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Wie Sie die Raumluft feuchter machen

« Wenn trockene Luft besonders im Winter zum Problem wird »

Es gibt viele Gründe, warum die Raumluft im Winter feucht gehalten werden sollte, manchmal sogar muss. Sie erhöhen damit das Wohlbefinden aller Bewohner und beugen Erkältungskrankheiten vor, weil eine gut angefeuchtete Atemluft die Schleimhäute nicht austrocknet. Häufig wird der Einfluss der Luftfeuchte in der Umgebungsluft aber noch unterschätzt. Wie Sie den besten Nutzen aus diesem Wissen ziehen können, erfahren Sie hier.

Warum ist die Raumluft im Winter trockener als im Sommer?

Im Sommer reicht es kurz zu lüften, die einströmende Frischluft enthält genug Feuchtigkeit. Das liegt daran, dass sich bei höheren Temperaturen viel mehr Wasserdampf in ihr befindet als bei kalten. Bei einem typischen Luftdruck von 1013 mbar kann 1 m³ Raumluft bei einer Temperatur von 10 °C maximal 9,1 g Wasser aufnehmen, bei 20 °C sind es schon 17,5 g, und bei 30 °C, die im Hochsommer ja öfters erreicht werden, sogar 31,4 g. Da die Luft für gewöhnlich nicht mit Wasserdampf gesättigt ist und die relative Luftfeuchtigkeit unter 100 % liegt, verringert sich die Wassermenge pro m³ Luft entsprechend.

Warum ist die Raumluft im Winter trockener als im Sommer
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Bei 50 % relativer Luftfeuchte befinden sich in der Winterluft mit 10 °C dann nur noch 4,5 g Wasser je m³. Wenn diese Luft nun auf 20 °C erwärmt wird, befinden sich darin immer noch nur 4,5 g Wasser. Um eine 50 prozentige Sättigung dieser Luft zu erreichen, wären aber 8,75 g nötig. Deshalb hat die erwärmte Zimmerluft im Winter dann nur noch eine relative Luftfeuchte von etwa 25 %. Dies ist zu wenig: Es wird empfohlen, in Wohnräumen eine relative Luftfeuchte von etwa 50 % einzuhalten, weil es sonst zu unerwünschten Begleiterscheinungen kommen kann.

Welche negativen Folgen können von Umgebungsluft ausgehen, die weniger als 30 % relative Luftfeuchtigkeit aufweist?

Menschen und Haustiere leiden häufig bei zu trockener Raumluft, weil ihre Atemwege gereizt werden. Durch die trockene Atemluft wird den Schleimhäuten Flüssigkeit entzogen, Viren und Bakterien können sie dann leichter durchdringen. Ein kratzender Hals bis hin zu chronischen Atemwegsreizungen kann die Folge sein. In trockener Heizungsluft fühlen sich empfindliche Personen auch einfach nicht wohl, allein der Geruch kann schon als störend empfunden werden.

Auch Pflanzen koennen bei zu trockener Luft in Mitleidenschaft gezogen werden
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Pflanzen werden durch zu trockene Umgebungsluft übrigens ebenso in Mitleidenschaft gezogen, weil die beliebtesten Zimmerpflanzen aus tropischen und subtropischen Regionen stammen, wo eine hohe relative Luftfeuchtigkeit vorliegt. Bei zu trockener Zimmerluft kann es dazu kommen, dass die Pflanzen ihre Blätter hängen lassen, sich verfärben oder gar ausfallen. Manche Schädlinge, wie Milben, können sich auf den geschwächten Pflanzen zuletzt besser ausbreiten. Bei Gemälden und antiken Möbeln kann eine zu geringe Luftfeuchte bewirken, dass die Oberflächen matter werden oder sogar aufplatzen. Eine Überwachung der Luftfeuchtigkeit im Winter ist hier also Pflicht, ansonsten drohen kostspielige Restaurierungsmaßnahmen.

Was kann man gegen trockene Zimmerluft tun?

Es gibt einige Hausmittel zur Luftbefeuchtung, die bei zu trockener Zimmerluft Linderung verschaffen. Sie lassen sich allerdings in der Regel nicht sehr genau dosieren und funktionieren teilweise auch nicht auf Dauer.

Wasserdampf aus Metallbehaeltern an der Heizung
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Eine Schale mit Wasser aufzustellen oder ein nasses Handtuch aufzuhängen ist eine sehr einfache Methode, um die Luftfeuchte im Raum zu erhöhen. Auch beim Baden oder Duschen wird viel Feuchtigkeit freigesetzt, durch Öffnung der Türen in der Wohnung kann sich der Wasserdampf zu einem gewissen Grad in den angrenzenden Räumen verteilen und dort die relative Luftfeuchtigkeit erhöhen.

Wie hoch genau lässt sich allerdings schwer abschätzen, es sei denn, man würde in jedem Raum einen Hygrometer aufstellen.

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Häufig werden auch Hydrokulturen aufgestellt oder einfache Luftbefeuchter an die Heizung gehängt, um eine Luftbefeuchtung über Hausmittel zu erreichen. Problematisch kann dies jedoch werden, wenn sich darin Keime ausbreiten. Deswegen ist auf eine ständige Reinigung zu achten. Außerdem ist der Effekt, der mit diesen Mitteln erzielt werden kann, eher lokal begrenzt. Für große Räume reichen sie nicht aus.

Für eine komfortablere und effektivere Nutzung wurden Luftbefeuchter entwickelt, welche die Raumluft befeuchten. Luftbefeuchter bringen die Werte schnell in einen vorgewählten Feuchtigkeitsbereich. Auch wenn gelüftet wird, stellt sich anschließen zügig wieder das gewünschte Ergebnis ein.

Luftbefeuchter im Einsatz
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Funktionsweise von Luftbefeuchtern

Man kann vier Sorten unterscheiden, in denen unterschiedliche Techniken zur Anwendung kommen, das sind Zerstäuber, Verdunster, Verdampfer und Luftwäscher.

Zerstäuber

Bei Zerstäubern wird kalte Zimmerluft mittels Ultraschall oder kleinen Druckpumpen zerstäubt und dann in den Raum geblasen. Zerstäuber eignen sich aber weniger, um eine schnelle und effektive Befeuchtung großer Räume durchzuführen, weil ihre befeuchtende Wirkung eher gering ist und lange dauert. Auch der automatische Betrieb ist hier meist eingeschränkt, weil kein hygroskopischer Abgleich stattfindet. Zudem müssen Zerstäuber auch regelmäßig gereinigt werden, sonst kann es ebenfalls zu einer Verkeimung kommen. Und über die bei der Luftbefeuchtung entstehenden feinen Tropfen könnten die Keime leicht eingeatmet werden.

Verdunster

Bei Verdunstern wird Wasser auf Lamellen oder anderen großvolumigen Oberflächen aufgebracht und verdunstet bei Raumtemperatur. Damit dies gut funktioniert, darf die Zimmerluft nicht zu kalt sein. Verdunster verteilen die Feuchtigkeit besser im Raum, wenn sie mit Ventilatoren ausgestattet sind. Ein Nachteil der Verdunster ist, dass die mit Wasser benetzten Oberflächen ebenfalls Keimbildung begünstigen können.

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Brune Luftbefeuchter nutzen ebenso dieses Prinzip, wurden aber zusätzlich mit speziellen Filtermedien zur Reinigung der Luft ausgestattet. Luftbefeuchter nach diesem Prinzip stellen also eine sehr gute Möglichkeit dar, die Raumfeuchtigkeit konstant in einem guten Bereich zu halten.

Verdampfer

Verdampfer versprühen Wasser, welches vorher erhitzt wurde. In dem abgekochten Wasser können sich Keime weder vermehren noch ausbreiten. Ein Verdampfer stellt daher eine besonders hygienische Lösung dar, um die Raumluft feuchter zu machen. Ein Nachteil ist hier, dass der Stromverbrauch relativ hoch ist.

Luftwäscher

Die vierte Variante stellen sogenannte Lüftwäscher oder Luftreiniger dar. Diese befeuchten die Zimmerluft nicht nur, sondern reinigen sie auch. Das geschieht mittels Kaltverdunstung und nachgeschalteten Reinigungsstufen, welche mit UV-Licht oder Aktivkohle betrieben werden. Die Kaltverdunstung bietet den Vorteil, dass die Stromkosten nicht so hoch sind wie bei Verdampfern. Die Verkeimungsgefahr ist bei dieser Klimatechnik darüber hinaus gering. Sie lassen sich in der Regel außerdem sehr gut reinigen, weil die einzelnen Komponenten leicht ausgebaut werden können. Zuletzt lassen sie sich gut im Automatikbetrieb betreiben.

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Diese Klimatechnik arbeitet nämlich nur dann, wenn die relative Luftfeuchte vom eingestellten Sollwert abweicht. Ein Nachteil ist die Leistungsfähigkeit dieser Geräte. Die Primärfunktion ist das Reinigen der Luft, nicht das Befeuchten. In vielen Fällen reicht ein Luftreiniger also nicht aus, um gewünschte Feuchtigkeitswerte zu erreichen.

Fazit für mehr Feuchtigkeit in der Raumluft

Es gibt einige Hausmittel, die es ermöglichen, die relative Luftfeuchtigkeit im Winter im angenehmen Bereich bei etwa 50 % zu halten. Dazu muss man die Raumluft jedoch feuchter machen. Am komfortabelsten gelingt es, die Raumluft zu befeuchten, wenn man Luftreiniger oder sogar Luftbefeuchter verwendet. Beide Klimageräte haben den Vorteil, dass sie nicht nur automatisch eine angenehme Atmosphäre im Wohnraum schaffen, sondern zugleich die Zimmerluft von unangenehmen Gerüchen, Feinstaub oder Krankheitserregern befreien.

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Beide sind einfach in der Reinigung und dank professioneller Filtertechnik kaum keimgefährdet. Zuletzt konzentriert sich der Reiniger auf das Reinigen der Luft, befeuchtet aber auch. Der Luftbefeuchter legt das Hauptaugenmerk auf die Befeuchtung, entfernt aber ebenso mehr als 99% aller Fremdpartikel aus Ihrer Atemluft. Beide Geräte sind in Markenqualität eine Alternative.