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Hygrometer analog oder digital

« Was empfiehlt sich für die Messung der Luftfeuchtigkeit? »

Optimale Luftfeuchtigkeit in Räumen ist wichtig für die menschliche Gesundheit. Ob sie tatsächlich optimal ist, findet man mit einem Hygrometer heraus. Das Messgerät kann analog oder digital funktionieren. Was ist besser, um die Luftfeuchtigkeit zu messen? Mit dieser Frage beschäftigt sich der folgende Artikel. Um eins vorweg zu nehmen: Es gibt einen klaren Favoriten.

Was misst das Hygrometer?

Das Messgerät misst die relative Feuchtigkeit der Raumluft in Prozent. „Relativ“ bedeutet in diesem Fall zur maximalen Speicherkapazität. Die ist nicht zuletzt von der Lufttemperatur abhängig, weil kältere Luft weniger Feuchtigkeit speichern kann als wärmere. Neben den relativen gibt es absolute Feuchtigkeitswerte.

Der absolute Wert steht für die tatsächlich vorhandene Menge Wasser in einem Kubikmeter Luft. Die maximale Speicherkapazität wird dabei nicht berücksichtigt. Dieselbe absolute Menge Feuchtigkeit kann unterschiedliche relative Werte ergeben, abhängig von der Lufttemperatur. So ergibt ein relativer Wert von 10 g/m³ bei 10 Grad Celsius einen höheren relativen Wert als bei 20 Grad.

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Unterschieden wird das Hygrometer in Hygrographen und Hygrostate.

Der Hygrograph misst Feuchtigkeitswerte nicht nur. Er zeichnet sie darüber hinaus auf. Das kann wichtig sein, wenn man in besonders feuchtesensiblen Räumen (z.B. Serverräume) nachträglich detaillierte Rückschlüsse aus Messwerten ziehen möchte.

Der Hygrostat misst Feuchtigkeit und sendet die gemessenen Werte an angeschlossene Geräte wie Luftbefeuchter oder Luftentfeuchter. Je nach gesendetem Messwert starten oder stoppen die Geräte dann mit ihrer Arbeit.

Warum sind Feuchtigkeitsmessungen wichtig?

Die optimalen relativen Feuchtigkeitswerte liegen in den meisten Wohnräumen und Büros zwischen 40 und 60 Prozent. Deutlich niedrigere Werte sind ebenso problematisch wie stark erhöhte. Sind die Werte niedrig, ist die Infektiosität von Krankheitserregern höher und das Infektionsrisiko steigt. Zudem kann Lufttrockenheit menschliche Schleimhäute austrocknen und so das menschliche Immunsystem schwächen. Trockene Augen und eine juckende trockene Haut können weitere Folgen sein. Zu hohe Feuchtigkeitswerte begünstigen dagegen Schimmelbildung und können so indirekt die menschliche Gesundheit gefährden.

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Treten sie zusammen mit relativ hohen Temperaturen auf, ergeben sich mitunter weitere Probleme, beispielsweise für den Kreislauf. Aus diesem Grund kann es wichtig werden, die Luftfeuchtigkeit zu verändern. Ob die tatsächlich ober- oder unterhalb der optimalen Werte liegt, sollte man allerdings nicht mutmaßen. Nur eine Messung mit einem geeigneten Gerät bringt verlässliche Werte. Deshalb ist der Kauf eines Hygrometers bisweilen sehr sinnvoll.

Wo liegt der Unterschied zwischen Analog- und Digitalgeräten?

Zur Luftfeuchtigkeitsmessung gibt es diverse Gerätevarianten, die jeweils etwas anders funktionieren. Eine wichtige Frage ist: Funktioniert das Gerät digital oder analog? Ein digitales Gerät arbeitet zum Beispiel mit einem wasseranziehenden (hygroskopischen) Material wie einem Haar. Haare ziehen sich bei sinkenden Luftfeuchtigkeitswerten zusammen und dehnen sich bei steigenden Werten aus. Das Gerät macht sich diese Eigenschaft zunutze, um Feuchtigkeitswerte zu messen. Die Längenveränderung des Haares wird auf einen Zeiger übertragen. Durch ihn kann man den relativen Feuchtigkeitswert auf einer Skala ablesen.

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Ein Vorteil der Geräten, die analog funktionieren: Sie können ohne Strom betrieben werden. Allerdings gibt es auch gravierende Nachteile. Man muss die Geräte nämlich nach einiger Zeit kalibrieren, weil sie ansonsten zu ungenau werden. Das Problem besteht bei Digitalgeräten nicht. Sie funktionieren in der Regel mit Sensoren, mit denen sie die absoluten Feuchtigkeitswerte und die Lufttemperatur messen. Aus diesen Werten errechnet das Gerät die relative Feuchtigkeit. In der Regel zeigt das Digital-Hygrometer als Zusatzfunktion neben der Feuchtigkeit auch die Lufttemperatur an.

Analog oder digital: Die wichtigsten Vergleichskriterien

Welche Vergleichskriterien sich beim Vergleich verschiedener Feuchtigkeitsmesser anbieten, zeigen Tests renommierter Organisationen. Bereits 2003 prüfte etwa die Stiftung Warentest Hygrometer auf Herz und Nieren. Während die getesteten Geräte eher nicht mehr aktuell sind, können die Geräteeigenschaften weiterhin als Orientierung dienen.

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Die Stiftung Warentest hat damals Kriterien wie Genauigkeit der Feuchtemessung und Handhabung für den Test genutzt. In der Kategorie Feuchtemessung ging es um die Messgenauigkeit, die Unempfindlichkeit bei Feuchteschwankungen sowie die Reaktionsgeschwindigkeit des Geräts. Dagegen wurden in der Kategorie „Handhabung“ Gebrauchsanweisung, Ablesen und Bedienen thematisiert.

Auf die Frage ob analog oder digital hatte die Stiftung Warentest damals auch eine klare Antwort: „Digitale Geräte meist besser“ schrieb sie als Überschrift eines Absatzes bei der Vorstellung ihres Tests.

Auch das Magazin Computerbild hat 2019 einen Vergleichstest veröffentlicht. Hier ging es ebenfalls um Kriterien wie Messgenauigkeit und Bedienkomfort sowie um den Funktionsumfang. Preis-Leistungssieger wurde ebenfalls ein digitales Messgerät.

Digital-Hygrometer sind nicht teuer in der Anschaffung

Beispiele für digitale Feuchtigkeitsmesser sind die Messgeräte 9025 und 9026, die man im Brune Onlineshop kaufen kann. Das 9025 ist mit 5,2 x 3,9 x 1,1 Zentimetern im Vergleich zur Größe von 10,6 x 10,6 x 2,4 (4,4) Zentimeter des 9026 deutlich kleiner. Auch die Messbereiche sind unterschiedlich. Das Digitalgerät 9025 hat einen Temperatur-Messbereich von minus 10 bis plus 60 Grad Celsius, während das Digital-Hygrometer 9026 auf minus 40 bis plus 70 Grad Celsius kommt. Bedeutend ist das jedoch nur in Räumen mit Extrembedingungen, beispielsweise in Kühlräumen.

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Der Messbereich der relativen Luftfeuchtigkeit liegt beim 9025 bei 10 bis 99 Prozent und beim 9026 bei einem bis 99 Prozent. Das 9026 hat also den größeren Messbereich, während sich die beiden Geräte bei der Messgenauigkeit der Temperatur und der Feuchte ziemlich ähnlich sind. In Räumen wie Wohnungen oder Büros eignen sich beide Geräte gut für eine Feuchte- und Temperaturmessung der Luft. Günstiger im Preis ist das 9025-Gerät.

Jeder hat selbst die Wahl

Ob analog oder digital steht jedem frei. Beide Geräte haben ihre Vor- und Nachteile. Das wichtige ist aber, dass man das Gerät auswählt, das situationsbedingt das beste Ergebnis liefern kann. Dadurch kann langfristigen Schäden durch zu hohe oder niedrige Luftfeuchtigkeit schnell entgegengewirkt werden.