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Kleidung im Schrank riecht muffig

« Ursachen und Gegenmaßnahmen »

Heutzutage geht aber auch alles schief! Da wäscht man seine Garderobe nach den Vorgaben der Waschmittelhersteller, bügelt sie sorgfältig und deponiert sie fachgerecht. Und kaum ist eine Woche vergangen, öffnet man die Türen erneut und es schlägt einem ein unangenehmer Geruch entgegen. Die Kleidung im Schrank riecht muffig? Warum? Und was kann man dagegen unternehmen?

Die Kleidung im Schrank riecht muffig – Ursachenforschung

Um dem Problem angemessen entgegenzuwirken, ist zunächst das Ausschlussverfahren anzuwenden, um den Verursacher auszumachen. Erster Kandidat ist dabei zwangsläufig der Schrank. Schließlich dufteten die Textilien zuvor ja einwandfrei. Doch wie kann es überhaupt sein, dass der Schrank müffelt? Da gilt es zu berücksichtigen, dass Holz zu den organischen Baustoffen zählt, die auch im verarbeiteten Zustand noch immer auf bestimmte Umwelteinflüsse reagieren. So absorbiert es bis zu einem gewissen Grad Feuchtigkeit aus der Luft und speichert sie über einen längeren Zeitraum. Das begünstigt wiederum das Wachstum zahlreicher Mikroorganismen im und am Holz. Im ungünstigsten Falle kann der Schrank sogar zu schimmeln beginnen.

Luftentfeuchter Dehumid 9

Um diese potentielle Fehlerquelle ausschließen zu können, müssen also erstmal wüstenähnliche Bedingungen geschaffen werden – bei Temperaturen um die 40 Grad und gleichzeitiger Reduzierung der Luftfeuchtigkeit auf unter 30 Prozent.

Als besonders erfolgversprechende Strategie hat sich dabei die Kombination elektrischer Luftentfeuchter und handlicher Bautrockner erwiesen.

Wird dieses Klima in einem begrenzten Wohnbereich über ein paar Tage hinweg aufrechterhalten, sind sämtliche Möbelstücke wieder vollkommen keimfrei.

Einsatz chemischer Mittel

Wer lieber auf chemische Mittel zurückgreift, kann natürlich auch hochdosierte Fungizide und Desinfektionsmittel verwenden. Allerdings ergibt sich hierbei ein neues Problem: Ob ein muffiger Geruch im Schrank damit dauerhaft besiegt oder durch den starken Eigengeruch der Chemikalien nur übertüncht wurde, lässt sich meist erst feststellen, wenn schon wieder Kleidung darin hängt. Falls der muffige Geruch nicht sehr stark ausgeprägt ist, kann zudem der Einsatz altbewährter Hausmittel schnelle Abhilfe schaffen. Hierbei wird besonders Essigprodukten eine hohe Wirksamkeit nachgesagt. Darüber hinaus besitzen auch Kaffeepulver und Zitrusfrüchte einen starken Eigenduft, mit dem sich ein muffiger Geruch im Schrank vertreiben lässt.

Letzten Endes lässt es sich bei Holzmöbeln auf Dauer jedoch nicht vermeiden, dass sich darin ein muffiger Geruch manifestiert. Zumindest solange man nicht den Wunsch verspürt, mobile Luftentfeuchter im Dauerbetrieb einzusetzen. Auch wenn dies in Museen und Antiquitätenhandlungen in der Tat branchenüblich ist, wäre es in kleinen Eigenheimen zweifelsfrei unpraktikabel.

Ein Raumspray zum Erhalt von vermeindlich besserer Luft
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So wird sich die Feuchtigkeit im Holz im Laufe der Jahre immer weiter anreichern, der Schrank wird zunehmend muffiger riechen und schließlich zu modern beginnen. Dann bleibt nichts anders mehr zu tun, als den Sperrmülltransporter zu bemühen und neue Einrichtungsgegenstände zu erwerben. Und nachdem man den Kleiderschrank als Fehlerquelle definitiv ausgeschlossen hat, darf man sich dann im Anschluss mit dessen Inhalt beschäftigen.

Zweiter Tatverdächtiger: Die Kleidung

Kleidung im Schrank riecht muffig? Dann können die Anziehstücke auch selbst die Geruchsquelle sein. So geht von Kleidungsstücken unter anderem dann ein muffiger Geruch im Schrank aus, wenn sie noch nicht vollständig getrocknet waren, als sie dort hineingelegt wurden. Meistens liegt die Ursache jedoch darin begründet, dass die Wäsche bei einer zu niedrigen Temperatur gewaschen wurde. In diesem Falle bleiben Keime und Bakterien auf der Kleidung zurück, die sich in geschlossenen Schränken schnell vermehren. Um dem vorbeugen, sollte man seine gesamte Garderobe in regelmäßigen Abständen (Faustformel: alle sechs Monate) mit der höchsten Temperatur waschen. Solche Kleidungsstücke, die bei maximal 30 Grad gereinigt werden dürfen, sind davon natürlich ausgenommen. Mit der Zugabe einer kleinen Menge Essig ins Weichspülerfach lassen sich jedoch auch jene Textilien restlos keimfrei bekommen. Davon abgesehen ist es vor allem bei der längeren Einlagerung der Winter- bzw. Sommergarderobe wichtig, darauf zu achten, dass sie frisch gewaschen und vollkommen trocken ist. Denn wenn sich auch nur ein kleiner Rest Feuchtigkeit darin befindet, nisten sich dort schnell Motten oder Schimmelpilze ein.

Die Kleidung selbst kann einen muffigen Geruch verursachen
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Was zunächst unwahrscheinlich klingen mag, nimmt Konturen an, wenn man berücksichtigt, dass Schimmelpilze nicht viel zum Leben benötigen: Sobald eine gewisse Luftfeuchtigkeit und Wärme gegeben sind, wachsen sie auf jedem nur erdenklichen Untergrund. Lebensspende Sporen sind in unseren Breitengraden sowieso immer vorhanden. Ihre durchschnittliche Konzentration in der Luft liegt in den Wintermonaten bei 50 Sporen pro Kubikmeter, während sie im Sommer schon mal bis auf 3.000 hochschnellen kann. Demzufolge ist es keinesfalls ein Zeichen mangelnder Hygiene, wenn sich im Kleiderschrank Schimmel bildet. Und auch in diesem Falle wird ein gründlicher Waschgang den muffigen Geruch zielsicher vertreiben. Bei der nächsten möglichen Fehlerquelle wird das aber definitiv nicht ausreichen.

Schimmel und Hölle

Womit wir an der Peripherie des Schrankes angelangt sind. Präziser formuliert, an dessen Rückseite. Schließlich ist jener Part in der Regel nicht weit von der Wand entfernt. Und genau in diesen kleinen Zwischenräumen bildet sich nicht selten Schimmel. Doch warum ausgerechnet dort und nicht an den anderen Seiten des Schrankes?

Schimmel ist nicht selten in oder hinter Schränken
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Des Übels Wurzel befindet sich in der Wand und ist diesmal nicht so einfach zu eliminieren: Verputzte Wände absorbieren im Laufe der Zeit in zunehmenden Maße Feuchtigkeit aus der Raumluft und schwitzen sie zeitverzögert wieder aus. Enge Zwischenräume hinter Möbelstücken ohne ausreichende Luftzirkulation sind somit immer etwas feucht. Da das Problem lange im Verborgenen bleibt, kann sich dort mitunter ein sehr großflächiger Schimmelbefall breitmachen, dessen muffiger Geruch dann zwangsläufig auch auf den Schrank und die Kleidung übergreift. Ist es erstmal soweit gekommen, ist natürlich schnelles Handeln gefragt:

  1. Schimmelbefall vollständig entfernen

Dabei sind zunächst schimmlige Tapeten und Teppichbestandteile zu entsorgen. Wenn die Rückwand des Schrankes vom Schimmel stark in Mitleidenschaft gezogen wurde, muss sie natürlich ebenfalls ausgetauscht werden. Ansonsten spricht schimmelndes Holzfurnier aber sehr gut auf hochprozentigen Alkohol und chlorhaltige Haushaltsreiniger an.

  1. Höllenfeuer entfachen

Danach muss die Feuchtigkeit aus der Wand raus. Und weil sich dort bereits Schimmel gebildet hatte, sogar sehr viel davon. Einfach nur die Heizung aufzudrehen, wird da nicht ausreichen. Vielmehr ist die gesamte Wandfläche gleichmäßig auf 70 Grad Celsius zu erhöhen, um für trockene Verhältnisse zu sorgen. Solche Werte lassen sich nur mit Strahlungswärme erzielen, also mit Heizstrahlern, Rotlichtlampen oder speziellen Heizfolien. Bei ungewöhnlich feuchten Wänden gibt es zudem noch die Option, die Infrarottechnik (im Prinzip handelt es sich dabei um extrem leistungsstarke Rotlichtlampen) anzuwenden, die häufig nach Überschwemmungen zum Einsatz kommt.

Wandstellen bei Schränken werden schlecht durchlüftet
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  1. Wand versiegeln

Abschließend ist nun noch dafür Sorge zu tragen, dass die getrocknete Wand auch trocken bleibt. Dazu trägt man idealerweise wasserabweisende Schutzbeschichten für Innenräume auf die Wand auf, bevor man sie neu streicht. Die Grundierung isoliert die Wand zuverlässig und verhindert somit, dass erneut Feuchtigkeit eindringen kann. Ein kleiner Nachteil dabei ist, dass die Schutzbeschichtungen schon nach zwei Jahren einen großen Teil ihrer Wirksamkeit einbüßen und erneut aufgetragen werden müssen.

Nachdem nun sämtliche in Frage kommenden Übeltäter identifiziert und gegebenenfalls unschädlich gemacht wurden, müssten dem Kleiderschrank eigentlich nur noch wohlriechende Düfte entsteigen.

Kleidung im Schrank riecht muffig – Nachsorge

Wenn der Grund für den üblen Geruch über einen längeren Zeitraum im Schrank wirken konnte, kann es aber vorkommen, dass er auch nach der gründlichen Reinigung noch etwas muffig riecht. Um dieses Problem in den Griff zu bekommen, genügt es zumeist, ein Duftbäumchen fürs Auto ein bis zwei Wochen in den Kleiderschrank zu hängen. Anschließend gilt es aber natürlich, die Geruchsbelästigung dauerhaft fernzuhalten. Neben den schon erwähnten Hausmitteln Essig und Zitrusfrüchten (wirken desinfizierend), haben sich vor allem Backpulver und Salz bewährt, um überschüssige Flüssigkeit in geschlossenen Räumen zu binden. Wer dabei noch Wert auf eine individuelle Duftnote legt, kann zudem etwas Lavendelöl auf die Textilien auftragen oder einfach ein leeres, geöffnetes Parfümfläschchen in eines der Fächer stellen.