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Schadstoffe in der Luft

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Schadstoffe in der Luft sind auch in einer Wohnung häufig. Man findet sie in Tabakrauch und Hausstaub. Schadstoffe von außen dringen unter Umständen beim Lüften in die Wohnung und können das Raumklima belasten. Eventuell entweichen zudem Luftschadstoffe wie flüchtige organische Verbindungen (VOC) oder Formaldehyd aus Möbeln oder der Bausubstanz. Eine gewisse Schadstoffmenge ist dabei tolerabel. Spätestens wenn Richtwerte überschritten werden, sollte man allerdings handeln.

Schadstoffe in der Wohnung können viele Quellen haben

Laut Gesundheitsberichterstattung des Bundes sind Schadstoffe „chemische Elemente oder Verbindungen mit nachgewiesener oder vermuteter Schadwirkung auf Mensch, Tier, Pflanze oder Sachgüter“. Mögliche Quellen für eine Schadstoffbelastung in Innenräumen gibt es viele. Einige davon wurden hier ja bereits genannt. Zu ihnen gehören stark befahrene Straßen in der Nähe von Wohnungen. Durch sie können Feinstaub und Stickoxide die Raumluft belasten, was wiederum zu einem Gesundheitsrisiko werden kann.

Innenstadt Wohnungen sind der Feinstaubbelastung ausgesetzt
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Das bestätigen viele Experten: beispielsweise Professor Christian Witt von der Berliner Charité. Die NRZ (Neue Ruhr-Zeitung, Neue Rhein-Zeitung) zitierte ihn im September 2018 mit der Aussage, dass es viele Hinweise auf die schädigende Wirkung durch Luftbelastung gibt. Weniger zu lüften, ist aber selten eine Lösung, um die Zahl der Schadstoffe in der Luft einer Wohnung zu verringern. Ein regelmäßiger Luftaustausch ist nämlich wichtig, weil auch in Innenräumen diverse Schadstoffquellen für schlechte Luft sorgen.

Schadstoffquellen im Innenraum

Zu den Schadstoffquellen im Innenraum zählen nicht zuletzt die Bewohner. Das gilt einerseits für Raucher. Sie schädigen durch ihren Zigarettenrauch nicht alleine sich selbst. Zusätzlich belasten sie die Raumluft. Alle Menschen – auch Nichtraucher – beeinträchtigen die Luftqualität darüber hinaus durch ihr bloßes Ausatmen. Wohnmediziner Prof. Dr. med. Klaus Fiedler bezeichnet das ausgeatmete Kohlendioxid in einem Interview mit der Zeitschrift „Das Haus“ sogar als den wichtigsten Schadstoff in Innenräumen.

Rauchen in der Wohnung mindert die Luftqaulität
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Weitere von ihm im Interview genannte Luftschadstoffe sind gesundheitsschädliche Emissionen aus Baustoffen oder Textilien. Hier geht es unter anderem um diverse Putze, Kunststoff-Fensterrahmen, Tapeten, Farben und Lacke. Diese Risiken seien laut Prof. Dr. med. Klaus Fiedler heute aber wesentlich geringer als in früheren Zeiten, da man seit den 90er Jahren „mehr auf eine gesunde Wohnumgebung“ achtet.

Das bedeutet jedoch nicht, dass man solche Risiken für das Raumklima in jedem Fall vernachlässigen kann. Insbesondere in Altbauten sind bisweilen problematische Materialien verbaut. Bei Renovierungen und Modernisierungen sollte man ebenfalls darauf achten, welche Materialien und Hilfsmittel (z.B. Klebemittel, Lacke) man kauft.

Welche Schadstoffe betasten die Innenraumluft?

Für ein schlechtes Raumklima kommen viele Luftschadstoffe infrage: gasförmige wie feste, organische wie anorganische. Manche der Stoffe gelten allgemein als schädlich für Menschen. Andere sind Allergene, die in der Luft und im Hausstaub vorkommen. Sie wirken auf einige Allergiker problematisch und werden nicht als Schadstoff im engeren Sinn eingestuft. Zu den häufigeren allgemein schädlichen Stoffen oder Faktoren in Innenräumen gehören beispielsweise die folgenden:

Tabakrauch

Tabakrauch ist kein einzelner Stoff, sondern ein Stoffgemenge. Laut der Website „Lungenärzte im Netz“ befinden sich neben Nikotin rund 4.800 chemische Substanzen in ihm. 70 von ihnen gelten als krebserregend oder stehen im Verdacht, Krebs zu verursachen. Zu den gefährlichen Stoffen im Rauch der Zigarette gehören Benzol, Arsen, Blausäure und Kohlenmonoxid.

Tabakgeruch setzt sich in der Wohnung fest
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Feinstaub

Feinstaub und Zigarettenrauch sind nicht zwangsläufig unterschiedliche Problemfaktoren, weil der „blaue Nebel“ ebenfalls Feinstäube enthält. Dieser Staub ist nicht alleine aufgrund diverser schädlicher Substanzen problematisch, sondern auch aufgrund seiner geringen Größe. Feinster sogenannter A-Staub oder noch kleinere Nanopartikel dringen bisweilen in kleinste Verästelungen der Lunge vor und können dort beispielsweise zu chronisch entzündlichen Prozessen oder Tumoren führen. Als Feinstaubquellen kommen neben dem Tabakrauch etwa die Außenluft oder Geräte wie Drucker infrage.

Flüchtige organische Verbindungen (VOC)

Als VOC (Volatile Organic Compounds) bezeichnet man Kohlenstoff beinhaltende und leicht verdampfende (flüchtige) Stoffe. Sie sind zum Beispiel in manchen Klebstoffen enthalten, in Lacken und Wohntextilien. Im Zigarettenrauch kommen solche Verbindungen ebenfalls vor. Das bereits erwähnte Benzol ist ein Beispiel dafür. Flüchtige organische Verbindungen können die Schleimhäute reizen. Darüber hinaus verursachen sie manchmal Kopfschmerzen und Übelkeit. Benzol gilt sogar als krebserregend.

Chemische Verbindungen können Kopfschmerzen verursachen
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Schwerflüchtige Stoffe

Neben manchen leicht- sind auch manche schwerflüchtige Stoffe problematisch. Sie gasen kaum aus, können aber beispielsweise durch Abrieb in die Luft gelangen. Zu diesen Stoffen gehören unter anderem Polycyclische aromatische Kohlenwasserstoffe (PAK), Polychlorierte Biphenyle (PCB) und Pentachlorphenol (PCP)). Schwerflüchtige Stoffe gibt es beispielsweise in Holz- oder Flammschutzmitteln sowie in Weichmachern.

Formaldehyd

Formaldehyd ist ebenfalls einer der möglichen Schadstoffe in der Luft. Das Risiko durch das farblose Gas ist heute aber geringer als früher. In früherer Zeit gab es viele Holzmöbel mit belasteten Spanplatten, weil dieses Gas in oft verwendeten Kunstharzen enthalten war. Auch bei Formaldehyd gilt: Dass es heute seltener verwendet wird, bedeutet nicht, dass es nur noch als eine Altlast existiert. Durch Formaldehyd kann es zu Augen- und Schleimhautreizungen kommen. Eine lang andauernde Belastung führt eventuell zu Krankheiten wie Bronchitis, bei einer hohen Konzentration des Stoffes auch zu Krebs.

Schadstoffe in der Wohnung: Manchmal sollte man messen!

Eine erste Orientierung, ob eine Schadstoffbelastung in Wohnungen vorliegt, können einfache Tests bieten, die man unter anderem in Apotheken erhält. Allerdings prüfen die die Raumluft in der Regel nur auf bestimmte Schadstoffe. Darüber hinaus muss man sehr sorgsam vorgehen, um halbwegs verlässliche Werte zu erhalten.

Gelegentliche Messungen sollten durchgeführt werden
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Insbesondere bei spürbaren gesundheitlichen Problemen, die eventuell auf Schadstoffe in der Luft der Wohnung zurückzuführen sind, sollte man über eine professionelle Schadstoffmessung nachdenken. Laut Angaben der Verbraucherzentrale NRW erreichen die Kosten dafür allerdings einige hundert bis zu einigen tausend Euro. Bleibt die Frage, ab welcher Schadstoffkonzentration Luft schlechte Luft ist? Antworten auf diese Frage gibt der Ausschuss für Innenraumwerte beim Umweltbundesamt. Er entwickelt bundeseinheitliche Richtwerte für Verunreinigungen der Innenraumluft.

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Maßnahmen gegen eine hohe Innenraumbelastung

Grundsätzlich ist es sinnvoll, beim Kauf von Möbeln und Heimtextilien darauf zu achten, dass die gekauften Produkte keine problematischen Stoffe enthalten. Bereits vorhandene Möbel und Textilien mit solchen Stoffen sollte man gegebenenfalls austauschen. Ebenfalls sinnvoll ist eine sorgfältige Produktauswahl, wenn es bei Renovierungen oder Sanierungen um Putze, Lacke, Farben und weitere Bauprodukte geht.

Befinden sich bereits problematische Stoffe in der Bausubstanz einer Wohnung, tauscht man die am besten – wenn möglich – bald aus. Natürlich kann es darüber hinaus hilfreich sein, wenn man als Raucher mit dem Rauchen aufhört oder zumindest nur noch draußen raucht. Wer das nicht kann, sollte über den Kauf eines Luftreinigers nachdenken. Gute Luftreiniger filtern feinsten Staub und selbst Gerüche aus der Raumluft und verbessern so das Raumklima einer Wohnung deutlich. Aber wie so oft gilt: Meistens ist eine Kombination mehrerer Maßnahmen sinnvoll, um den Anteil der Schadstoffe in der Luft einer Wohnung zu verringern.