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Luftfeuchtigkeit im Bad

« Das Badezimmer richtig entfeuchten »

Ein heißes Vollbad lädt zum Entspannen ein und regeneriert die Seele. Der sich dabei in die Luft erhebende Wasserdampf verstärkt den Effekt nachhaltig. Er verursacht aber ebenso erhöhte Luftfeuchtigkeit im Bad. Das kann gravierende Folgen nach sich ziehen.

Gefahr liegt in der Luft

Zunächst sei auf das potenzielle Auftreten einheimischer Schimmelpilze verwiesen, obwohl das Badezimmer auf den ersten Blick nicht als geeigneter Lebensraum erscheint: Jede Menge Keramik, die regelmäßige Anwendung aggressiver Putzmittel und ungünstige Lichtverhältnisse wirken wirklich nicht sehr einladend. So führt der Pilz im Badezimmer in der Tat ein Nischendasein und wird gerade deswegen häufig erst spät entdeckt.

Schimmel in der Badewanne - Luftfeuchtigkeit im Bad
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Alles was er zum Wachsen benötigt, sind Temperaturen jenseits der 10-Grad-Marke, genügend Sauerstoff und Feuchtigkeit in der Luft plus ein geeignetes Nährmedium auf natürlicher oder mineralischer Basis. Da begnügt er sich zur Not auch schon mal mit freiliegendem Mörtel und Wandfarben, denen organische Harze zur besseren Haltbarkeit beigemischt wurden. Der Schimmel setzt sich im Bad daher häufig zunächst an der Zimmerdecke fest. Die Ausblühungen produzieren schon nach wenigen Tagen zahlreiche Sporen und reichern die Zimmerluft unaufhörlich damit an. So lassen sich in einem Kubikmeter bis zu 3.000 Sporen registrieren. Knapp 25 Prozent der Bevölkerung sind allergisch auf Schimmel und reagieren darauf mit

  • Reizungen der Schleimhäute
  • Asthma
  • Schnupfen
  • Husten
  • Verdauungsproblemen
Frau mit Asthma Spray - Luftfeuchtigkeit im Bad kann Schimmel befördern
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Die Luftfeuchtigkeit im Bad repräsentiert demnach einen entscheidenden Faktor für unsere Gesundheit. Sie pendelt sich im Idealfall bei 50 Prozent ein. Beim Duschen und Baden wird jedoch so viel Wasserdampf freigesetzt, dass sie auf bis zu 80 Prozent hochschnellt.

Zeit zum Lüften

Um dem entgegenzuwirken, bedarf es nur weniger Handgriffe. So müssen die Fenster im Badezimmer nun für 10-15 Minuten geöffnet werden. Der Luftaustausch lässt sich besonders rasch realisieren, wenn ein dem Bad gegenüberliegendes Fenster zusätzlich offensteht. Dadurch entsteht ein Durchzug und die Luftfeuchtigkeit wird innerhalb weniger Minuten reguliert. Wer sich hierbei etwas unsicher fühlt, kann den Prozess anfangs mithilfe eines digitalen Hygrometers überwachen. Die nützlichen Sensoren messen die Luftfeuchtigkeit im Raum und vermitteln so schnell ein Gefühl für den Bedarf an frischer Luft. Mit dieser Methode kann man quasi nichts falsch machen. Einzige Ausnahme: Bei sehr niedrigen Außentemperaturen sträubt sich der gesunde Menschenverstand dagegen, die Fenster bis zum Anschlag zu öffnen und tendiert lieber zum Kipp-Modus. Leider verschiebt sich die Dauer des Luftaustausches hierdurch erheblich und kann mehrere Stunden in Anspruch nehmen. Die Luftfeuchtigkeit im Bad ist aber möglichst schnell zu regulieren, um zu vermeiden, dass sie sich im Mauerwerk festsetzt.

Bad mit offenem Fenster - Luftfeuchtigkeit im Bad vermeiden
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Technikbegeisterte Eigenheimbesitzer werden indessen automatische Lüftungsanlagen präferieren. Sie erfüllen im Wesentlichen denselben Zweck wie manuelles Lüften, reagieren dabei aber auf mehrere Parameter. So werden hier neben der Luftfeuchtigkeit auch die Raumtemperatur und der Kohlenstoffdioxidgehalt in der Luft detektiert. Bei Bedarf schaltet sich die Anlage dann automatisch zu und führt die Abluft über den Kamin oder einen eigens angelegten Kanal aus dem Gebäude.

Die Problematik ist damit eigentlich umfassend gelöst. Die Einschränkung bezieht sich auf den Umstand, dass deutsche Architekten dem Bad nicht immer genügend Aufmerksamkeit widmen. Vor allem in Mehrfamilienhäusern ist es daher häufig der Fall, dass sich dort keine Möglichkeit zum Lüften befindet.

Kleines Bad - Luftfeuchtigkeit im Bad vermeiden
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Wenn sich kein Fenster im Bad befindet

Badezimmer ohne Fenster machen die Aufgabe natürlich nicht einfacher. Dennoch stehen noch immer zwei Optionen zur Auswahl, um die Luftfeuchtigkeit im Bad abzusenken. Das bezieht sich zunächst auf altbewährte Hausmittel. Körnige Minerale wie Salz und Quarzsand filtern Feuchtigkeit aus der Raumluft. Drei bis vier Schüsseln davon reichen aus, um die Luftfeuchtigkeit im Bad merklich zu verringern. Eine offene Plastikwanne mit Katzenstreu erfüllt denselben Zweck. Es gilt allerdings zu berücksichtigen, dass diese Materialien regelmäßig ausgetauscht werden müssen und die Luftfeuchtigkeit im Bad nicht so schnell absenken können wie elektrische Luftentfeuchter.

Luftentfeuchter Dehumid 9

In schwerwiegenden Fällen geraten Hausmittel sogar an die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit. Dann verbleibt nur noch die Option, die Tür zum Bad dauerhaft offenstehen zu lassen, damit sich die Feuchtigkeit in der restlichen Wohnung verteilt. Das kann in Altbauten sogar ganz nützlich sein, da die Luftfeuchte dort tendenziell zu niedrig ist. Ein im Badezimmer installierter Umluftventilator wird den Prozess zusätzlich beschleunigen. Damit hat man dann aber schon beinahe einen der modernen Luftentfeuchter nachgebaut.

Zeit zum Aufrüsten

Was dort noch dazukommt, sind die kleinen Extras und die höhere Leistungsfähigkeit. So sind heutige Luftentfeuchtungsgeräte grundsätzlich mit Filteranlagen und programmierbaren Steuerungen versehen. Einige der kostspieligen Modelle kann man sogar per App justieren. Ihre Funktionsweise unterscheidet sich nur unwesentlich von fest installierten Lüftungen. So greifen sie ebenfalls auf Sensordaten zu, um die Luftqualität im Raum zu ermitteln. Bei Unter- oder Überschreiten der voreingestellten Grenzwerte startet der Lüftermotor, wodurch ein starker Luftstrom ins Geräteinnere gesaugt wird. Selbst die kleineren Modelle filtern hiermit etwa 200 Kubikmeter Luft pro Stunde, sodass das Bad in wenigen Minuten entfeuchtet wird.

Dieser Vorgang kann auf sehr verschiedenen Wegen erfolgen. Die Variante mit absorbierenden Materialien war um die Jahrtausendwende weit verbreitet, kommt heute aber nur noch vereinzelt zum Tragen. Inzwischen operieren die Entfeuchter zumeist auf der Basis des Kondensationsprinzips. Dahinter verbirgt sich nichts anderes als die Eigenschaft gasförmiger Wassermoleküle, die an kalten Oberflächen haften und dadurch wieder flüssig werden. An einem heißen Sommertag lässt sich der Effekt sehr gut an eisgekühlten Getränken beobachten. Dasselbe geschieht innerhalb des Entfeuchters, allerdings sehr viel schneller und mithilfe chemischer Kühlmittel. Das Wirkungsprinzip des Entfeuchters gleicht damit dem von heutigen Kühlschränken und Klimaanlagen, wenn auch in einem deutlich kleineren Rahmen.

Daraus lassen sich wiederum die wesentlichen Vorteile der Technik ableiten: Entfeuchter sind mobil einsetzbar, also nicht auf einen einzelnen Raum beschränkt. In der Anschaffung kommen sie merklich günstiger daher als fest installierte Lüftungsanlagen. Darüber hinaus wirken hier nur wenige bewegliche Teile, sodass sie recht wartungsarm arbeiten. Es muss lediglich darauf geachtet werden, den Auffangbehälter regelmäßig zu entleeren. Und natürlich muss der Filter von Zeit zu Zeit ausgetauscht werden. Der durchschnittliche Stromverbrauch wirkt sich hingegen nachteilig aus: Er liegt um etwa 50 Prozent über dem stationären Lüfter.

Moderne Luftbefeuchter sind unkompliziert und effektiv
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Die Gesundheit ist unser höchstes Gut

Ob man sich also fürs manuelle Lüften oder eines der elektrischen Luftentfeuchtungsgeräte entscheidet, ist letztlich eine Frage des persönlichen Geschmacks und auch ein wenig von der Größe des Geldbeutels abhängig. Entscheidend ist in allen Fällen, dass man die ursprüngliche Zielsetzung nicht aus den Augen verliert, die da lautet: Die Reduktion der Luftfeuchtigkeit darf nicht zulasten der Gesundheit gehen. Das kann schnell geschehen, wenn man etwas zu übereifrig agiert und schon während des Duschens kühle Luft ins Bad leitet. Der menschliche Organismus kann in diesem Zustand Krankheitserregern aller Art nur wenig Widerstand entgegenbringen. So gilt es trotz der latenten Schimmelgefahr besonnen zu handeln und die erhöhte Luftfeuchtigkeit im Bad nicht zu dämonisieren.