Coronavirus: Hohe Luftfeuchtigkeit senkt das Infektionsrisiko
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Coronavirus: Hohe Luftfeuchtigkeit senkt das Infektionsrisiko

Mitteleuropa befindet sich seit Mitte März 2020 im Ausnahmezustand. Der anfangs so ferne Coronavirus hat sich inzwischen zur globalen Bedrohung entwickelt. Luftreiniger haben in solchen Zeiten wie alle Hygieneartikel regelmäßig Hochkonjunktur. Nun mehren sich Stimmen, die auch den Einsatz moderner Luftbefeuchter fordern.  

Luftfeuchte und Viren 

Sie stützen sich auf epidemiologische Forschungsergebnisse der vergangenen Jahre: An kalten und trockenen Wintertagen schweben Krankheitserreger länger in der Luft als bei hoher Luftfeuchte. Viele Viren sind von einer schützenden Fettschicht umgeben, die nicht sehr hitzebeständig ist. Der schädliche UV-Anteil des Sonnenlichts verstärkt den Effekt noch, indem er die Reproduktionsrate der parasitären DNA-Stränge deutlich reduziert. Bei Temperaturen jenseits der 30-Grad-Marke sinkt ihre Aktivität quasi auf Null. Die Charité Berlin wies im März 2020 jedoch daraufhin, dass steigende Temperaturen auf den Coronavirus COVID-19 nur geringfügige Auswirkungen haben werden. Dies schließt man aus statistischen Erhebungen aus China. 

Junge Frau mit Atemschutzmaske im Zug
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Ansteckungsgefahr minimieren

Bezüglich der relativen Luftfeuchte sieht es schon etwas anders aus: Steigt sie nur um wenige Prozentpunkte an, reduziert sie die Ansteckungsrate in den betroffenen Gebieten spürbar. Internisten wie Dr. Walter Hugentobler verweisen zudem auf die Erkenntnisse der SARS-Pandemie. Damals waren Krankheitserreger bei 20-, 50- und 80-prozentiger Luftfeuchtigkeit beobachtet worden. Der mittlere Wert erwies sich als ideal: Innerhalb von 48 Stunden waren 99% der Viren abgetötet.

Virenlast verkleinern, körpereigene Immunabwehr fördern

Mit den passenden Luftbefeuchtern lässt sich auf diese Weise auch in Privathaushalten, Büroräumen oder anderen Geschäftsräumen die Luftfeuchtigkeit auf mögliche Gefahren durch Viren Einfluss nehmen.

Luftbefeuchter B 500 Professional - Coronavirus: Hohe Luftfeuchtigkeit senkt das InfektionsrisikoGerade in Gebäuden, in denen die Temperatur in der Regel auf ca. 20 Grad eingestellt ist, besteht die große Gefahr, dass sich bei niedriger Luftfeuchtigkeit (<40%) ein Raumklima ergibt, welches Viren ideale Voraussetzungen bietet. 

Genau an dieser Stelle können Luftbefeuchter gegensteuern und die Luftfeuchtigkeit auf 50% erhöhen, so dass Viren nicht mehr lange überleben. Das Coronavirus ist genetisch sehr eng mit dem SARS-Erreger verwandt. Da liegt der Verdacht nahe, dass moderne Luftbefeuchter Viren wirkungsvoll abtöten und einen messbaren Vorteil mit sich bringen können. Ein weiterer Faktor kommt hinzu: Die menschlichen Schleimhäute – als Schutzbarriere unseres Körpers – trocknen aus und können Erreger nicht mehr optimal abwehren. Zu niedrige Luftfeuchtigkeit vereint also gleich zwei wichtige Faktoren, die es zu vermeiden gilt:

  1. niedrige Luftfeuchtigkeit begünstigt das Überleben von Viren in unserer Luft und sorgt damit für höhere Virenlast
  2. niedrige Luftfeuchtigkeit verschlechtert die Immunabwehr unserer Schleimhäute, weil diese zu trocken sind
Frau mit Corona Test - Coronavirus: Hohe Luftfeuchtigkeit senkt das Infektionsrisiko
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Luftbefeuchter helfen, ideales Raumklima zu erreichen

Die häufig genannte und in Zusammenhang mit dem neuen Coronaviraus SARS-CoV-2 gefährliche Tröpfcheninfektion geschieht durch sogenannte Wasser-Aerosole. Dabei handelt es sich um flüssige Schwebepartikel in der Luft, die etwa beim Niesen oder Husten entstehen. Um diese Aerosole zu vermeiden und damit das Ansteckungsrisiko, erhalten wir aktuell fortlaufend die Empfehlungen, in die Ellenbeuge zu niesen oder eine Maske zu tragen. Denn: Wasser-Aerosole transportieren Krankheitserreger durch unsere Atemluft und damit Viren und Keime von Mensch zu Mensch. Doch auch optimal regulierte Luftfeuchtigkeit kann zur Eindämmung beitragen. So können Haushalte oder Unternehmen Luftbefeuchter einsetzen, um die Luftfeuchtigkeit konstant zwischen 40 und 60% zu halten. Dies bringt mehrere Vorteile mit sich. So trocknen die winzigen Tröpfchen in der Atemluft bei relativer Luftfeuchtigkeit unter 40% aus, wodurch sich der im Tröpfchen enthaltene Erreger konserviert und länger haltbar ist. Bei optimaler Luftfeuchte hingegen schrumpfen Wasser-Aerosole nur soweit ein, dass sich die Salzkonzentration im Aerosolkern erhöht, wo dann für Mikroorganismen wie Viren maximal schlechte Verhältnisse herrschen. Hinzu kommt, dass unsere Immunabwehr bei 40-60% Luftfeuchte optimal arbeitet, da unsere Schleimhäute feucht gehalten werden. Ein Luftbefeuchter versteht sich also vor allem in Privathaushalten, Großraumbüros, Werkstätten oder produzierende Betriebe als probates Mittel, schlechte Bedingungen für die Ausbreitung von Viren und gute Bedingungen für die Menschen im Raum herzustellen.

Infektionsschutz durch Klimatechnik 

In Kliniken setzt man traditionell eher auf Luftreiniger. So beschränken sich die Leitlinien für raumlufttechnische Anlagen im Krankenhaus auf den OP-Bereich. Hier herrscht erhöhte Infektionsgefahr, der mit höchster Luftreinheit begegnet wird. Dafür werden Luftreiniger eingesetzt, die mindestens 800 Kubikmeter Frischluft pro Stunde in die Räumlichkeiten befördern. Neben der Dekontamination soll dadurch vor allem die Begrenzung der Luftfeuchtigkeit erreicht werden. Sie muss im gesamten OP-Bereich zwingend unter 85 Prozent gehalten werden. Das betrifft sowohl die eigentlichen Arbeitsräume als auch die zur Infektionsprophylaxe eingerichteten keimfreien Bereiche. Im privaten Rahmen und dort, wo keine ganz keimfreie Umgebung entstehen kann, unterstützen Luftbefeuchter dabei, die Virenlast möglichst gering zu halten und das Risiko von Ansteckungen zu minimieren. Der Einsatz solcher Klimatechnik ist natürlich auch in Geschäfts- und Büroräumen möglich. 

Luftreiniger Defensor PH28

Trockene Heizungsluft könnte zum Problem werden 

Ersten Prognosen zufolge wird uns die Pandemie etwa 2 Jahre begleiten. Damit rückt auch die Frage nach der Regulierung der Luftfeuchtigkeit in den Fokus. So werden in den Wintermonaten Heizgeräte zum Einsatz kommen, die die relative Luftfeuchte in geschlossenen Räumen dauerhaft auf unter 40 Prozent drücken werden. Das erhöht die Lebensdauer der Erreger und ist zudem nicht sehr vorteilhaft für unsere Schleimhäute. Die Feuchtigkeitskontrolle als angewandte Maßnahme zur Eindämmung von Krankheitserregern wird damit zunehmend fokussiert werden. Dies wird vor allem Geschäfte mit Publikumsverkehr und öffentliche Einrichtungen betreffen, sollte jedoch als wegweisend erachtet werden für das eigene Zuhause oder Unternehmen.    

Luftbefeuchter B 300

Fazit: Luftbefeuchter können Teil der Lösung sein 

Abschließend bleibt somit festzuhalten, dass Dr. Hugentoblers Anregung die medizinischen Auswirkungen der Coronakrise ein wenig einzudämmen vermag. Sie darf aber keinesfalls für sich allein stehen und kann nur als kleines Puzzleteil zu den bisherigen Maßnahmen hinzugefügt werden. Hierzu zählt die regelmäßige Desinfektion der Hände. Körperlicher Kontakt mit Fremden oder Personen aus der Risikogruppe sind bis auf weiteres grundsätzlich zu meiden. Die Suche nach einem wirkungsvollen Impfstoff besitzt freilich Priorität. Sobald er in ausreichenden Mengen zur Verfügung steht, werden sich die Verhältnisse hoffentlich rasch normalisieren. Trotzdem wird die Welt wohl eine andere sein. In der Zwischenzeit kann jeder mithelfen, die Ausbreitung der Lungenkrankheit aktiv zu verlangsamen.