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Wie hoch sollte die Luftfeuchtigkeit im Haus sein?

Gute Feuchtigkeitswerte der Luft tragen zu einem vorteilhaften Raumklima in einem Haus bei: Die Bewohner fühlen sich wohl und ihr Erkrankungsrisiko sinkt. Die Optimalwerte für Luftfeuchtigkeit im Haus sind jedoch nicht in allen Räumen gleich. Das liegt nicht zuletzt an unterschiedlichen Bedingungen fürs Raumklima. Der folgende Artikel beschäftigt sich mit diesen Rahmenbedingungen, mit optimalen Feuchtigkeitswerten und den Möglichkeiten, sie zu erreichen.

Wovon hängt die Luftfeuchtigkeit im Haus ab?

Um zu verstehen, weshalb in verschiedenen Räumen eines Hauses oftmals sehr unterschiedliche Raumbedingungen für Luftfeuchtigkeit herrschen, ist ein Blick auf die Einflussfaktoren wichtig. Beeinflusst wird die relative Feuchtigkeit zum Beispiel von der Raumtemperatur. Je kälter Raumluft ist, desto weniger Wasser kann sie speichern. Deshalb steigt bei derselben Menge Wasser die relative Luftfeuchte (relativ zur maximalen Speicherkapazität), wenn die Lufttemperatur sinkt. Umgekehrt sinkt der relative Feuchtigkeitswert bei steigender Temperatur.

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Ein weiterer Einflussfaktor ist der Luftaustausch zwischen Innen und Außen. Hier kommt es darauf an, wie oft gelüftet wird und welchen Feuchtigkeitsgrad die einströmende Luft besitzt. Im Winter ist die Außenluft beispielsweise tendenziell trocken. An schwülen Sommertagen sorgt ein Luftaustausch dagegen eher dafür, dass es in den Räumen feuchter wird. Ein weiterer Einflussfaktor kann die Bausubstanz sein.

Hier geht es unter anderem um überschüssiges Wasser, das häufig nach einer Massivbauphase in Wänden und Decken von Neubauten gespeichert ist.

Es geht darüber hinaus darum, wie sehr die Bausubstanz als ein Puffer wirkt, der Wasser aus Innenräumen speichern und abgeben kann. Und es geht darum, wie sehr die Bauhülle Innenräume abschottet. Ist die Bauhülle tendenziell löchrig, steigert das den Feuchtigkeitsaustausch zwischen dem Hausinneren und der Umgebung. Ist sie aufgrund hervorragender Dämmung sehr dicht, kann Feuchtigkeit aus dem Hausinneren ohne ein gutes Lüftungskonzept eventuell schlecht entweichen.

Beschlagenes Fenster bei hoher Luftfeuchtigkeit
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Nicht zuletzt spielen hausinterne Feuchtigkeitsquellen eine Rolle: Menschen sind solch eine Quelle. Laut Broschüre „Gesünder wohnen – aber wie?“ des Umweltbundesamtes gibt jeder Mensch 40 bis 300 Gramm Wasser pro Stunde an die Umgebung ab. Hunde und Pflanzen sind ebenfalls Feuchtigkeitsquellen im Haus. Hinzu kommen unter Umständen kochendes Wasser auf dem Herd sowie volle Badewannen, laufende Duschen und Waschmaschinen, trocknende Wäsche, Aquarien und Geschirrspüler.

Unterschiedliche Räume haben unterschiedliche Optimalwerte

Gerade Beispiele wie das kochende Wasser auf dem Herd zeigen, dass die Konditionen für die Luftfeuchte in unterschiedlichen Räumen eines Hauses nicht gleich sind. Der Herd ist nun einmal ein typisches Küchengerät. Das Besondere der Räume wirkt sich auch auf die Empfehlung für Optimalwerte aus. In Wohn- und Arbeitszimmern liegen diese Werte ebenso bei 40 bis 60 Prozent relativer Luftfeuchtigkeit wie im Schlafzimmer.

Im Schlafzimmer ist die Luft oft kuehler
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Aber Achtung: Im Schlafzimmer ist die Luft oft kühler und kann deshalb weniger Feuchte speichern. Laut Umweltbundesamt reichen im Wohnzimmer meistens 20 bis 22 und im Schlafzimmer 17 bis 18 Grad Celsius. Kühlt sich Raumluft im Schlafzimmer ab, steigt ihr relativer Feuchtigkeitswerte eventuell alleine dadurch über die Optimalwerte.

Bad

Im Bad gibt es mit Dusche, Toilette und/oder Badewanne besonders starke Feuchtigkeitsquellen. Das wird auch bei den Optimalwerten berücksichtigt. 50 bis 70 Prozent werden beispielsweise von Energieversorgern als normal bezeichnet.

Küche

In der Küche steht mit dem Herd ebenfalls ein Gerät, das die Feuchtigkeit der Luft bisweilen deutlich erhöht. 50 bis 60 Prozent werden hier als Normalwerte genannt.

Keller

Im Keller herrschen oft besondere Konditionen, weil ein Teil der Außenwände ans Erdreich angrenzt. Hier ist es tendenziell kühler als anderswo im Haus. Einströmende warme Luft kann im ungünstigen Fall so sehr abkühlen, dass die Luft das vorhandene Wasser nicht mehr speichern kann, sodass es kondensiert.

Dachgeschoss

Wie der Keller bietet auch das Dachgeschoss oft besondere Bedingungen. Eventuell ist es schlechter gedämmt und kühler oder im Sommer auch heißer als der Rest des Hauses. Im Dachboden kann Raumluft ebenfalls so sehr abkühlen, dass die maximale Speicherkapazität überstiegen wird.

Warum sind Optimalwerte wichtig?

Es bleibt die Frage, warum optimale Luftfeuchtigkeit im Haus überhaupt wichtig ist? Wichtig ist sie, weil sowohl bei einer permanent zu niedrigen als auch bei dauerhaft zu hoher Luftfeuchte negative Folgen drohen. Sind die Werte dauerhaft deutlich unter den Optimalwerten können beispielsweise Schleimhäute austrocknen, worunter das menschliche Immunsystem leidet.

Zudem ist die Infektiosität (Ansteckbarkeit) von Krankheitserregern bei Lufttrockenheit tendenziell höher.

Hohe Luftfeuchtigkeitswerte begünstigen dagegen Schimmelwachstum. Kommen hohe Temperaturen hinzu, kann sich zudem ein Raumklima entwickeln, das den Kreislauf belastet. Bei alledem sollte man die weiter oben genannten Werte für eine optimale Luftfeuchtigkeit aber nur als Richtwerte verstehen. Man kann sie auch einmal über- oder unterschreiten, ohne dass dies sofort negative Folgen hat. Erst ein häufiges Abweichen von Optimalwerten ist problematisch und sollte korrigiert werden.

Permanent ungünstige Luftfeuchtigkeit im Haus ist ein Problem

Wer den Verdacht hat, dass das Raumklima in einem Zimmer seiner Wohnung zu trocken oder feucht ist, sollte die Feuchtigkeitswerte zunächst einmal messen. Das funktioniert mit einem einfachen Thermo-Hygrometer, der sowohl Temperaturen als auch Feuchtigkeitswerte misst.

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Zeigen sich bei den Messungen tatsächlich mehrfach ungünstige Werte, muss man über Maßnahmen nachdenken, um den Feuchtegehalt im Haus zu steigern oder reduzieren. Dafür ist der Blick auf mögliche Ursachen ungünstiger Werte wichtig. Wie bereits gezeigt, können in den verschiedenen Räumen eines Hauses unterschiedliche Faktoren eine Rolle spielen. So enthält die Luft im Badezimmer vielleicht zu viel Wasser, weil Hausbewohner häufig duschen oder baden. In solch einem Fall duscht man vielleicht künftig etwas kürzer oder seltener oder ändert das Lüftungsverhalten im Raum und löst so das Problem. Einfache Verhaltensänderungen können bereits viel bewirken.

Bisweilen sind Luftbefeuchter und Luftentfeuchter sinnvoll

Bisweilen sind elektrische Luftbefeuchter oder Luftentfeuchter eine geeignete und vorteilhafte Lösung für die richtige Luftfeuchtigkeit im Haus. Für eine Wohnraumbefeuchtung oder -entfeuchtung reichen in der Regel kleinere Geräte aus. So kommt für die Luftbefeuchtung in einer Wohnung zum Beispiel der Brune B125 infrage. Dagegen eignet sich für die Luftentfeuchtung ein Gerät wie der Dehumid 9.

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Oft ist ein Gesamtkonzept für das Raumklima optimal, um das eigene Zuhause zum Wohlfühlbereich zu machen. Geräte wie Luftentfeuchter und Luftbefeuchter sind dann ein Baustein unter mehreren, oft aber ein besonders effizienter.