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Hilfe, mein Fenster beschlägt von innen

« Woran liegt es und was kann man dagegen tun? »

Das Fenster beschlägt von innen, sodass man Kondenswasser auf den Scheiben sieht. Kommt so etwas selten vor, muss das noch kein großes Problem sein. Beobachtet man jedoch häufig von innen beschlagene Fenster ohne ersichtlichen Grund, besteht Handlungsbedarf. Richtig zu heizen oder zu lüften kann helfen. Ebenfalls hilfreich kann Klimatechnik beispielsweise in Form von Luftentfeuchtern sein.

Wann beschlägt eine Scheibe von innen?

Fensterscheiben beschlagen von innen aufgrund von Kondenswasser (Kondensat) aus der Raumluft. Als Kondensation wird ein Prozess bezeichnet, bei dem ein Stoff von einem gasförmigen in einen flüssigen Zustand übergeht.

Um eine Kondensation handelt es sich also beispielsweise, wenn Wasserdampf aus der Raumluft am Fenster zu flüssigem Kondenswasser wird, dass sich in Form von Wassertropfen und einem feuchten Beschlag auf die Scheibe legt. Das geschieht in der Regel dann, wenn sich die Raumluft abkühlt. Weil Fensterscheiben oft kühler als die Raumtemperatur sind, geschieht das relativ häufig an Fenstern. Grundsätzlich gilt: Wärmere Luft kann mehr Feuchtigkeit speichern als kältere.

Scheibe beschlaegt von innen
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Besitzt warme Raumluft zum Beispiel eine relative Luftfeuchtigkeit von 60 Prozent, dann bedeutet das, dass sie zu 60 Prozent gesättigt ist. Das wiederum bedeutet: ihr Feuchtigkeitsgehalt entspricht 60 Prozent der maximalen Menge an Wasser, die sie aufnehmen könnte. Kühlt die Luft ab, wird die Maximalmenge an Wasser, die sie aufnehmen kann, geringer. Dieselbe tatsächlich vorhandene Menge Wasser wie zuvor sättigt sie dadurch nicht mehr um 60, sondern vielleicht bereits um 70, 80 oder mehr Prozent. Kühlt die Raumluft dann noch weiter ab, erreicht sie möglicherweise den Taupunkt und sorgt dafür, dass ein Fenster beschlägt!

Ein paar Worte zum Taupunkt

Als Taupunkt wird die Temperatur bezeichnet, an der die relative Luftfeuchtigkeit einen Wert von 100 Prozent erreicht hat. Kühlt die Luft weiter ab oder wird ihr weitere Feuchtigkeit zugeführt, kann sie dieses neue, zusätzliche Wasser nicht mehr speichern: Es bildet sich Kondenswasser. Geschieht das an der Fensterscheibe, ist die Folge: Das Fenster beschlägt von innen.

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Sogenannte Taupunkt-Tabellen zeigen, wann bei vorgegebener relativer Luftfeuchtigkeit und Raumtemperatur der Taupunkt erreicht wird. Beträgt die relative Luftfeuchtigkeit zum Beispiel 60 Prozent, während die Raumtemperatur 21 Grad Celsius erreicht, dann liegt der Taupunkt bei 12,9 Grad Celsius. Sinkt die Temperatur einer Fensterscheibe also beispielsweise im Winter unter diesen Wert, schlägt sich dort Kondenswasser nieder.

Sinkt die relative Luftfeuchtigkeit im Raum, sinkt auch der Taupunkt. Und eine reduzierte Raumtemperatur sorgt ebenso für einen sinkenden Taupunkt.

Eine von innen beschlagene Scheibe: Wo ist das Problem?

Wenn Fensterscheiben von innen beschlagen, kann sich Feuchtigkeit auch auf benachbarten Tapeten ausbreiten. Damit entsteht ein Raumklima, das der Bildung von Schimmelpilz entgegenkommt, denn dieser braucht Feuchtigkeit und organische Substanzen. Mit einer feuchten Tapete hat er beides. Und Schimmel sieht nicht nur hässlich aus, sondern kann darüber hinaus die Gesundheit gefährden.

Wenn das Fenster beschlägt, kann das bauliche Ursachen haben

Es gibt bauliche Aspekte, die das Beschlagen der Fensterscheiben begünstigen. So können ungünstig installierte Heizkörper die Luftzirkulation beeinträchtigen. Dadurch werden Fensterscheiben schlechter durch die warme Luft im Rauminneren erwärmt. Zusätzlich spielen die Bauart und das Alter von Fenstern eine Rolle.

Reinigung von Wasserkondensat am Fenster
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Dünnere Scheiben kühlen schneller aus und sind deshalb eher gefährdet, dass das Fenster beschlägt. Und bisweilen ist die Fensterscheibe gar nicht das Problem, sondern der Fensterrahmen. Bei manchen Fenstern ist vor allem er es, der im Winter Kälte ins Innere bringt. Dann kondensiert der Wasserdampf weniger in der Fenstermitte, sondern eher an den Rändern: in der Nähe des Rahmens.

Ein Schimmelrisiko besteht in beiden Fällen. Nicht zuletzt können Fensterscheiben aufgrund von Wärmebrücken im Übergang von Wand und Fensterrahmen kühl sein. Als eine Wärmebrücke bezeichnet man ein Bauteil, bei dem Wärme schneller aus dem Innenraum abfließt als bei benachbarten Bauteilen. Deshalb sind Wärmebrücken vergleichsweise kühl, sodass Wasser in der Luft schneller kondensiert.

Bisweilen verursacht Bewohnerverhalten Kondenswasser

Dass ein Fenster beschlägt, kann natürlich auch am Verhalten der Menschen im Raum liegen. Duschen, Baden, Kochen sind Beispiele für Tätigkeiten, bei denen Wasserdampf freigesetzt wird. Dann steigt die Luftfeuchtigkeit an. Luftentfeuchter können dem entgegenwirken.

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Klimatechnik kann aber auch zum Problem werden. Würde man einen Luftbefeuchter im Winter pausenlos laufen lassen, weil die Heizungsluft vergleichsweise trocken ist und dadurch das Risiko einer Erkältung steigert, könnte das Gerät die Luftfeuchtigkeit irgendwann über den Optimalwert hinaus steigern.

Gute Luftbefeuchter können deshalb im Automatikbetrieb arbeiten. Sie starten dann selbständig, wenn der Feuchtigkeitswert unter einen eingestellten Mindestwert sinkt, und stoppen, sobald wieder ein Normalwert erreicht wurde. So wird verhindert, dass das Gerät die Luft mit Feuchtigkeit überversorgt.

Kondenswasser: Was tun?

Das Fenster beschlägt von innen: Was nun? Man kann die Raumtemperatur durch die Heizung steigern und erhöht damit zugleich die Wasser-Speicherkapazität der Luft. Das reduziert das Risiko beschlagener Fensterscheiben ebenso wie ein Luftentfeuchter, der die Luftfeuchtigkeit und damit den Taupunkt senkt. Für Wohnräume eignen sich meistens relativ kleine Geräte wie der B120 oder der B125 von Brune.

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Weitere mögliche Maßnahmen sind der Einbau neuerer und besserer Fenster oder einer Fensterheizung, die die Scheiben erwärmt. Stoßlüften kann insbesondere im Winter ebenfalls helfen. Durch das Lüften wird der Luftaustausch gefördert. Feuchte Luft aus dem Innenraum strömt nach draußen, während trockenere kühle Luft einströmt. Manche Verhaltensänderung sorgt eventuell ebenfalls dafür, dass die Luftfeuchtigkeit in einem akzeptablen Bereich bleibt und eine Scheibe nicht mehr beschlägt.

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In jedem Fall gilt jedoch: Man sollte vorab abklären, wo die Ursachen für beschlagene Fensterscheiben liegen. Nur wer die Ursache kennt, kann nachhaltige Lösungen entwickeln. Und nur nachhaltige Lösungen, sind wirklich gute.