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Welche Luftfeuchtigkeit bei Erkältung

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Angesichts der Covid-19-Pandemie wird über die klassische Erkältung nicht mehr allzu häufig geredet. Dabei kann man mit ihr viel über Einflussfaktoren lernen, die verschiedenste Infektionskrankheiten seltener auftreten lassen. Das Raumklima und speziell die Luftfeuchtigkeit spielen bei solchen Versuchen eine nicht unerhebliche Rolle. Aber welche Luftfeuchtigkeit kann bei Erkältung als Prophylaxe dienen und eine möglichst schnelle Genesung begünstigen?

Erkältung: Was ist gemeint?

Spricht man von einer Erkältung, meint man damit eine Infektionskrankheit, die die oberen Atemwege betrifft. Zu den Symptomen können Husten, Halsschmerzen sowie eine verstopfte Nase, aber auch Schnupfen gehören, also ein verstärkt auftretendes Nasensekret. Bisweilen gilt der Schnupfen als derart typisch für eine Erkältung, dass er im Alltag als Synonym für die gesamte Erkrankung verwendet wird. Man sagt dann etwa, dass man Schnupfen hat, dass man Schnupfen verhindern oder Schnupfen lindern möchte.

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Ob und wie stark ein Schnupfen bei einer Erkältung auftritt, ist aber individuell. Ein weiterer Name ist grippaler Infekt. Er zeigt einerseits, dass die Symptome der Erkältung bisweilen der Grippe ähneln, obwohl die Grippe eine gänzlich andere Erkrankung ist.

Erkältung, Grippe, Covid-19?

Eine Erkältung klingt häufig von selbst irgendwann ab. Trotzdem ist Vorsicht angebracht, nicht zuletzt, weil es sich insbesondere beim Auftreten stärkerer Symptome auch um gefährlichere Krankheiten wie Grippe und Covid-19 handeln könnte. Es gibt tendenziell aber Unterschiede zwischen den Symptomen der Krankheiten. So weist die Deutsche Apotheker Zeitung (DAZ) in einem Artikel vom 17. November darauf hin, dass trockener Husten zu den häufigsten Covid-19-Symptomen gehört. Er kommt jedoch auch bei einer Grippe (Influenza) vor, seltener bei einer Erkältung.

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Eine Grippe tritt häufig sehr plötzlich auf, während sich eine Erkältung oft „anbahnt“. Kurzatmigkeit, Atemnot und Geruchsverlust seien wiederum bei einer Corona-Infektion „wesentlich häufiger“ als bei den anderen beiden Erkrankungen, heißt es in der DAZ weiter. Aber Achtung: Im Zweifelsfall sollte man solche Informationen nicht als Basis für eine Laiendiagnose nutzen, sondern medizinisch abklären lassen, um welche Krankheit es sich handelt.

Erkältet durch schlechte Luft: Ist das möglich?

Bisweilen hört man, dass eine Erkältung durch schlechte Luft entstanden ist. Das ist so nicht richtig. Erkältungskrankheiten entstehen durch Viren. Allerdings kann die Sache mit der Erkältung durch schlechte Luft indirekt auch nicht ganz falsch sein. Gutes oder schlechtes Raumklima steigert oder senkt eventuell die Wahrscheinlichkeit, zu erkranken. Hier spielt die Luftfeuchtigkeit eine relativ große Rolle, weil sehr trockene Luft Infektionen wahrscheinlicher macht und manche Symptome verschlimmert.

  • Feinste Tröpfchen mit Viren (Aerosole) schweben in trockener Luft in der Regel länger als in feuchter. Sie können dadurch länger eingeatmet werden und haben eine erhöhte Chance, ihre schädliche Wirkung im menschlichen Körper zu entfalten.
  • Darüber hinaus kann trockene Raumluft dazu beitragen, dass die Schleimhäute in den oberen Atemwegen austrocknen und ihre wichtige Funktion im menschlichen Abwehrsystem weniger gut wahrnehmen können.
  • Trockene Schleimhäute führen oft dazu, dass wir uns schlecht fühlen. Sie können ein erstes Indiz für eine bevorstehende Erkältung sein.

Teil der körpereigenen Abwehr: Schleimhäute

Schleimhäute in Bereichen wie der Nase bestehen aus einer Vielzahl von Flimmerhärchen und einigen schleimbildenden Zellen. Sie befeuchten die Schleimhaut und bilden mit ihrem Schleim zugleich eine Art haftenden Film.

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Er stoppt Viren und andere Kleinteile wie Pilzsporen oder Bakterien auf ihrem Weg tiefer ins Körperinnere. Die feinen Härchen transportieren die Fremdkörper dann in den Rachen. Anschließend gelangen sie von dort nach außen oder in den Magen, wo sie neutralisiert werden.

40 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit sind gut

Generell gelten in den meisten Wohnräumen sowie in Büros 40 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit als ideal. Viel höher sollte die Luftfeuchtigkeit nur in Ausnahmefällen und nur relativ kurz ansteigen. Viel tiefere Werte sind unter anderem aus den bereits genannten Gründen ebenfalls nicht gut.

Wer im Normalbereich bleibt, vergrößert seine Chance, einer Erkältung vorzubeugen und einen Schnupfen zu verhindern.

Damit ist allerdings noch nicht die Frage beantwortet, welche Luftfeuchtigkeit bei Erkältung herrschen sollte, also wenn die Krankheit einen bereits getroffen hat. Im Prinzip gilt hier allerdings dasselbe: 40 bis 60 Prozent Luftfeuchtigkeit sind bei Erkältung ebenfalls gute Orientierungswerte, wobei man sich eher am oberen als am unteren Limit bewegen sollte. Dies begünstigt funktionierende Schleimhäute und führt dazu, dass wir uns während des Auskurierens etwas wohler fühlen.

Gutes Raumklima ist auch für die Genesung wichtig

Das sollte man sich letztlich immer vor Augen führen: Die raumklimatischen Bedingungen sind nicht nur wichtig, um Schnupfen zu verhindern. Sie sind auch hilfreich, wenn einen bereits die laufende oder verstopfte Nase plagt. Die passende Luftfeuchtigkeit kann in solchem Fall dazu beitragen, Symptome wie Schnupfen zu lindern.

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Und sie kann auch indirekt positiv wirken. So schaffen etwa eine nicht zu hohe Raumtemperatur und nicht zu trockene Raumluft gute Bedingungen für erholsamen Schlaf. Und solch ein Schlaf gehört zu den Faktoren, die die Genesung ebenfalls beschleunigen und bestenfalls Symptome wie eine verstopfte Nase, Husten oder Schnupfen lindern kann.

Luftfeuchtigkeit sollte man messen und bisweilen regulieren

Weil die Frage, welche Luftfeuchtigkeit bei Erkältung guttut, keine ganz unwichtige ist, empfiehlt sich der Kauf eines Thermo-Hygrometers, der zugleich die Temperatur und die Luftfeuchtigkeit im Raum misst.

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Findet man durch Messungen heraus, dass die Feuchtigkeitswerte oft unter den optimalen Bereich von 40 bis 60 Prozent rutschen, sind mehrere Maßnahmen denkbar:

  • Im Winter kann man den jeweiligen Raum etwas weniger aufheizen, sofern man sich auch bei den geringeren Temperaturen noch wohlfühlt. Mit sinkender Raumtemperatur steigt tendenziell die relative Luftfeuchtigkeit (relativ zur Speicherkapazität der Luft).
  • Man kann Feuchtigkeitsspender wie einen kleinen Luftbefeuchter einsetzen, den man an den Heizkörper hängt und mit Wasser füllt. Als weitere Feuchtigkeitsspender kommen einige Zimmerpflanzen, Aquarien und/oder trocknende Wäsche infrage.
  • Ein elektrischer Luftbefeuchter kann darüber hinaus Feuchtigkeit spenden, wenn die bisher genannten Maßnahmen nicht ausreichen.

Für einzelne Räume im Privathaushalt eignen sich elektrische Geräte wie der B 125 von Brune. Für größere Räume kommen Luftbefeuchter wie der B 280 infrage. Möglich ist bei professioneller Klimatechnik auch ein permanenter Anschluss ans Wassernetz, sodass der Wassertank nicht manuell nachgefüllt werden muss.

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Allerdings sollte man sich dann zusätzlich für gute Sicherheitstechnik entscheiden, die im Falle eines Lecks die Wasserzufuhr stoppt und/oder schlimmere Schäden verhindert. Die hier genannten Maßnahmen kann man natürlich auch zu einem Maßnahmen-Mix kombinieren.

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Man sollte sich bei alledem aber bewusst sein, dass sie keinen sicheren Schutz vor einer Erkältung bieten. Sie können das Erkältungsrisiko jedoch in Kombination mit anderen Maßnahmen wie ausreichend warmer Kleidung und guter Handhygiene reduzieren. Und das ist bereits viel wert.