Zu niedrige Luftfeuchtigkeit in Räumen

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Zu niedrige Luftfeuchtigkeit in Räumen hat negative Folgen. Solche oder ähnliche Aussagen liest man öfters, wenn man sich mit der Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen beschäftigt. Und es stimmt ja auch. Aber warum eigentlich? Dieser Artikel klärt diese Frage und er verrät auch, was sich gegen zu trockene Raumluft unternehmen lässt, um die Räume ausreichend zu befeuchten. Luftbefeuchter sind eine Möglichkeit, etwas gegen Trockenheit zu unternehmen, aber es gibt weitere Methoden.

Ist die Luftfeuchtigkeit zu niedrig, leidet die Gesundheit

Eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit in Räumen entsteht beispielsweise im Winter durch das häufige Heizen. Ein falsches Lüftungsverhalten kann die Räume ebenfalls austrocknen. Ist die Raumluft sehr trocken, leidet das Wohlbefinden und auch die Gesundheit der Menschen im Raum. Sehr trocken bedeutet, dass die relative Luftfeuchte deutlich unter dem Optimalbereich für Wohnräume und von Räumen wie Büros liegt.

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Der Optimalbereich umfasst Werte zwischen 40 und 60 Prozent. Für die negativen Auswirkungen trockener Raumluft gibt es gleich mehrere Gründe. Einerseits können beispielsweise die Augen trocken werden, sodass sie sich röten, möglicherweise jucken und stark tränen. Sind Räume voll von trockener Raumluft, kann das zudem die Haut austrocknen, was eventuell ebenfalls zu Juckreiz führt. Darüber hinaus können Schleimhäute wie die Nasenschleimhaut austrocknen. Das schwächt die Immunabwehr im menschlichen Körper, sodass das Infektionsrisiko steigt.

Infektionsgefahr
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Dieses Risiko steigt aber auch noch aus einem weiteren Grund: Eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit in Räumen ist ein gutes Klima für Krankheitskeime. Sie sind in trockener Luft deutlich infektiöser als in feuchter. Das zeigte beispielsweise eine Studie aus der Mount Sinai School of Medicine in New York aus dem Jahr 2007. Räume mit einer Luftfeuchte von 20 bis 35 Prozent bergen laut Studie ein Risiko, sich mit einem Influenza-A-Virus zu infizieren, das dreimal so hoch ist wie das Risiko in einem Raum mit einer mittleren Luftfeuchte von 50 Prozent.

Allergiker können ebenfalls Probleme bekommen, wenn die Luftfeuchte der Räume zu niedrig ist.

In Zimmern mit geringer Luftfeuchte halten sich Fremdpartikel wie Staub oder Pollen länger in der Luft, sodass das Risiko steigt, sie einzuatmen und es zu einer allergischen Reaktion kommen kann. Unangenehm wirkt eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit schließlich auf das Geruchsempfinden, sodass beispielsweise Tabakrauch Menschen in einem Zimmer stärker stört als bei feuchterer Raumluft.

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Leiden können übrigens nicht nur Menschen, sondern auch Zimmerpflanzen. Allerdings kann ihr Einsatz zugleich zu den Maßnahmen gehören, mit denen sich eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit in Räumen bekämpfen lässt. Aber im ungünstigen Fall können die Blätter der Pflanzen abfallen, vergilben oder aber braun werden. Darüber hinaus kann das Wachstum der Pflanzen sich verlangsamen.

Objekte wie Möbel können ebenfalls leiden

Eine zu niedrige Luftfeuchtigkeit kann jedoch nicht nur auf Organismen negative Auswirkungen haben. Auch Objekte wie Holzwände oder Holzmöbel können leiden. Holz kann Feuchtigkeit aufnehmen und abgeben und ob es zu einer Aufnahme oder Abgabe von Feuchtigkeit kommt, hängt nicht zuletzt von der Luftfeuchtigkeit in den Räumen ab, in denen sich das Holz befindet. Ist die Luftfeuchtigkeit dauerhaft zu niedrig, gibt das Holz viel eigene Feuchtigkeit ab. Dadurch kann es austrocknen und spröde werden. Möglicherweise bilden sich zudem Risse im Holz.

Das ist besonders bei größeren Schäden an teuren Massivholzmöbeln und/oder Antiquitäten aus Holz sehr ärgerlich.

Aber auch bei teuren und liebgewonnenen Musikinstrumenten aus Holz kann es zu Schäden kommen. Sie verändern im ungünstigsten Fall auch den Klang des Instruments. Weitere Objekte, die bei sehr niedriger Luftfeuchtigkeit in Wohnräumen leiden, sind Gemälde, Bücher und ein Holzparkett.

Räume befeuchten: Aber wie?

Bei der Frage, ob man Räume zusätzlich befeuchten muss, sollte man sich nicht alleine auf sein Gespür verlassen. Stattdessen sollte man die Luftfeuchte mit einem Hygrometer messen. Sollte sich bei den Messungen dann herausstellen, dass die Luftfeuchtigkeit in einigen Räumen oft zu niedrig ist, sollte man handeln. Bisweilen reichen in diesem Fall kleinere Veränderungen aus, um Räume zusätzlich zu befeuchten.

Zimmerpflanzen steigern die Luftfeuchte
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Wie bereits erwähnt, können Zimmerpflanzen dazu beitragen, die Luftfeuchte zu steigern, weil sie Feuchtigkeit an die Umgebung abgeben. Man sollte sich deshalb jedoch nicht dazu verführen lassen, sie verstärkt zu gießen, um auf diese Weise zusätzlich Feuchtigkeit in die Räume abzugeben. Das kann dazu führen, dass die Pflanzen faulen. Besonders gut als Feuchtigkeitsspender sind Pflanzen wie Zyperngras und Zimmerlinde geeignet. Möglicherweise lässt man als feuchtigkeitsspendende Maßnahme Geräte wie Wäschetrockner und Geschirrspüler häufiger laufen, weil sie Feuchtigkeit in die Räume abgeben. Das sollte aber nur geschehen, wenn es nicht nur aufgrund der zusätzlichen Feuchtigkeitsabgabe sinnvoll ist.

Zimmerlinde
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Plant man sowieso bauliche Veränderungen an einer Immobilie, können geeignete Baumaßnahmen dazu beitragen, Räume ausreichend zu befeuchten. Es gibt Baumaterialien, die die Feuchtigkeit der Räume regulieren. Dazu zählen beispielsweise Kalk- und Lehmputze sowie Silikatfarbe.

Bisweilen sollte man Luftbefeuchter einsetzen

Eine weitere Möglichkeit, um die Luftfeuchtigkeit in Räumen zu steigern, sind Luftbefeuchter. Zwar sind große und besonders leistungsstarke Geräte wie beispielsweise der Brune B 500 Professional in der Regel überdimensioniert, wenn es um trockene Raumluft in Wohnungen geht. Aber es gibt kleinere Geräte, die sich durchaus für den Einsatz in Wohnräumen eignen.

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Dazu zählt zum Beispiel der Brune B120, aber auch Luftreiniger können dies unter Umständen leisten. Ein Kennwert, der solch eine Eignung verrät, ist die maximale Raumgröße, für die das jeweilige Gerät sich eignet. Ein weiterer Kennwert, der wichtig sein kann, ist die Betriebslautstärke. Für normale Wohnräume sind die meisten Luftbefeuchter geeignet. In Schlafräumen kann es jedoch für Menschen mit leichtem Schlaf wichtig sein, dass es sich um ein besonders leises Befeuchtungsgerät handelt.