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Luftentfeuchter auf Baustellen

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Ein Bautrockner ist auf einer Baustelle oftmals sinnvoll. Mit dem Gerät wird der Luft Feuchtigkeit entzogen. Sie kann dadurch mehr Wasser aus der Bausubstanz aufnehmen, die dann schneller trocknet. Da sich in einem Neubau oder einer Bestandsimmobilie nach einem Wasserschaden häufig viel Feuchtigkeit in Wänden, Böden oder Decken befindet, ist ein Luftentfeuchter auf der Baustelle eine gute Möglichkeit, zeitsparend und kostengünstiger zu bauen oder zu sanieren. Der folgende Artikel beschäftigt sich deshalb mit Luftentfeuchtern und ihrem Einsatz auf dem Bau.

Feuchter Estrich und die Belegreife

Wie viel Wasser bei einer Neubaumaßnahme benötigt wird, hängt von vielen Faktoren ab, sodass pauschale Angaben schwierig sind. Allein bei einem neu verlegten Estrich eines 150 Quadratmeter großen Hauses müssen bisweilen aber durchaus über 1000 Liter Wasser aus dem Estrich entweichen, bevor er die Belegreife erreicht. Erst danach lassen sich obere Schichten aus Fliesen oder Parkett aufbringen. Belegreif ist er, wenn er bestimmte Feuchtigkeitswerte nicht mehr überschreitet. Möchte man Parkett verlegen, sollte der Feuchtegehalt zum Beispiel bei einem Zementestrich 2 Prozent und bei einem Calciumsulfatestrich 0,5 Prozent nicht überschreiten.

Frisch verlegter Estrich im Rohbau
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Messen kann man den Feuchtegehalt unter anderem mit einer sogenannten CM-Messung. Dabei wird dem Estrich eine Probe entnommen, die man mit Calciumcarbid mischt. So entsteht Azethylengas. Mithilfe des jeweils entstehenden Drucks lässt sich dann der Feuchtigkeitsgehalt des Estrichs feststellen. Neben dem Estrich können beispielsweise Innenputze eine Quelle für überschüssige Feuchtigkeit sein. Möglicherweise wird das unfertige Mauerwerk auch durch Starkregen feucht oder es entstehen Wasserpfützen auf dem Fundament, die durchs Mauerwerk sickern.

Diese Feuchtigkeit muss ebenfalls – zumindest teilweise – aus der Bausubstanz heraus, ehe man am Mauerwerk weiterarbeiten kann.

Im Bestandsbau dringt Wasser beispielsweise durch defekte Wasserrohre, Hochwasser oder Starkregen bei einer nicht intakten Gebäudehülle in die Bausubstanz. In solchen Fällen ist es natürlich erst einmal wichtig, die Ursache für die Feuchte zu finden und zu beseitigen. Bevor man anschließend weiterarbeitet, muss die durchfeuchtete Bausubstanz dann unter Umständen erst einmal trocknen.

Wasserschadenbeseitigung mit Trockner und Geblaese
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Grundsätzlich gilt: Immer dann, wenn überschüssiges Wasser bei einer Baumaßnahme im Spiel ist, ist Trocknung ein Thema. Und solch eine Trocknung kann dauern. Bei einem frisch verlegten Calciumsulfatestrich im Neubau veranschlagt man 28 Tage, sofern die Trocknung nicht durch technische Verfahren beschleunigt wird. Bis die Bausubstanz eine minimale Restfeuchte erreicht, dauert es oft noch deutlich länger.

Wer Bauzeiten verkürzt, spart oft Geld

Oftmals sind möglichst kurze Trocknungszeiten auf Baustellen bares Geld wert, weil beschleunigtes Arbeiten in der Regel weniger Kosten bedeutet. Allerdings ist immer eine gute Kostenanalyse sinnvoll. Wer Trocknungszeiten auf dem Bau reduzieren will, kann das unter anderem durch eine veränderte Materialauswahl tun.

Installation von Fliessestrich im Rohbau
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Statt feuchter Fließestriche wählt man dann beispielsweise Trockenestrich. Er ist aber teurer und die Mehrkosten amortisieren sich nicht immer durch die verkürzte Bauzeit. Das gilt besonders, weil sich auch beim Fließestrich die Zeit bis zur Weiterbearbeitung verkürzen lässt. Hilfreich sind dafür Luftentfeuchter.

Warum ein Luftentfeuchter auf der Baustelle sinnvoll ist

Luftentfeuchter entfeuchten die Bausubstanz auf Baustellen nicht direkt. Sie reduzieren stattdessen die Luftfeuchtigkeit der Umgebung und entfeuchten damit indirekt Wände, Decken und Böden, weil trockenere Luft mehr Wasser aus ihrer Umgebung aufnehmen kann. Ergänzen lässt sich die Arbeit mit dem Bautrockner in einem bereits mit Fenstern und Türen ausgestatteten Bau durch Heizen und Lüften.

Lüften ist immer dann sinnvoll, wenn die Luftfeuchtigkeit innen höher ist als außen. Dann bringt der Luftaustausch beim Lüften trockenere Luft nach innen, während feuchtere Luft entweicht.

Heizen ist deshalb eine sinnvolle Maßnahme, weil warme Luft mehr Wasser aufnehmen kann als kältere.

Was man bei der Bautrocknung beachten sollte

Oft ist eine Kombination verschiedener Maßnahmen am besten geeignet, um das Trocknen von Beton zu beschleunigen. In jedem Fall sollte man mit Sachverstand arbeiten, da zu schnelles Trocknen eventuell Risse in der Bausubstanz entstehen lässt. Wichtig ist es unter anderem, nicht zu früh mit der Bautrocknung zu beginnen. Soll ein Estrich getrocknet werden, empfehlen Experten eine Wartezeit von zwei Wochen, bevor ein Bautrockner eingesetzt wird.

Rohbau mit Bautrockner
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Darüber hinaus empfehlen sie, den Luftentfeuchter auf der Baustelle in einem Abstand von mindestens zwanzig Zentimetern von den Wänden aufzustellen, um eine ausreichend gute Luftzirkulation zu gewährleisten. Achten sollte man nicht zuletzt auf eine geeignete Leistungsstärke des Geräts sowie darauf, dass es bei den auf der Baustelle herrschenden Temperaturen einsetzbar ist.

Diese Luftentfeuchter helfen auf der Baustelle

Lufttrockner auf der Baustelle müssen in der Regel besonders leistungsfähige Geräte sein. So schafft es der Bautrockner Dehumid BT zum Beispiel, ungefähr 1.000 Kubikmeter Raumluft pro Stunde zu entfeuchten. Die konkrete Entfeuchtungsleistung hängt aber von der jeweiligen Temperatur und dem Feuchtegehalt der Raumluft ab. Bei 60 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit und 25 Grad Celsius liegt sie beim Dehumid BT bei etwa 36 Litern pro Tag.

bautrockner-dehumid-bt

Beträgt die Temperatur dagegen 30 Grad Celsius und die relative Luftfeuchtigkeit 80 Prozent, steigt die maximale Entfeuchtungsmenge auf 80 Liter pro Tag. Zum Vergleich: Das deutlich kleinere Gerät Dehumid 9 bringt es nur auf ungefähr 10,5 Liter täglich bei 25 Grad Celsius und bei einem Feuchtigkeitswert der Luft von 80 Prozent.

luftentfeuchter-dehumid-9

Einsetzbar ist der Bautrockner Dehumid BT in einem Temperaturbereich von 0 bis 35 Grad Celsius. Möglich ist der Einsatz des Geräts bei derart niedrigen Temperaturen durch die integrierte Heißgasabtauung. Durch sie friert die Technik bei niedrigen Raumtemperaturen nicht ein. Allerdings muss man sich stets bewusst sein, dass der Luftentfeuchter auf der Baustelle bei sehr niedrigen Plustemperaturen nicht mehr so leistungsstark ist wie bei einer wärmeren Temperatur. Die Bautrocknung dauert also an kühlen Herbst- und Wintertagen meistens länger.