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Ausblühungen im Putz

« Ursachen und Gegenmaßnahmen »

Bei Ausblühungen im Putz setzen sich Salze sichtbar auf der Oberfläche verputzter Wände fest. Solche Ausblühungen mit passendem Werkzeug zu entfernen, reicht dann nicht aus. Man muss die Ursache bekämpfen: feuchte Wände. Helfen können dabei Luftentfeuchter.

Ausblühungen im Putz: Wie konnte das geschehen?

Sind weiße Krusten aus Kristallen auf dem Putz einer Innen- oder einer Außenwand sichtbar, kann es sich um eine Salzablagerung handeln. Die Ursache dafür ist Feuchtigkeit. Wasserlösliche Salze in der Bausubstanz werden durch Wasser im Mauerwerk (z.B. verputzte Beton- oder Ziegelwände) herausgelöst und gelangen mit dem Wasser an die Oberfläche des verputzten Mauerwerks. Bei den Salzen kann es sich beispielsweise um Chloride wie Natriumchlorid, um Nitrate und Sulfate wie Magnesiumsulfat handeln. Das durchs Mauerwerk an die Oberfläche dringende Wasser verdunstet dort. Zurück bleiben die Ausblühungen. Handelt es sich um sehr harte Ablagerungen, werden sie auch Salzkruste genannt.

Mit einem Bautrockner der Mauerfeuchte entgegenwirken
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In erster Linie sind die Ablagerungen ein ästhetisches Problem. Sie können aber zusätzlich Tapeten, Farbanstriche und die Putzschicht angreifen. Verzichtet man ganz auf Gegenmaßnahmen, richten sie bisweilen auch Schäden an eventuell vorhandenen Mörtelfugen von Wänden an. Die Ablagerungen allein sind aber zumeist nicht das größte Risiko für die Mauer. Die Feuchtigkeit, die die Ablagerungen entstehen lässt, sind das größere Problem. Durch die Ausblühungen im Putz wird eventuell wiederum Luftfeuchtigkeit angezogen, was die Feuchte in den Wänden noch vergrößern kann. So kann ein Kreislauf mit ungünstigen Folgen fürs Mauerwerk entstehen.

Bekämpfen lässt sich die Mauerfeuchte beispielsweise mit Maßnahmen wie einer Wandabdichtung und der Arbeit mit einem Bautrockner.

Es gibt diverse Möglichkeiten, eine Ausblühung zu entfernen!

Salzausblühungen auf der Putzschicht lassen sich auf verschiedene Weise entfernen. In vielen Fällen reicht die Arbeit mit einer harten Metallbürste oder einem Spachtel. Eine weitere Möglichkeit sind passende Reiniger. Je nach Intensität der Ausblühungen sollte man solche Reiniger unverdünnt oder in Verdünnung mit Wasser nutzen und beispielsweise mit einer Bürste auftragen. Nach einer vom Hersteller vorgegebenen Zeit wird der Reiniger mit Wasser abgespült. Eventuell muss der Putz teilweise erneuert werden, wenn die Ausblühungen beseitigt sind. Zudem kann man mit Isolierfarbe weiteren Salzablagerungen bis zu einem gewissen Grad vorbeugen. Allerdings gilt auch hier: Das allein reicht nicht, um die Salzausblühungen nachhaltig zu beseitigen.

Aufsteigende Feuchtigkeit und Ausbluehungen am Sockel eines Neubaus
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Nicht nur das Salz muss weg! Auch die Feuchtigkeit!

Wenn man nicht die Ursache bekämpft, folgen den beseitigten Salzausblühungen im Putz neue. Deshalb muss zweierlei geschehen:

  • Einerseits müssen feuchte Wände trocken werden
  • Andererseits muss gewährleistet sein, dass möglichst wenig Feuchtigkeit nachkommt

Die Feuchtigkeit auf ein akzeptables Maß zu reduzieren, ist nicht nur wichtig, um neue abgelagerte Salze im Putz zu vermeiden. Auch ein Schimmelpilzbefall lässt sich dadurch verhindern. Wie viel Wasser sich im Mauerwerk befindet, lässt sich qualifiziert mit Messungen im Labor an einer entnommenen Probe herausfinden. Eine Einheit, in der der reale Wassergehalt des Mauerwerks gemessen wird, ist kg/m³. Orientierungswerte für die Mauerfeuchte sind aber nicht nur durch Laborproben, sondern auch durch den Einsatz passender mobiler Messgeräte möglich. Eine wichtige Einheit ist der Durchfeuchtungsgrad der Wand in Prozent. Er beschreibt das Verhältnis von Wasserkapazität und Feuchtegehalt (auch: Wassergehalt). Als Wasserkapazität wird die Fähigkeit des Baustoffs bezeichnet, Wasser in den Poren zu halten und damit zu speichern. Ein Orientierungswert, bei dem eine Wand als trocken gilt, sind 5%.

Luftentfeuchter Dehumid 9 gegen Ausbluehungen im PutzDas Wasser muss raus

Ist reichlich Wasser im Mauerwerk, kann man mit Mauerwerksinjektionen für eine Reduzierung sorgen. Löcher werden dazu in die Mauer gebohrt und mit einem Material wie Kunstharzkautschuk gefüllt. Durch Reaktion mit dem Wasser im Mauerinneren trocknet es die Wand und wird zu einer Feuchtigkeitssperre.

Darüber hinaus kann man mit einem Sanier- oder Opferputz arbeiten. Sanierputze sind zugleich diffusionssoffen und wasserabweisend. Feuchtigkeit von außen kann also nicht eindringen, von innen kann sie jedoch nach außen diffundieren.

Noch eine Eigenschaft ist wichtig: Putze speichern Salze aus den unter der Putzschicht liegenden Schichten. So werden künftige Ausblühungen verhindert. Von einem Opferputz spricht man bei Sanierputz, der extra dazu aufgetragen wird, um Salze bis zur Sättigung aufzunehmen. Ist die Sättigung erreicht, wird der Opferputz abgetragen und durch eine neue Putzschicht ersetzt.

Bautrockner Dehumid BT gegen Ausbluehungen im PutzIn Innenräumen kommt zur Trocknung durchfeuchteter Wände effektive Klimatechnik zum Einsatz. Sie sorgen für ein ausreichend trockenes Raumklima, indem sie der Raumluft durchs Mauerwerk diffundierende Feuchtigkeit entziehen. Besonders geeignet sind Bautrockner, die zu den besonders effizient arbeitenden Luftentfeuchtungsgeräten gehören. Zu den Bautrocknungsgeräten zählt beispielsweise der Bautrockner Dehumid BT. Wichtig bei der Auswahl des richtigen Gerätes sind die beispielsweise in Liter / Tag gemessene Entfeuchtungsleistung sowie Angaben, bis zu welcher Raumgröße in Kubik- oder Quadratmeter der Entfeuchter geeignet ist.

Wichtig während der Arbeit ist es, die Trocknung nicht zu schnell vorzunehmen, um zu große Spannungen in den Baustoffen der Mauer zu vermeiden.

Ursache der Feuchtigkeit finden und beseitigen

Nachhaltig ist das Trocknen der Wände mit einem Luftentfeuchter oder durch andere Maßnahmen alleine nicht, wenn nicht zugleich das Eindringen weiteren Wassers ins Mauerwerk stark reduziert wird. Eine mögliche Maßnahme kann die bereits erwähnte Mauerinjektion sein. Was wirklich hilft, hängt aber von der konkreten Ursache der Mauerfeuchte ab. Nur, wer sie beseitigt, kann neue Salzablagerungen und andere Schäden durch feuchte Wände verhindern. Mögliche Ursachen für Mauerfeuchte und Ausblühungen auf dem Putz können beispielsweise sein:

  • mangelhafte Entwässerung des Dachs,
  • mangelhafte Abdichtung von Außenwänden,
  • Restfeuchte im frisch erbauten und zu früh weiter bearbeiteten Mauerwerk,
  • mangelhafte Abdichtung des Fundaments,
  • undichte Abwasser- oder Wasserrohre

Zu den Maßnahmen, um eine weitere Durchfeuchtung des Mauerwerks zu verhindern, können beispielsweise eine Erneuerung der Abdichtung sowie eine Leckortung und Erneuerung von Wasserrohren gehören.

Wer eine weitere Durchfeuchtung nachhaltig verhindert, die vorhandene Feuchte in der Mauer durch Luftentfeuchter trockenlegt und die Putzschicht erneuert, hat gute Chancen, Ausblühungen im Putz dauerhaft zu beseitigen.