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Luftbefeuchter bei Neurodermitis

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Neurodermitis ist eine chronisch entzündliche Hautkrankheit mit einer reduzierten Schutzfunktion der Haut. Oft ist die Haut des Erkrankten sehr trocken, was durch trockene Luft noch begünstigt wird. Deshalb kann man die Symptome lindern, indem man einen Luftbefeuchter bei Neurodermitis einsetzt, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen.

Symptome sind beispielsweise Rötungen und Juckreiz

Neurodermitis wird auch „atopisches Ekzem“ oder „atopische Dermatitis“ genannt. Als Atopie bezeichnet man die Neigung, auf eigentlich harmlose Umweltsubstanzen mit allergischen Reaktionen zu reagieren. Zu den Symptomen bei einem atopischen Ekzem können Juckreiz, Hautrötungen und -schwellungen sowie eine nässende und zugleich trockene Haut gehören, die aus der Umwelt kaum Feuchtigkeit aufnehmen kann. Darüber hinaus machen nässende Ekzeme es Keimen relativ einfach, in den Körper einzudringen. Und es gibt weitere mögliche Folgen der Erkrankung.

Juckreiz durch die trockene Haut führt bisweilen zu Schlafmangel.

Nicht zuletzt können Rötungen und Schwellungen an direkt sichtbaren Stellen des Körpers vom Erkrankten als ein beeinträchtigtes Aussehen empfunden werden. Im ungünstigsten Fall führt das zu psychischen Problemen.

Kinder sind häufiger von der Krankheit betroffen

Neurodermitis kommt bei Kindern häufiger vor als bei Erwachsenen, wobei in jedem Alter jederzeit Spontanheilungen möglich sind. Laut Angaben der Europäischen Stiftung für Allergieforschung (ECARF) leiden in Nordeuropa bis zu 25 Prozent der EinwohnerInnen an atopischer Dermatitis, während am Meer in Südeuropa nur etwa ein Prozent betroffen sind. In Deutschland, so die ECARF weiter, liegt der Anteil derjenigen, die an der Krankheit leiden oder gelitten haben, bei 10 bis 15 Prozent: 23 Prozent der Babys und Kleinkinder sind hierzulande betroffen, acht Prozent der Kinder im Schulalter und etwa zwei bis vier Prozent der Erwachsenen.

Kinder sind haeufiger von der Krankheit betroffen
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Neurodermitis: Ganz klar sind die Ursachen nicht!

Man weiß noch immer nicht ganz genau, wie das Zusammenspiel der Faktoren aussieht, durch die Neurodermitis entsteht. Ein Baustein beim Entstehen der Krankheit sind genetische Faktoren. Sie können dazu führen, dass die Hautbarriere-Funktion leidet und dass das Immunsystem auf Umweltreize überschießend reagiert. Die Hautbarriere, von der hier die Rede ist, besteht unter anderem aus Strukturelementen und einem Säureschutzmantel. Diese Barriere bietet Schutz vor Umweltfaktoren wie Krankheitskeimen und Hitze. Zudem sorgt sie dafür, dass dem Körper keine Feuchtigkeit und Wärme verlorengeht. Ist sie beeinträchtigt, entsteht durch den damit verbundenen Verlust von Feuchtigkeit die für die Krankheit so typische trockene Haut.

Neurodermitis tritt schubweise auf, wobei es bestimmte Auslöser (Trigger) gibt. Stress kann solch ein Trigger sein.

Infrage kommen darüber hinaus beispielsweise Infekte, sogenannte Irritantien wie bestimmte Seifen sowie Rußpartikel im Tabakrauch, Juckreiz auslösende Kleidung, mögliche Allergene wie Hausstaub und Pollen. Da eine niedrige Luftfeuchtigkeit ebenfalls zu den Triggern gehören kann, hilft bisweilen auch ein Luftbefeuchter bei Neurodermitis, weil solche Geräte eine zu trockene Raumluft bis zu einem akzeptablen Wert befeuchten.

Manchmal ist die Krankheit im Winter schlimmer

Auch die Jahreszeit kann Einfluss auf die Erkrankung haben, weil die Trockenheit der Haut beim Neurodermitiker im Winter manchmal noch gesteigert wird. Das kann geschehen, weil trockene Heizungsluft die Luftfeuchtigkeit weiter reduziert und damit unter Umständen indirekt den Juckreiz verschlimmert. Ganz allgemein ist eine sehr niedrige Luftfeuchtigkeit nicht gut für den menschlichen Körper.

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Neben der Haut kann sie beispielsweise die Schleimhäute und die Augen austrocknen. Luftbefeuchtung hilft dagegen. Mit einem Luftbefeuchter lässt sich die niedrige Luftfeuchte nämlich auf den empfohlenen Bereich von 40 bis 60 Prozent steigern. Damit entfällt einer der möglichen Auslöser der Krankheit.

Luftbefeuchter bei Neurodermitis: Sie reinigen auch die Raumluft!

Es gibt noch mehr Gründe, warum ein Luftbefeuchter bei Neurodermitis manchmal hilfreich ist. Er kann nämlich nicht nur die Raumluft befeuchten, sondern zusätzlich reinigen. Viele Geräte besitzen dafür beispielsweise einen Grobfilter, der grobe Fremdpartikel wie Hausstaub aus der Luft filtert.

Gehört Hausstaub zu den Triggern bei einem atopischen Ekzem, verringert die Filterfunktion die Zahl der Allergene in der Luft.

Aber manchmal reicht es bereits aus, die Luft zu befeuchten, um die Zahl solcher Allergene zu verringern. In feuchterer Luft sinken sie schneller zu Boden. Zusätzlich schwächt feuchtere Luft Viren wie beispielsweise Grippeviren. Da Infektionen ebenfalls zu den Triggern bei der atopischen Dermatitis gehören können, ist auch das ein möglicher positiver Effekt für den Erkrankten.

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Manche Luftbefeuchtungsgeräte können aber noch mehr. Einige besitzen neben der Technik zum Befeuchten der Luft und einem Grobfilter weitere Filtersysteme. So kann etwa ein Aktivkohle-Filterset die Raumluft selbst von kleinsten anorganischen Schwebeteilchen und Keimen befreien. Sind Keime Auslöser der Krankheit, hilft manch ein Luftbefeuchter bei einer Neurodermitis noch aus einem anderen Grund.

Luftbefeuchter B 300 auch zur Reinigung der Raumluft

Ist er mit einer UV-Entkeimung ausgestattet, lassen sich bestenfalls sowohl die einströmende Luft als auch das Wasser zur Befeuchtung der Luft und das Filtersystem im Gerät von Keimen befreien. Alternativ empfiehlt sich ein Luftreiniger.

Oft hilft nur ein ganzes Maßnahmenpaket

In der Regel ist ein ganzes Maßnahmenpaket sinnvoll, wenn man die Krankheit effektiv bekämpfen möchte. Vieles hängt davon ab, welche Trigger bei einem Erkrankten zu den Krankheitssymptomen führen. Medikamente wie kortisonhaltige Cremes beseitigen die Entzündungen auf der Haut und können den Juckreiz verringern, helfen aber nicht gegen die Ursachen. Luftbefeuchter sind oft eine gute Wahl, weil trockene Haut praktisch immer zur Krankheit gehört und der Befeuchter ein weiteres Austrocknen verhindert. Falls Irritantien wie bestimmte Seifen eine Rolle bei der Krankheit spielen, kann der Austausch von Pflegemitteln sinnvoll sein. Entscheiden sollte sich ein Erkrankter zudem für Hautpflege, die seinem Körper Fette und Feuchtigkeit spenden.

Medikamente wie kortisonhaltige Cremes beseitigen die Entzuendungen auf der Haut und konnen den Juckreiz verringern
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Möglicherweise ist darüber hinaus ein Austausch von Kleidung sinnvoll, weil raue Materialien oft am Körper scheuern. Und im Schlafzimmer könnte ein leiser Luftreiniger Erkrankte dabei unterstützen, die Luft von Allergenen zu befreien. Viele weitere Maßnahmen kommen eventuell infrage. Und wenn man mit medizinischen Fachleuten ein passendes Maßnahmenpaket ausarbeitet, lässt sich nicht selten gut mit der Krankheit leben. Für Erkrankte ist das eine gute Nachricht.