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Luftfeuchtigkeit durch Pflanzen erhöhen

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Kann man die Luftfeuchtigkeit durch Pflanzen steigern? Diese Frage lässt sich grundsätzlich mit einem „ja“ beantworten. Um sehr trockene Luft in größeren Räumen ausreichend zu befeuchten, reichen Pflanzenarten jedoch in der Regel nicht aus. Oft sind zusätzlich Luftbefeuchter nötig. Umgekehrt kann es in Extremfällen aber auch passieren, dass aufgrund einer unter anderem durch Pflanzen zu stark erhöhten Luftfeuchtigkeit Luftentfeuchter nötig werden.

Wie Pflanzen das Raumklima beeinflussen!

Nahezu alle Pflanzenarten beeinflussen das Raumklima, das durch Faktoren wie Lufttemperatur, Luftfeuchtigkeit und Luftqualität bestimmt wird. So können Zimmerpflanzen der Raumluft Kohlendioxid entziehen, sodass der relative Sauerstoffanteil in der Luft steigt. Aber Achtung: Das ist tagsüber der Fall, wenn ausreichend Licht für die Photosynthese vorhanden ist. Dann nimmt die Pflanze zwar sowohl Sauerstoff wie Kohlendioxid auf. Sie produziert aber auch Sauerstoff, sodass die Sauerstoffbilanz positiv ist. Nachts stoppt die Photosynthese aber in der Regel, weshalb auch die Sauerstoffbilanz meistens negativ wird. In dieser Zeit sind Zimmerpflanzen keine Garanten für eine erhöhte Sauerstoffzufuhr.

Efeu
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Einige Pflanzen sind zusätzlich in der Lage, Schadstoffe zu filtern, die beispielsweise aus Möbeln und Teppichen entweichen. So können sie das Raumklima verbessern. Einen Beleg dafür lieferte die Technische Universität Sydney im Rahmen einer Studie.

Während der Studie konnten Zimmerpflanzen wie Efeu und Philodendron die Belastung der Raumluft mit Schadstoffen um 50 bis 70 Prozent reduzieren.

Das Ergebnis wird umso besser, je mehr geeignete Pflanzen sich im Raum befinden.

Pflanzen steigern die Luftfeuchtigkeit

Neben den bisher genannten Vorteilen lässt sich auch die Luftfeuchtigkeit durch Pflanzen erhöhen. Zimmerpflanzen geben nämlich bis zu über 90 Prozent des Wassers, mit dem sie gegossen werden, wieder ab. Dies geschieht über die sogenannten Stomata. Das sind winzige Öffnungen in der Oberhaut der Pflanzenblätter. Doch nicht alle Pflanzen beeinflussen das Raumklima in derselben Weise durch die Abgabe von Feuchtigkeit. Besonders gut dafür geeignet sind Pflanzenarten mit großen Blättern. Sie besitzen eine große Fläche, über die sie Feuchtigkeit in die Umgebung abgeben. Beispiele für solche Pflanzenarten sind der Ficus, der Nestfarn sowie die Zimmerlinde.

Zimmerlinde
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5 % mehr Luftfeuchtigkeit sind möglich

Laut eines Artikels vom Norddeutschen Rundfunk (NDR) aus dem Oktober 2017 kann man die Luftfeuchte mit Zimmerpflanzen immerhin um bis zu 5 Prozent erhöhen. Die tatsächliche Höhe hängt allerdings vom Gießverhalten ab, da die Pflanze natürlich nur abgeben kann, was sie zuvor bekommen hat.

Thermo-HygrometerEtwas Grünes in der Wohnung ist bisweilen nicht genug

Die Steigerung der Luftfeuchtigkeit durch Zimmerpflanzen ist also durchaus beachtlich, aber bisweilen nicht genug. Die relative Luftfeuchte in Wohnräumen sollte im Allgemeinen bei 40 bis 60 % liegen. Sie beschreibt die Feuchtigkeit in der Luft im Verhältnis zur maximalen Luftfeuchtigkeit, die die Luft aufnehmen könnte.

Und sie hängt auch von der Lufttemperatur ab, da wärmere Luft mehr Feuchtigkeit aufnehmen kann als kältere.

Wann professionelle Klimatechnik nötig wird

Gerade in der winterlichen Heizperiode kann die relative Luftfeuchte deutlich unter den optimalen Bereich sinken. Dann reicht es nicht aus, alleine mit Pflanzen das Raumklima etwas zu verbessern. Sinkt die Luftfeuchte häufig deutlich unter den unteren Grenzwert, sollte man über einen Luftbefeuchter nachdenken. Das kann auch vorteilhaft für die Pflanze sein. Bei niedriger Luftfeuchte kann es nämlich zu einer überhöhten Verdunstung durch die Blätter kommen, die dann zu einer Austrocknung und Schrumpfung der Blätter führt.

Luftbefeuchter fuer Wohnraeume Luftbefeuchter nach dem Verdunstprinzip

Luftbefeuchter reichern die Luft im Allgemeinen mit mehr Feuchtigkeit in kürzerer Zeit an. So kommt beispielsweise bereits ein kleiner Befeuchter wie der Brune B 120 auf eine Verdunstungsleistung von bis zu 900 g/h bei 25°C und 20% relativer Luftfeuchtigkeit. Und größere Geräte schaffen durchaus 1,4 oder gar 2,6 Liter/Stunde bei vergleichbaren Verhältnissen. Zusätzlich gibt es Daten über die maximale Größe des Raums, der durch den jeweiligen Befeuchter ausreichend mit Feuchtigkeit angereichert werden kann. Die Bandbreite reicht hier von 130 m³ bis zu etwa 900 m³.

Botanisches Wohnzimmer
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Auch Luftreiniger

Wie einige Pflanzenarten sind Luftbefeuchtungsgeräte in der Lage, die Luft von einer Reihe von Schadstoffen zu befreien. Das geschieht einerseits durch die Befeuchtung automatisch. Organische Schadstoffe wie Viren sind bei höherer Luftfeuchte außerdem weniger ansteckend als bei trockener Luft, schon allein da sie schneller zu Boden sinken. Zusätzlich haben viele Befeuchtungsgeräte zumindest einen Grobfilter, der eingesaugte Luft von größeren Fremdpartikeln befreit. Manche sind darüber hinaus mit einer UV-Entkeimung und/oder einem Aktivkohlefilterset ausgestattet, das noch deutlich feinere Partikel aus der Luft filtert. Ergänzend oder alternativ empfiehlt sich auch ein Luftreiniger, der gleichsam die Luft befeuchtet.

Luftreiniger inklusive Silberionisierung und Sommer-Filterset Luftreiniger inklusive Sommer-Filterset

Macht das Zimmerpflanzen überflüssig? Nein, denn Pflanzen sehen gut aus, bereichern das Wohndesign und können das seelische Wohlbefinden steigern. Zudem gilt: Wenn Befeuchter zusammen mit diversen Pflanzen das Raumklima und die Luftqualität verbessern sowie die Luftfeuchtigkeit erhöhen, ist das doppelt effektiv und oft doppelt gut. Zuletzt sorgen Sie natürlich für ein Plus an Sauerstoff.

Zimmerpflanzen kann man nicht abschalten

Bei Luftbefeuchtern kommt im Vergleich zur Zimmerpflanze ein Vorteil hinzu. Bei der Pflanze lässt sich die Feuchtigkeitsabgabe nur in geringem Maß steuern.

Hygrostat mit WandbefestigungDagegen kann man ein Befeuchtungsgerät mit einem Funkhygrostat verbinden. Der Befeuchter springt dann nur an, wenn der Funkhygrostat einen Wert misst und an den Befeuchter sendet, der unter dem eingestellten Soll-Wert liegt. So lässt sich die Feuchtigkeitsabgabe bedarfsorientiert regeln.

Ein kleines Fazit

Man kann die Luftfeuchtigkeit mit Pflanzen steigern. Bei größeren Räumen verändern Pflanzen das Raumklima aber nur dann in relevanter Weise, wenn es mehrere und größere Pflanzen sind. Größere Befeuchtungsaufgaben lassen sich nur selten alleine mit Zimmerpflanzen bewerkstelligen. In seltenen Fällen können die Zimmerpflanzen die Luftfeuchte aber dann doch so steigern, dass es bereits zu viel wird und man über einen Luftentfeuchter nachdenken sollte. Das ist aber eher ein Ausnahmefall.