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Humidore: Tabakreife dank Befeuchtungssystem erhalten

In den vergangenen zwei Jahrzehnten haben zahlreiche Verordnungen zum Schutz vor Passiv-Rauchen den EU-Raum zu einem wesentlich besseren Ort zum Leben werden lassen. Der Nachteil jener Entwicklung ist, dass sich Raucher nun in die eigenen vier Wände zurückgedrängt sehen, wenn sie den Geschmack hochwertiger Tabak-Produkte genießen möchten. Auf der anderen Seite hat die EU den Rauchern damit womöglich einen Gefallen getan, weil Aficionados Humidore mit integriertem Befeuchtungssystem als Ideallösung ansehen, um Zigarren dauerhaft aufzubewahren. Demnach kann es nicht schaden, sich mit der Thematik mal etwas detaillierter auseinanderzusetzen.

Zigarren lagern: So agieren die Profis

Dazu gilt es zunächst mit einem unter Rauchern weitverbreiteten Irrtum aufzuräumen: So tendieren viele Zigarrenliebhaber noch immer dazu, den ursprünglichen Rat der Hersteller zu befolgen, der vorsah, Zigarren bei einer Temperatur von 22 – 25 °C und einer Luftfeuchtigkeit von 65 bis 75 Prozent zu lagern. Jene Grenzwerte wurden zu Beginn der 90er zwar nur leicht nach unten korrigiert, führten beim Rauchen allerdings zu einem deutlich verbesserten Geschmackserlebnis.

Schließlich definiert die in der Zigarre gebundene Feuchtigkeit die freigesetzten Aromen und Düfte in nicht unerheblichem Maße.

So entwickeln Zigarren, die relativ feucht gelagert wurden, nach dem Anzünden sehr intensive und lang andauernde Aromen im Mundraum, heben sich olfaktorisch aber nur geringfügig von ihrer Umgebung ab. Darüber hinaus brennen sie recht langsam ab, was auch nicht in jeder Situation von Vorteil ist.

Trocken lagern?

Werden sie dagegen sehr trocken gelagert, verbreiten sie den wohlbekannten Zigarren-Duft direkt nach dem Anzünden im gesamten Raum. Geschmacklich können sie in diesem Fall aber leider nur wenige Punkte sammeln, weshalb erfahrene Raucher der Luftfeuchtigkeit im Humidor zurecht sehr hohe Bedeutung beimessen. Ein weiteres Problem mit einer trockenen Zigarre betrifft nämlich deren „Lebensdauer“. So brennen trockene Exemplare schnell ab und können im Extremfall sogar porös werden und auseinanderbrechen. Letzten Endes bleibt es aber natürlich eine Frage des individuellen Geschmacks, bei welcher Luftfeuchtigkeit man die Zigarren lagern möchte.

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Den aktuellen Empfehlungen folgend, sollte sich diese jedoch zwischen 65 und 67 Prozent einpendeln, während die Temperatur 20 °C nicht unter- und 22 Grad nicht überschreiten darf. Falls man im Humidor den Luftbefeuchter dennoch einmal über längeren Zeitraum falsch eingestellt hatte, kann man sich aber eines Tricks bedienen, der in der industriellen Tabakverarbeitung angewendet wird.

Hochwertige Humidore: Mehr als reine Befeuchtungssysteme

Immerhin lagern die Rohtabakfasern dort grundsätzlich bei erhöhter Luftfeuchtigkeit (etwa 72%), um den Prozess der Fermentierung voranzutreiben. Bei einer fertig produzierten Zigarre ist das zwar in der Regel nicht zu empfehlen, da dies den Geschmack beeinträchtigt. Darüber hinaus saugt sie sich fortwährend mit Flüssigkeit voll, woraufhin sie aufquellt und im schlimmsten Fall sogar zu schimmeln begänne.

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Zu trocken gelagerte Tabak-Produkte lassen sich aber bis zu einem gewissen Grad wieder in ihren ursprünglichen Zustand zurückverwandeln. Dazu sollte man aber zwingend auf einen Humidor mit Befeuchter und integriertem Hygrometer (Messgerät zur Ermittlung der Luftfeuchtigkeit) zurückgreifen, um sicherzustellen, dass dem zukünftigen Rauchgenuss weder zu viele noch zu wenig Wassermoleküle in die Quere kommen. Da der Begriff „Humidor“ nicht gerade zum allgemeinen Wortschatz zählt, sollte er an dieser Stelle vielleicht mal kurz erläutert werden. Zumindest für die Leser die der Leidenschaft des Zigarrenrauchens noch nicht sehr lange frönen. Es handelt sich dabei um eine zumeist hölzerne und luftdicht verschließbare Box, um wertvolle Tabaksorten und Zigarren zu lagern. Je nach Größe fasst er 10 bis 50 Exemplare und gewährleistet deren Frische über einen langen Zeitraum, indem ein mit destilliertem Wasser benetztes Schwämmchen die nötige Luftfeuchte liefert.

Humidor aus Zedernholz
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Wer nun Bilder von Tupperdosen vor Augen hat, befindet sich allerdings auf dem Holzweg. Bei Humidoren handelt es sich um zumeist hochwertig verzierte Aufbewahrungsgegenstände, die den Wert des Inhaltes auch entsprechend widerspiegeln sollen. So werden die günstigsten Boxen im Tabakfachhandel im niedrigen dreistelligen Euro-Bereich gehandelt, während ein besonders hochwertiges Modell mit digitalem Hygrometer und ausgeklügeltem Befeuchtungssystem schnell die 1000-Euro-Grenze durchstößt.

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Hierbei handelt es sich wohlgemerkt noch immer um transportable Boxen. Was uns zu exklusiven Humidorschränken führt, die für gewöhnlich Einzelstücke und den krönenden Abschluss des heimischen Raucherzimmers repräsentieren. Dass die Preisvorstellungen der Hersteller schon im gehobenen Bereich angesiedelt sind, dürfte so manchen Raucher natürlich zunächst einmal abschrecken.

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Dafür bieten Humidorschränke aber die am besten ausgefeilten Befeuchtungssysteme für Tabak-Produkte, die auf dem zivilen Markt angeboten werden. Diese orientieren sich an denen der Tabak verarbeitenden Industrie und werden in der Regel mit elektrischen Luftbefeuchtern realisiert.

Spezialist für die Lagerung von Tabak-Produkten: Der B 120

Ein Beispiel dafür ist der Luftbefeuchter B 120, der mit einer Leistungsaufnahme von gerade einmal 25 Watt zunächst durch seine Energieeffizienz, darüber hinaus aber auch mit seinem erstaunlich ruhigen Betrieb punktet. Der Hersteller bemühte sich zudem darum, dem Gerät ein ansprechendes Äußeres zu verleihen, damit es sich unauffällig in verschiedene Wohnambiente einfügen lässt. Da er steckerfertig ausgeliefert wird und in Räumlichkeiten bis zu einem Fassungsvermögen von 130 m³ verwendet werden kann, kommt er zum Teil allerdings auch in kleineren Verkaufsräumen zum Einsatz. Sein Hauptaufgabenbereich bezieht sich jedoch zweifellos darauf, als Befeuchtungssystem in Vitrinen und Humidoren zu fungieren.

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Dazu wurde der Luftbefeuchter mit einem 11 Liter Wasser fassenden Tank bedacht, wodurch ihm letztlich auch der Betrieb im Dauereinsatz möglich ist. Wenn man den B 120 mit einem externen Hygrostat kombiniert, erhält man somit eines der günstigsten Befeuchtungssysteme, die explizit für den Einsatz in Humidoren, Vitrinen und verwandten Möbelstücken konstruiert wurden.

Der B 125: Das Allround-Befeuchtungssystem

Sein großer Bruder, der B 125, überrascht zunächst dadurch, dass er nicht überrascht. So weist er fast dieselben Kenndaten auf, wie der B 120. Der einzig signifikante Unterschied der beiden Befeuchtungssysteme betrifft die maximale Raumgröße, die beim B 125 140m³ beträgt. Doch selbst kleine Differenzen können manchmal große Auswirkungen nach sich ziehen. So dürfte der B 125 in den meisten Fällen schon als klassischer Luftbefeuchter eingesetzt werden. Darauf deuten zumindest die recht breiten Lüftungsschlitze und damit auch die Möglichkeit, sehr grobe Staubpartikel aus der Raumluft zu filtern, hin.

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Da sich das Befeuchtungssystem mit dem B 120 auch bezüglich des Anschaffungspreises auf fast demselben Level bewegt, kann man hier schon beinahe von einem Alleskönner sprechen. Beide hier vorgestellten Befeuchtungssysteme sind im Übrigen für Humidore bis zu 6 m³ einwandfrei geeignet und finden natürlich auch in hochwertigen Schrank-Lösungen Anwendung.

All-In-One-Lösung: Hochwertige Humidor-Schränke mit integriertem Befeuchtungssystem für bis zu 220 Zigarrenboxen

Deren Ausführungen kommen recht vielfältig daher, sodass für jeden Geschmack etwas dabei sein dürfte. Wer es lieber etwas dezenter mag, dürfte mit dem „Humidor Prestige 1“ richtig liegen. Sein äußeres Erscheinungsbild gleicht einer altmodischen Kommode, in deren Stirnseite eine kleine Sichtscheibe eingelassen wurde. Der Blick ins Innere zeigt genügend Lagerraum für bis zu 700 Zigarren und verdeckt dabei geschickt die Messeinheiten und natürlich die integrierten Heiz-, Kühl- und Befeuchtungssysteme. Das Besondere beim Prestige besteht in seiner Steuerung, die kompakt oberhalb der UV-Scheibe angebracht wurde und sich intuitiv bedienen lässt.

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Etwas größer ist da schon der „Humidor Klima“ ausgefallen, der eher einer klassischen Vitrine nachempfunden wurde. Seine elegante Fassade lässt kaum erahnen, welch interessante Mischung aus Befeuchtungs-, Kühl- und Entlüftungsanlagen in seinem Inneren verborgen wurden: Die sensiblen Hygrostate ermitteln die Werte in den Lagerboxen in Echtzeit und übermitteln sie direkt an die vollautomatische Steuerung, die dafür garantiert, dass die Luftfeuchtigkeit und Temperatur nur minimalen Schwankungen unterliegen. Hervorzuheben ist hier, dass sich die Zigarrenfächer alternativ auch mit LEDs beleuchten lassen, die nur minimale Eigenwärme entwickeln und das Innenklima des Humidors somit nicht negativ beeinflussen können.

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Wer an leichtem Größenwahn leidet, darf natürlich auch mal einen Blick auf den Humidorschrank 2110 werfen. Sein wuchtiges Äußeres würde sich in die Herrenhäuser solcher finanziellen „Leichtgewichte“ wie Dagobert Duck oder Montgomery Burns sicherlich nahtlos einfügen. Im gesamten Humidor finden bis zu 220 Zigarrenboxen Platz, deren wertvollere Exemplare sich natürlich auch in einem der 20 Schließfächer deponieren lassen. Dass der 2110 standardmäßig mit hochwertigen Hygrometern und dem B 120 ausgeliefert wird, tröstet aber nur geringfügig über den Kaufpreis hinweg, der jenseits der 10.000-Euro-Marke liegen dürfte.