Feuchtigkeit messen
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Feuchtigkeit und Temperatur mit Handmessgeräten punktuell erfassen

Das Temperatur und Luftfeuchtigkeit messen gehört zu den wichtigsten Aufgaben bei der Kontrolle der Raumluftqualität. Während es zum Temperatur messen sehr günstige, zuverlässige Geräte gibt, ist die Auswahl an Hygrometern für die Luftfeuchte deutlich größer und auf bestimmte Einsatzbereiche begrenzt. Die manuelle Messung mit einem Handmessgerät ist dabei in gewissen Abständen empfohlen, um feuchte Zimmerecken und Räume frühzeitig auszumachen.

Warum sollte in regelmäßigen Abständen ein Feuchtigkeitsmessgerät eingesetzt werden?

Die Luftfeuchtigkeit ist ein entscheidender Faktor, wenn es um das persönliche Wohlbefinden geht. Bei angenehmen Temperaturen darf es ruhig ein wenig feuchter sein, während sich zu feuchte Luft im Sommer oftmals drückend wie Saunaluft anfühlt. Zu feucht heißt allerdings: Schimmelgefahr!

Schimmel ist die Folge von zu hoher Luftfeuchtigkeit
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Trockene Luft mit einer Feuchtigkeit unter 40 % reizt hingegen die Haut, schwächt die Funktion der Schleimhäute und öffnet Krankheitserregern Tür und Tor. Außerdem greift trockenes Raumklima sämtliche Echtholzmöbel an und verursacht unschöne Risse.

Die Vorteile eines Handmessgerätes gegenüber anderen Messmethoden

Uhren mit eingebauten Messinstrumenten

Einfache, in Uhren eingebaute Hygrometer bieten zwar einen Anhaltspunkt, sind aber nicht sehr zuverlässig. Durch die begrenzte Kontaktfläche mit der Luft gelangt nur ein winziger Teil der Raumluft mit dem Hygrometer in Kontakt. Dies ist darauf zurück zu führen, dass der Lufteinlass oftmals an der Rückseite liegt. Hier wird oftmals mehr die Feuchtigkeit der Wand gemessen, an der die Uhr hängt, als die der Raumluft. Bestenfalls kann man hiermit grob die Temperatur messen.

Wetterstationen – funktional aber unhandlich

Thermo-Hygrograph OPUS 20Die fest montierte Wetterstation ist praktisch, steht nicht im Weg und kann verschiedene Werte gleichzeitig mit einer großen Genauigkeit anzeigen. Wenn das Feuchtigkeitsmessgerät anschließend noch einen Wert zwischen 40 und 60 % Luftfeuchtigkeit anzeigt, dann glauben Bewohner ihr Raumklima perfekt im Griff zu haben. Die Sensoren werden allerdings an bestimmten Punkten angebracht und messen somit nur an genau diesen Stellen. Die Luftfeuchtigkeit ist allerdings nie in allen Ecken der Wohnung gleich.

Mobile Messgeräte – praktisch und zielgenau

Ein elektrisches Handmessgerät bietet die großen Vorteile, dass es weitestgehend wartungsfrei ist und bequem in der Hand bedient werden kann. Somit kann der Anwender damit beispielsweise unter dem Schreibtisch oder hinter dem Fernseher die Luftfeuchtigkeit messen. Zu beachten ist, dass es einige Stellen in der Wohnung gibt, welche besonders anfällig für die Ansammlung von Feuchtigkeit sind und regelmäßig überprüft werden sollten.

Typische Einsatzorte für ein Feuchtigkeitsmessgerät

Komplett beschlagene Fenster, feuchte Zimmerecken oder sich selbst abrollende Tapeten sind unmissverständliche Hinweise auf eine zu hohe Luftfeuchtigkeit im Raum. Damit diese Anzeichen auftreten, muss allerdings die gesamte Raumluft extrem feucht sein. Betrifft es nur einzelne Bereiche, muss der Bewohner schon deutlich genauer hinschauen. Dies ist wichtig, denn das Ermitteln und Beseitigen von feuchten Gefahrenstellen in der Wohnung hilft, die Menge an Bakterien zu reduzieren und die Bildung von Schimmel zu vermeiden.

Besonders gefährdet sind sogenannte „Kältebrücken“ – also Stellen, an denen warme und kalte Luft zusammentreffen. Hier entsteht Feuchtigkeit, die nur gezielt mit einem Handmessgerät entdeckt werden kann.

Fenster und Türen

Prinzipiell sind alle Stellen in der Nähe von Fenstern oder Türen, welche nach außen führen, genauer zu betrachten. Dabei bildet sich die Feuchtigkeit allerdings nicht direkt auf dem Fensterbrett, sondern meist an den umliegenden Wänden, weil diese bei offenen Fenstern abgekühlt werden. Besonders, wenn die Fenster häufig nur gekippt werden, besteht diese Gefahr. Grund hierfür ist, dass hier die Temperatur der Fensterlaibung sinkt und kein nennenswerter Luftaustausch stattfindet.

Fenster und Türen sind besonders gefährdet
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Ecken und zugestellte Bereiche

Zimmerecken sind immer eine Quelle für Luftfeuchtigkeit. Diese hält sich dort, in oberen wie unteren Ecken, sehr hartnäckig. Je weiter die Ecke von Fenstern und Türen entfernt ist, umso weniger Luftbewegung wird hier gewährleistet. Ein Handmessgerät sollte unbedingt in jeder Ecke genutzt werden, auch wenn noch keine Anzeichen sichtbar sind.

Stellen mit geringem Luftaustausch

In Zimmern oder Bereichen ohne Fenster kann sich ebenfalls über einen längeren Zeitraum eine zu hohe Feuchtigkeit festsetzen. Dies gilt beispielsweise für eine Abstellkammer oder das Innere eines Kleiderschrankes. Der Schrank ist gefährdet, wenn die Wäsche beim Hineinhängen nicht hundertprozentig trocken war und in der Abstellkammer bilden sich wegen der abgedrehten Heizung eventuell Kältebrücken.

Folgen von schlechtem Luftaustausch
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Luftfeuchtigkeit messen mit dem Handmessgerät 9007

Das Handmessgerät wird über Batterien mit Spannung versorgt, eingeschaltet und kann anschließend ohne weitere Verzögerungen eingesetzt werden. Das Display ist umschaltbar, damit es neben dem aktuellen Messwert auch den kleinsten, größten oder durchschnittlichen Wert anzeigt. Eine Hold-Funktion ist ebenfalls integriert, um einen Wert im Display festzuhalten.

Elektronisches Handmessgerät 9007Das Handmessgerät 9007 ist dabei kein reines Feuchtigkeitsmessgerät, sondern es kann auch die Temperatur messen und anzeigen. Besonders zu Beurteilung einer der Jahreszeit angemessenen Raumluft ist dies unerlässlich.

Im Winter fühlt sich der Durchschnittsmensch wohl, wenn das Handmessgerät 22 °C bei 60 % Luftfeuchte anzeigt. Im Sommer hingegen klebt bei 35 °C und gleicher Luftfeuchte die Kleidung am Körper fest.

Zur Messung der kritischen Punkte wird einfach kurz in dem betreffenden Bereich innegehalten, bis sich der Wert im Display eingepegelt hat.

Ein reines Durchschwenken durch den Gefahrenbereich bringt verfälschte Werte, weil der Sensor, technisch bedingt, nicht innerhalb eines Sekundenbruchteils die tatsächliche Luftfeuchtigkeit messen kann. Gleiches gilt beim Temperatur Messen, weil sich der Sensor allmählich an das veränderte Klima anpasst.

Bei der Messung eventuelle Störfaktoren abstellen

Solange es nicht negativ beeinflusst wird, liefert ein Handmessgerät sehr zuverlässige Werte. Um Messfehler auszuschließen sollten Sie vor der Messung unbedingt folgende Dinge beachten:

  • Einige Minuten vor der Messung sollten alle Fenster geschlossen werden. Das minimiert die Gefahr, versehentlich eine „Wolke“ aus Frischluft von draußen zu messen.
  • Im Raum laufende Ventilatoren vermischen die Luft und sorgen so für ein angenehmeres Raumklima. Sie beeinflussen aber auch das Messergebnis und sollten während der Messung abgeschaltet werden.
  • In der Nähe eines brennenden Ofens ist es schwierig, verlässliche Werte zu erhalten. Heizluft ist generell sehr trocken. Besonders Jene, die durch Verbrennung erzeugt wurde. Messungen in einem Raum mit Holzofen werden also am besten bei erkaltetem Ofen durchgeführt, da dieser das Ergebnis nach unten beeinflussen würde.
  • Weitere kurzfristige Veränderungen können beispielsweise beim Kochen oder nach einer heißen Dusche entstehen. Bei stark erhöhten Werten sollte deshalb zu einem späteren Zeitpunkt gemessen werden, um auszuschließen, dass es sich um eine derartige Schwankung handelt.

Erst, wenn langfristige Werte über 60 oder unter 40 % Luftfeuchtigkeit festgestellt werden, sollten Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Kurzzeitige Abweichungen, die Sie mit einem Feuchtigkeitsmessgerät eventuell erfassen, sind normal und völlig ungefährlich, solange diese beim nächsten Lüften wieder verschwinden.