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Was ist Fogging?

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Können Luftreiniger Fogging bekämpfen? Sie können! Das Fogging genannte Phänomen entsteht durch bestimmte Fremdpartikel in der Luft. Diese Partikel kann man mit einem Luftreiniger aus der Raumluft herausfiltern. Aber bevor man einen Blick darauf wirft, wie das genau funktioniert, sollte man zunächst einmal die grundsätzliche Frage klären, was Fogging überhaupt ist.

Was ist Fogging?

Wer Fogging bekämpfen möchte, sollte wissen, was damit gemeint ist. Fogging werden bestimmte dunkle oder sogar schwarze Verfärbungen an Wänden, Decken und Möbeln genannt. Andere Bezeichnungen für das Fogging sind beispielsweise Schwarzstaub, Foggingeffekt oder Magic Dust. Bei den Verfärbungen kann es sich um einzelne kleinere Flecken handeln. Im Extremfall können jedoch auch so viele Flächen in einem Raum betroffen sein, dass nahezu das gesamte Zimmer verfärbt wirkt. Wirft man einen oberflächlichen Blick auf Fogging, kann man das Phänomen durchaus mit einem Schimmelpilzbefall verwechseln.

Streicht man jedoch mit dem Finger über die verfärbte Fläche, bemerkt man den Unterschied. Schwarzstaub wirkt fettig und schmierig, Schimmelpilz nicht.

Schwarzstaubablagerungen sind zwar nicht extrem häufig, aber auch keineswegs sehr selten. Das Umweltbundesamt schrieb bereits in seiner Broschüre „Attacke des schwarzen Staubes“ aus dem Jahr 2006, dass ihm bis zum damaligen Zeitpunkt „mehrere Tausend Fälle“ bekannt geworden sind. Und das Magazin Focus zitierte im April 2017 den Chemiker und Gebäudediagnostiker Martin Wesselmann mit der Aussage, dass pro 100 Schimmelfälle einmal ein Foggingeffekt auftritt.

Die Suche nach den Ursachen

Was ist Schwarzstaub? Die Frage lässt sich also relativ schnell klären. Die Frage, wie der Schwarzstaub entsteht, war lange Zeit schon sehr viel schwieriger zu beantworten. Die Ursache ließ sich nämlich nicht zu 100 Prozent klären.

Fogging tritt vor allem waehrend der Heizperiode im Winter auf
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Relativ früh war klar, dass das Vorkommnis vor allem in der Heizperiode im Winter auftritt. Darüber hinaus ließ sich beobachten, dass der Magic Dust vor allem in frisch renovierten Wohnungen auftritt. Aber warum?

Magic Dust entsteht durch Fremdpartikel in der Luft

Mittlerweile ist klar, dass der Schwarzstaubbefall auf chemische Substanzen in der Raumluft zurückzuführen ist. Gemeint sind beispielsweise sogenannte SVOC (semivolatile organic compounds). Das sind schwerflüchtige Kohlenwasserstoffverbindungen. Als „schwerflüchtig“ werden Stoffe mit einer hohen Verdunstungszahl bezeichnet. Je höher die Verdunstungszahl ist, desto langsamer verdunstet der jeweilige Stoff. SVOC können sich aufgrund von Ausdünstungen bei Lacken und Farben, Fußbodenklebern oder anderen Substanzen in der Luft befinden. Neben Baumaterialien können beispielsweise Elektrogeräte für SVOC in der Luft verantwortlich sein. Und die Ausdünstungen können durchaus längere Zeit folgenlos bleiben und erst nach Monaten zu Problemen führen.

Lueften fuer ein optimales Raumklima im Winter
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Das Vorkommen von Substanzen wie SVOC im Raum lässt nicht automatisch einen Foggingeffekt entstehen. Vielmehr müssen bestimmte Bedingungen in der Umgebung hinzukommen, damit das Phänomen auftritt. Es scheint unter anderem so zu sein, dass Wärmebrücken Schwarzstaub begünstigen. Bei Wärmebrücken dringt Wärme aus dem Haus schneller als bei anderen Bauteilen hinaus. Seltenes Lüften und veränderte Luftströme aufgrund des Heizens im Winter können ebenso das Risiko auftretenden Schwarzstaubes steigern. Ebenfalls begünstigend wirken Weichmacher abgebende Materialien wie PVC-haltige Dekorplatten sowie raumklimatische- und Witterungseinflüsse wie eine zu geringe Luftfeuchtigkeit, heißt es in der Broschüre „Attacke des schwarzen Staubes“.

Die gute Nachricht bei alledem: Die Gesundheit gefährdet der Staub wahrscheinlich nicht. Den Schwarzstaub entfernen sollte man dennoch.

Schwarzstaub bekämpfen: entfernen und vorbeugen.

Die hier genannten Ursachen zeigen, welche Rolle Renovierungsarbeiten beim Entstehen des Foggings spielen können. Durch sie kommen oftmals viele Materialien ins Haus, durch die der Foggingeffekt verursacht wird. Ist der Magic Dust bereits aufgetreten, muss man ihn erst einmal beseitigen. Schwarzstaub entfernen kann man bei glatten Flächen und Wänden zum Beispiel mit Spülmittel und Wasser, wobei man mit dem Spülmittel sparsam umgehen sollte. Betroffene Tapeten muss man höchstwahrscheinlich entfernen. Insbesondere bei einem starken Foggingbefall sollte man Experten zurate ziehen, die einen bei der Suche nach den Ursachen unterstützen.

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Als Vorbeugung kann man das Risiko eines Foggingeffekts beispielsweise senken, indem man auf Materialien wie Teppichkleber und PVC-Bodenbeläge beim Renovieren verzichtet. Das richtige Heizverhalten kann das Risiko ebenfalls mindern, weil sich bei zu geringen Raumtemperaturen Feuchtigkeit und ölige Substanzen an Flächen wie an den Wänden ablagern können. Wird die Wohnung zu sehr aufgeheizt, ist dagegen die Luftumwälzung relativ stark. Partikel fliegen dann vermehrt durch die Luft und können sich an öligen und Fogging begünstigenden Schichten absetzen.

Mit einem Luftreiniger Fogging vorbeugen: Geht!

Nicht jeder Luftreiniger eignet sich in gleichem Maße dafür, Magic Dust zu bekämpfen. Sind die Geräte nur mit einem Grobfilter ausgerüstet, werden die fürs Phänomen verantwortlichen Fremdpartikel in der Luft in der Regel nicht herausgefiltert.

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Dagegen bekämpfen Luftreiniger Schwarzstaub oft gut, wenn sie mit einem Quattrofilter oder Aktivkohlefilter ausgestattet sind. Beide Filter filtern selbst feinste Partikel aus der Luft und befreien sie so von denjenigen Partikeln, die für den Foggingeffekt sorgen. Wichtig ist beim Luftreiniger neben der Ausstattung mit den richtigen Filtern eine für die Raumgröße geeignete Leistungsstärke. Um sie zu beurteilen, nutzt man Kennzahlen wie die Luftumwälzung in m³/h nutzen oder aber Angaben zur maximalen Raumgröße, für die das Gerät geeignet ist.

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Übrigens: Auch Luftbefeuchter sind mit passenden Filtern ausgestattet und reinigen die Luft. Beim Einsatz eines Luftbefeuchters stimmt außerdem die relative Luftfeuchtigkeit, die ebenfalls ein Faktor bei Schwarzstaub ist. Die Luft befeuchten Luftreiniger ebenso, allerdings liegt der Fokus hier klar auf der Reinigung.

Attacke des schwarzen Staubes

Wie das Umweltbundesamt in seiner Broschüre „Attacke des schwarzen Staubes“ schildert, kann auch eine niedrige Luftfeuchtigkeit zu einem Foggingeffekt beitragen. Luftreiniger und Luftbefeuchter können hier beide effektiv gegenwirken und das Risiko des Auftretens von Magic Dust reduzieren. Bei aller Klimatechnik kommt es jedoch nicht zuletzt auf die richtige Leistung an. Neben den beiden bereits genannten Kennwerten für die Geräteleistung ist die Befeuchtungsleistung in Liter/Stunde wichtig.

Festzuhalten bleibt: Wer mit einem passend dimensionierten Luftreinigungsgerät arbeitet, kann das Foggingrisiko deutlich senken. Das gilt auch nach einem ersten Auftreten.