HP 50 fuer Weinkeller

Nicht zuletzt kann es bisweilen sinnvoll sein, einen Luftreiniger für Orte zu kaufen, an denen Weinflaschen lagern. Luftreiniger kombinieren die Luftbefeuchtung und die Luftreinigung. Sie reichern die Luft bei Bedarf mit Feuchtigkeit an und filtern zugleich Schwebstoffe wie etwa Pilzsporen, Staub, Keime und sogar Gerüche heraus. So entsteht ein besonders gutes Raumklima für die Weinlagerung.