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Feuchtigkeit in der Wand beseitigen

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Eine hohe Feuchtigkeit der Raumluft, sogenannte Kapillarfeuchte oder eindringendes Regenwasser aufgrund einer defekten Abdichtung: Feuchte Wände können viele Ursachen haben. Um sie nachhaltig zu trocknen, sollte man Ursachenforschung betreiben und anschließend etwas gegen die Ursachen unternehmen. Zugleich gilt es, die Feuchtigkeit in der Wand zu beseitigen. Aber wie?

Feuchtigkeit in der Wand: Viele Ursachen sind möglich!

Die Feuchtigkeit einer Wand kann von außen oder innen in sie eindringen und auch im Wandinneren freigesetzt werden. Letzteres ist der Fall, wenn ein Wasserrohr im Inneren einer Wand bricht. Darüber hinaus kann sich noch relativ viel Feuchtigkeit in Wänden befinden, wenn ein Neubau in Massivbauweise errichtet wurde. Bei dieser Art des Bauens werden mehrere tausend Liter Wasser eingesetzt. In der Regel befindet sich noch ein nicht unerheblicher Teil davon in der Bausubstanz, wenn die Bewohner ins Haus ziehen.

Feuchtigkeit am Übergang von Boden zur Wand
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Im Rauminneren kann die Ursache für eine hohe Wandfeuchte an hoher Luftfeuchtigkeit liegen, die an kühlen Außenwänden kondensiert. Kühlere Luft kann weniger Feuchtigkeit speichern als wärmere. Ist also die maximale Sättigung der Raumluft beispielsweise zu 80 Prozent erreicht und kühlt die Luft ab, sinkt zugleich ihre maximale Speicherkapazität und dieselbe Menge Flüssigkeit kann diese maximale Speicherkapazität plötzlich übersteigen. Dann kondensiert sie und schlägt sich zum Beispiel an und in den Wänden nieder.

Dass hohe Luftfeuchtigkeit kondensiert, geschieht besonders oft an sogenannten Wärmebrücken. Nicht alle Immobilien haben welche, aber manche. Wärmebrücken sind Bereiche, in denen Wärme aus dem Inneren der Immobilie im besonders hohem Maß nach außen entweicht. An solchen Stellen ist möglicherweise die Wärmedämmung des Hauses defekt. In Immobilien mit komplett unzureichender Wärmedämmung kann die Feuchtigkeit an einer kühlen Außenwand kondensieren. Und bei einer fehlerhaft gebauten Innendämmung verlagert sich der Taupunkt von außerhalb der Immobilie eventuell ins Innere. Der Taupunkt ist die Lufttemperatur, an der die Luft mit der aktuell in ihr enthaltenden Menge Wasser die Sättigungsgrenze übersteigt, sodass die Feuchtigkeit kondensiert.

Bisweilen dringt Wasser von außen in die Wand

Durch Baufehler oder mit der Zeit am Altbau entstehende Schäden kann sich Feuchtre auch von außen den Weg in die Wände einer Immobilie bahnen. Dies geschieht unter anderem in Immobilen, bei denen die sogenannte Horizontalsperre nicht richtig funktioniert. Horizontalsperren bestehen zum Beispiel aus besandeten Bitumenbahnen und hindern Regenwasser daran, durch feinste Kapillare (Hohlräume) von Baumaterialien in obere Bereiche der Immobilie zu dringen. Für Neubauten sind geeignete Horizontalsperren vorgeschrieben. In Altbauten sind die eingebauten Lösungen jedoch manchmal unzureichend. Abgedichtet werden muss auch die Fassade, da sonst Regenwasser von außen ins Mauerwerk dringt.

Wand mit ersten Folgeschäden von zu viel Feuchtigkeit
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Feuchtigkeit in der Wand beseitigen: Muss sein!

Reichlich Nässe in den Wänden befeuchten oft auch organische Materialien wie Papiertapeten. Die organische Substanz bildet zusammen mit dem Wasser einen optimalen Nährboden für Schimmelpilze. Die Pilze sorgen nicht nur für hässliche Flecken an den Wänden, sondern gefährden im ungünstigen Fall zusätzlich die Gesundheit.

Das steigende Schimmelrisiko ist aber nur einer mehrerer Gründe, warum man eine hohe Wandfeuchtigkeit nicht ignorieren darf. Mit der Kapillarfeuchte können Salze aus dem Erdreich nach oben dringen und an Wänden ausblühen. Zusätzlich wäscht aufsteigendes Grundwasser Salze eventuell aus der Bausubstanz, was denselben Effekt hat. Letzteres belegt, dass Wasser in den Wänden im Extremfall massive Schäden in der Bausubstanz verursacht, indem es Baumaterialien zerbröseln lässt.

Schimmel
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Ein paar Worte zur Ursachenanalyse

Feuchtigkeit in der Wand zu beseitigen, bedeutet zweierlei: trockenlegen und ein erneutes Durchfeuchten verhindern. Wichtig sind immer beide Maßnahmen. Um ein erneutes Durchfeuchten zu verhindern, muss die Ursache für die Feuchte bekannt sein. Handelt es sich etwa um ein defektes Wasserrohr, lässt sich das Leck im Rohr mit diversen Verfahren orten. Hier unterscheidet man Verfahren wie die akustische Leckortung, eine Leckortung mithilfe eines harmlosen Gases oder durch Thermografie.

Thermografie ist auch ein geeignetes Verfahren, um Wärmebrücken in der Gebäudehülle zu orten, an denen sich die Raumluft abkühlt und sich eventuell Tropfen niederschlagen. Um Stellen mit hoher Feuchte in der Bausubstanz zu ermitteln, eignen sich Feuchtemessgeräte. Und falls eine zu hohe Luftfeuchtigkeit als Ursache in Betracht kommt, kann man Messungen mit einem Thermo-Hygrometer durchführen.

Thermo-Hygrograph OPUS 20, PoE

Durchfeuchtung stoppen

Ist die Ursache einer Durchfeuchtung bekannt, kann man geeignete Maßnahmen ergreifen, um sie zu beseitigen. Dringt etwa Kappilarfeuchte durch eine fehlende Abdichtung in das Mauerwerk, eignen sich verschiedene Verfahren, um die Abdichtung nachträglich zu installieren. Beim Mauersägeverfahren wird das Mauerwerk horizontal zersägt und dann aufgekeilt. So entsteht ein Spalt, in den sich Dichtungsbahnen einbringen lassen.

Eine Alternative ist das Injektionsverfahren. Bei ihm bohrt man diverse Löcher ins Mauerwerk und bringt dort ein Injektionsmittel ein, sodass eine Horizontalsperre entsteht. Bei der Abdichtung der Fassade kann man Risse und Spalten durch Fugenmaterial beseitigen. Eine Vertikaldichtung ist durch eine nachträglich angebrachte Abdichtungsschicht oder eine wasserdichte Putzfarbe möglich.

Wände trocknen

Parallel oder als Vorstufe zur Beseitigung der Ursachen muss man feuchte Wände trocknen. Eine gute Kombination für solch eine Wandtrocknung sind die Heizung und ein Luftentfeuchter. Die Heizung erwärmt die Luft im Raum, sodass sie mehr Wasser als zuvor aufnehmen kann. Zugleich entzieht ihr der Luftentfeuchter Wasser, sodass der Wasseranteil in der Luft ein bestimmtes Maß nicht übersteigt.

Luftentfeuchter Dehumid 9H

Bei feuchten Wänden reichen kleinere Luftentfeuchter in der Regel nicht. Oft muss man auf leistungsstarke Bautrockner zurückgreifen, um eine gute Wandtrocknung in ausreichend kurzer Zeit zu gewährleisten. Alternativ zum Einsatz von Heizung und Luftentfeuchter erhöht man mit der Heizung die Wasserspeicherkapazität der Raumluft, damit sie möglichst viel Wasser aufnimmt. Anschließend sorgt man durch Lüften für einen Luftaustausch: Die mit Wasser angereicherte Luft strömt aus dem Rauminneren heraus und trockenere Luft kommt hinein, die dann wieder verstärkt Wasser aufnehmen kann. Dieses Verfahren dauert aber oft relativ lange, sodass der Luftentfeuchter in der Regel die bessere Option ist.