Muffiger Geruch, aber kein Schimmel sichtbar

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Muffiger Geruch, aber kein Schimmel sichtbar? Das bedeutet nicht zwangsläufig, dass ein Raum frei von Schimmelpilzen ist. Möglicherweise wachsen sie nur versteckt an Orten, die man nicht sofort sieht. In anderen Fällen riecht es zwar muffig, aber die Ursache dafür hat nichts mit Schimmel zu tun. Wie auch immer, in jedem Fall gilt: Man sollte die Geruchsquellen lokalisieren und Modergeruch entfernen, denn von alleine geht er nur selten weg.

Unsichtbar und doch vorhanden

Schimmel kann nicht nur sichtbar an Zimmerwänden und Decken wachsen. Er findet überall dort gute Bedingungen für sein Wachstum, wo er auf organische Materialien und auf Feuchtigkeit trifft. Passende organische Materialien können zum Beispiel Papier, Gipskarton, manche Anstriche, Holz, Leder, Nahrungsmittel oder auch Partikel im Hausstaub sein. Sehr anspruchsvoll ist der Schimmelpilz in der Regel nicht. Es entsteht muffiger Geruch, aber es ist kein Schimmel sichtbar? Woran kann das liegen? Sind keine Pilze sichtbar, verbergen sie sich vielleicht nur. Einige Mikroorganismen stoßen beim Stoffwechsel ein Gas wie Geosmin aus, das diese typischen modrigen Gestank verursacht.

Gerüche können viele Ursachen haben
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In einem für Hausbewohner relativ einfachen Fall wachsen die Pilze hinter Bildern oder auf Wänden, die hinter Schränken oder vergleichbaren Möbeln verborgen sind. Auch, wenn man sie auf dem ersten Blick nicht sieht, schiebt man die Möbel zur Seite, offenbart sich unter Umständen ein echtes Malheur. Nachdem man das Ungemach beseitig hat, was je nach Fortschritt des Befalls mehr oder weniger aufwendig ist, sollte man für die richtigen Umgebungsbedingungen sorgen, um zu verhindern, dass Schimmelbefall künftig wieder möglich ist. Schimmelpilze können sich darüber hinaus beispielsweise auch im Hohlraum zwischen einer Innendämmung und der Außenwand verbergen, in Fußboden-Dämmstoffen oder in Dämmstoffen von Metallständerwänden. Dann wird es komplizierter, sie zu beseitigen.

Ortung mit MVOC-Messung

MVOC steht für „Microbiological Volatile Organic Components“. Gemeint sind Gase, die unter anderem beim Stoffwechsel von Schimmelpilzen entstehen und sich mit einer Messung in der Luft nachweisen lassen. Ein sicherer Nachweis für Schimmelbildung, den auch Laien vollführen können, ist diese Messung aber nicht immer. MVOC wird nämlich auch von einigen Bauprodukten abgesondert. Fachleute deuten die Messungen aber in der Regel richtig und können die Ursache für die Gerüche ermitteln. Zusätzlich oder alternativ zu dieser Methode kann ein speziell auf Schimmelpilzortung trainierter Spürhund eingesetzt werden. Beide Vorgehensweisen tragen dazu bei, Eingriffe ins Bauwerk für die Lokalisierung der Problemzone auf ein Minimum zu reduzieren. Hat man den Pilz erst einmal ausfindig gemacht, kann man ihn bekämpfen und sollte es tun. Schimmel ist nicht nur unangenehm, weil er muffig riecht. Er kann auch die Gesundheit eines Menschen angreifen. Abhängig von der Art des Pilzes kann es zu Atemwegsproblemen, Kopfschmerzen, Hautausschlägen, aber auch Krankheiten an Herz und Lunge kommen.

Kampf gegen Gerüche
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Muffiger Geruch, aber kein Schimmel sichtbar? Vielleicht ist es gar kein Pilz?

Neben dem Schimmelpilz gibt es weitere Verursacher muffiger Gerüche. Zu ihnen gehören Bakterien. So kann sich in Gullys oder Abflüssen ein sogenannter Pumpensumpf bilden, in dem sich geruchsbildende Bakterien sehr wohlfühlen. Schwefelbakterien sorgen eventuell für modrige Ausdünstungen des Trinkwassers in älteren Häusern. Und Bakterien auf Kleidung, die zu lange der Feuchtigkeit ausgesetzt wird, können ebenso eine Ursache für Gerüche sein.

Bisweilen sind Bakterien nicht unmittelbar für die Geruchsbildung verantwortlich, aber an geruchsbildenden Prozessen beteiligt. So kann sich ein muffiger Geruch im Haus durch sogenannte Chloranisole bilden. Sie entstehen unter anderem, wenn ein bestimmtes Bakterium der Art Pseudomonas Pentachlorphenol (PCP) abbaut. PCP war beispielsweise in manchen älteren Holzschutzmitteln enthalten. In Altbauten findet man darüber hinaus bisweilen noch Teerkleber, der früher für Parkett verwendet wurde. Er kann ebenfalls muffig riechen.

Alte Holzschutzmittel können ein Auslöser für Gerüche sein
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Überdecken oft eine schlechte Lösung

Manchmal hilft das Ausschlussprinzip, den Verursacher muffiger Gerüche zu finden. Hat man etwa bestimmte Gegenstände als Geruchsbilder in Verdacht, kann man sie aus dem Raum entfernen. Ist die Luft anschließend von unangenehmen Gerüchen befreit, hat man den alleinigen Verursacher gefunden. In jedem Fall sollte man lokalisieren, welche Bauteile oder Elemente in einem Raum unangenehm riechen und anschließend die Ursache für den Modergeruch entfernen. Ihn stattdessen mit einem Raumspray zu überdecken, ist keine Lösung, denn er versteht sich häufig als Warnsignal. Wo es muffig riecht, ist irgendetwas nicht in Ordnung.

Muffiger Geruch in der Luft: Was kann man tun?

Die Geruchsquelle lokalisieren und beseitigen, weiterer Geruchsbelästigung vorbeugen – das sind die grundlegenden Schritte. Handelt es sich um einen Geruchsverursacher wie einen Pilz, der sich hinter Bildern oder Möbeln verbirgt, kann man eventuell selbst aktiv werden. Möglicherweise hilft bereits die Reinigung einer befallenen Fläche mit medizinischem Alkohol.

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Bei größeren Flächen oder bei Schimmel, der sich im Inneren der Bausubstanz verbirgt, müssen dagegen Fachleute ran. Eine Arbeit für Spezialisten steht oft auch an, wenn früher verwendete Kleber oder Holzschutzmittel die Ursache der Müffelei sind. Dann sind unter Umständen aufwändige Sanierungsarbeiten fällig. In anderen Fällen reicht dagegen eine einfache Verhaltensänderung: Das kann etwa der Fall sein, wenn muffige Gerüche durch Wäsche entstehen, die man zu lange feucht in der Waschmaschine belässt.

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Vorbeugen ist ebenfalls wichtig

Muffiger Geruch, obwohl kein Schimmel sichtbar ist, sollte nicht hingenommen werden. Am besten ist, dass Sie vorbeugend agieren. Beim Wachstum von Schimmelpilzen und Bakterien spielt eine relativ hohe Luftfeuchtigkeit oft eine große Rolle. Deshalb kann es eine sehr sinnvolle Maßnahme sein, die Feuchtigkeit der Luft zu reduzieren. In den meisten Wohnräumen sollte die relative Luftfeuchtigkeit bei 40 bis 60 Prozent liegen. Ist sie dort viel höher, können Luftentfeuchter das Instrument der Wahl sein, um gegen die Geruchsbildung vorzugehen. Aber auch hier gilt: Die Ursachenforschung ist wichtig. Führt beispielsweise eine undichte Gebäudehülle zu feuchten Wänden, die dann wiederum zu hoher Luftfeuchtigkeit führen, reicht der Einsatz eines Entfeuchtungsgerätes alleine nicht aus.