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Estrich trocknen

« Klimatechnik, die Zeit spart »

Einen mit Wasser angemischten Estrich zu trocknen, gehört beim Bauen zu den besonders zeitaufwändigen Arbeiten. Aber wie lange muss man ihn trocknen lassen? Wie viel Zeit beansprucht das Vorhaben, wenn eine Fußbodenheizung darunter liegt? Welche Maßnahmen können die Trockenzeit verkürzen? Mit diesen Fragen beschäftigen wir uns. Außerdem betrachten wir, wie ein Bautrockner hier effektiv helfen kann.

Wann gilt Estrich als trocken?

Wenn der Rohbau eines Hauses steht, beginnt der Ausbau. Zu den in dieser Phase wichtigen Arbeiten gehört das Verlegen von Estrich. Diesen muss man ausreichend trocknen lassen, bevor man sich um Oberbelag wie etwa Laminat oder Parkett kümmern kann. Die Trocknung sollte möglichst nicht zu viel Zeit beanspruchen, denn auch beim Bauen gilt: Zeit ist Geld. Andererseits darf man sie nicht so sehr beschleunigen, dass die Qualität des Rohbodenbelages leidet. Entscheidende Fragen lauten also: Wie lange muss die Estrichtrocknung andauern, damit der Belag als belegreif gilt? Und können Bautrockner oder andere technische Hilfsmittel zur Reduzierung der Zeit beitragen?

Rohbau mit verspachtelten Waenden
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Als belegreif bezeichnet man den Untergrund, wenn er soweit getrocknet ist, dass sich der Oberbelag aufbringen lässt. Außerdem er seine sogenannte Ausgleichsfeuchte erreicht haben bzw. die Restfeuchte darf ein ungefährliches Maß nicht überschreiten. Mit der Ausgleichsfeuchte ist der Feuchtegehalt gemeint, den ein Stoff bei vorherrschender Umgebungsfeuchtigkeit normalerweise besitzt. Ist diese erreicht, gibt der Stoff keine weitere Feuchtigkeit an seine Umgebung ab.

Restfeuchte ist der Unterschied zwischen IST und SOLL

Gemessen wird die Ausgleichsfeuchte in Prozent. Damit ergeben sich erst einmal zwei Prozentwerte: die jeweils aktuelle Estrichfeuchte als IST-Wert und die zu erreichende Ausgleichsfeuchte als SOLL-Wert. Die Differenz zwischen IST und SOLL ist die Restfeuchte. Als eine anerkannte Messmethode für den Feuchtegehalt des Estrichs eignet sich die sogenannte CM-Methode (Calciumcarbid-Messung).

Fliessestrich (Anhydritestrich) und Fussbodenheizung
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Wie hoch der maximale Feuchtegehalt ist, den man mit einer Bautrocknung anstreben sollte, ist unter anderem von der Estrichart und von der Variante des Oberbelags abhängig. Zementestrich ist bereits mit einem höheren Wert ausreichend trocken als Anhydritestrich (AE), der auch Calciumsulfatestrich (CA) genannt wird. Für dampfdurchlässige textile Bodenbeläge muss der Untergrund etwas weniger trocknen sein als beispielsweise für Parkett.

Wie lange muss man Estriche trocknen?

Wenn man ungefähr weiß, auf welchen Wert man trocknen muss, bleibt die Frage: Wie lange muss die Trocknung dauern? Fakt ist: Sie sollte nicht zu langsam aber auch nicht zu schnell vonstattengehen, ansonsten kann es zu Rissen kommen. Eine pauschale Zeitangabe für die exakte Dauer ist jedoch nicht möglich. Zu viele Faktoren beeinflussen die Estrichtrocknung. Zu ihnen gehören unter anderem die Dicke der Schicht und die Verlegart. Aber auch das Raumklima, das mit entsprechender Klimatechnik beeinflusst werden kann, gehört zu den relevanten Faktoren.

Estrich trocknen mit Bautrockner Dehumid BTMöchten Sie die klimatischen Bedingungen regulieren, dann hilft ein Luftentfeuchter – genauer gesagt ein Bautrockner wie der Brune Dehumid BT. Über die bisher genannten Faktoren hinaus spielt der mögliche Einsatz eines Estrichbeschleunigers eine Rolle, der den Trocknungsvorgang beschleunigen kann. Als Zeitangabe für die Trocknung sind maximal Orientierungswerte möglich: Begehbar ist der Rohbodenbelag oft bereits nach einigen Tagen. Bei der Belegreife sind Zeitangaben jedoch noch schwieriger. Hersteller von Fließestrichen machen in den Produktbeschreibungen beispielsweise Angaben wie >28 Tage bei einem CA-Estrich.

Eine Dauer von 28 Tagen ist oft aber nur möglich, wenn man auf Hilfsmittel wie Bautrockner setzt. Ohne solche Hilfsmittel dauert die Estrichtrocknung länger.

Estrich trocknen bei einer Fußbodenheizung

Wenn eine Fußbodenheizung in eine Räumlichkeit integriert werden soll, muss der Grad der Feuchtigkeit häufig sogar noch deutlich niedriger sein, als wenn keine Flächenheizung installiert wird. Dass eine Fußbodenheizung beim Trocknen alles ändert, zeigt ein Beispiel: Möchte man Parkett auf Zementestrich verlegen, darf der Zementestrich ohne Fußbodenheizung einen maximalen Feuchtegehalt von 2% haben. Wird der Zementestrich dagegen als Heizestrich genutzt, liegt der maximale Feuchtegehalt fürs Verlegen von Parkett bei 1,8%.

Rohbau mit Fussbodenheizung
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Man kann die Estrichtrocknung durch ein planvolles Aufheizen der Heizung beschleunigen. Die gesamte Aufheizphase unterteilt man in das Funktionsheizen und das anschließende Belegreifheizen. Die Phase des Funktionsheizens sollte etwa sieben Tage nach Legen des Estrichs starten. Die empfohlene Vorlauftemperatur liegt anfangs bei 25 Grad Celsius. Das Belegreifheizen startet im Normalfall frühestens nach 28 Tagen beim Zementestrich und frühestens nach 14 Tagen beim Calciumsulfatestrich.

Bautrockner und weitere Maßnahmen, um die Estrichtrocknung zu beschleunigen

Auch wenn keine Fußbodenheizung eingebaut wird, kann man die Trockenzeit deutlich beschleunigen. Allerdings darf man es dabei keinesfalls übertreiben, weil Estriche definitiv Zeit brauchen, um auszuhärten. Eine Möglichkeit, eine schnellere Trocknung dennoch zu ermöglichen, ist eine ausreichende Lüftung. Hersteller der Bodenbeläge empfehlen beispielsweise, 24 Stunden nach dem Verlegen mit Stoßlüften zu beginnen.

Das bedeutet: 20 bis 30 Minuten lang sollte man Fenster und Türen öffnen und das etwa drei- bis viermal pro Tag.

Auch mit einem Bautrockner kann man Estriche schneller trocknen. Fachleute empfehlen den Einsatz dieser Geräte jedoch frühestens nach etwa 14 Tagen. Einsetzbar sind Modelle wie der Bautrockner Dehumid BT, die sich durch eine hohe Leistungsstärke auszeichnen und die selbst bei niedrigen Temperaturen einsetzbar sind. Viele Modelle sind mit Rädern ausgestattet und lassen sich auf dem Bau problemlos flexibel transportieren. Außerdem lässt sich die Luftfeuchtigkeit häufig mit einem integrierten Luftfeuchtigkeits-Messgerät wie einem Hygrostat regulieren. Teils wird eine Trocknungszeit versprochen, die mit einem Bautrockner um bis zu 70% reduziert wird. Wie stark die mögliche Reduzierung ist, hängt aber wiederum von vielen individuellen Faktoren ab. Hierfür sollten Sie sich durchaus mit einem Bauexperten absprechen.