Startseite | Im Einsatz | Warum erhöht schwüle Luft die Luftfeuchtigkeit in Räumen?
© Antonioguillem / Fotolia.com

Warum erhöht schwüle Luft die Luftfeuchtigkeit in Räumen?

Herrscht draußen schwüles Wetter, erhöht das die Luftfeuchtigkeit in Innenräumen. Aber warum geschieht das? Was genau bezeichnet man eigentlich als schwüle Luft? Was hat der Wert 13,5 g/m³ mit der ganzen Sache zu tun und ist es überhaupt problematisch, wenn die Raumluft viel Feuchtigkeit enthält? Antworten auf diese Fragen gibt der folgende Artikel.

Schwüle kombiniert Feuchtigkeit und Wärme

Eine exakte Definition für schwüle Luft gibt es nicht. Grundsätzlich bezeichnet der Ausdruck ein Klima oder eine Wettersituation mit hoher Lufttemperatur und hoher Feuchtigkeit, die von Menschen tendenziell als unangenehm empfunden wird. Etwas exakter kann man die Sache dann aber doch bestimmen: Geschehen ist dies beispielsweise in einem „Dschungel-Wetter in Deutschland“ betitelten Artikel des Deutschen Wetterdienstes aus 2016. Im Artikel ist davon die Rede, dass Luft ab einer in ihr enthaltenen Wassermenge von 13,5 Gramm pro Kubikmeter als schwül bezeichnet wird. Möglich ist ihr die Aufnahme solch einer Wassermenge aber erst ab einer Lufttemperatur von 16 Grad Celsius. Um die Sache besser zu verstehen, ist der Unterschied zwischen absoluter und relativer Luftfeuchtigkeit wichtig.

Kondensation am Fenster
© nadisja / Fotolia.com

Der absolute Wert beschreibt die absolute Wassermenge in der Luft in der Einheit Gramm/Kubikmeter. Dagegen beschreibt der relative Wert in der Einheit Prozent, bis zu welchem Grad sie bereits mit Feuchtigkeit gesättigt ist. Wird eine 100-prozentige Sättigung erreicht, kann sie keinen weiteren Wasserdampf mehr aufnehmen und weiter zugeführtes Wasser kondensiert. Die Speicherkapazität ist wiederum abhängig von der Lufttemperatur. Je kühler sie ist, desto weniger Wasser kann sie speichern. Eine absolute Menge von 13,5 Gramm pro Kubikmeter ist erst möglich, wenn die Lufttemperatur bei 16 Grad Celsius liegt. Deshalb ist schwüle Luft mindestens 16 Grad warm.

Bei einer niedrigeren Temperatur liegt die Aufnahmekapazität der Luft für Wasser unter den oben erwähnten 13,5 Gramm/Kubikmeter.

Bei 16 Grad kann sie diese Menge dagegen aufnehmen, ist dann aber zu nahezu 100 Prozent gesättigt. Mit einer steigenden Lufttemperatur sinkt bei einem absoluten Feuchtigkeitswert von 13,5 Gramm/Kubikmeter die relative Luftfeuchtigkeit, weil die Speicherkapazität steigt.

Wichtige Einheiten sind Humidex und Hitzeindex (HI)

Problematisch kann schwüle Luft deshalb sein, weil die gefühlte Lufttemperatur durch hohe Feuchtigkeitswerte steigt. Um das in greifbare Zahlen zu packen, wurden der sogenannte Hitze-Index und der Humindex entwickelt. Beide berechnen – mit jeweils unterschiedlichen Formeln – in Abhängigkeit von Temperatur und Feuchtigkeitswert die gefühlte Temperatur. Ein Beispiel zum Humidex: Bei einer Lufttemperatur von 30 Grad und einem relativen Feuchtigkeitswert von 65 Prozent ergibt sich laut Berechnung für den Humidex eine gefühlte Temperatur von 40 Grad. Hohe Temperaturen wirken also bei hohen Feuchtigkeitswerten teilweise deutlich heißer auf einen Menschen.

Hitze-40-Grad-Celsius
© Jürgen Fälchle / Fotolia.com

Aber das ist nicht der einzige Grund, warum es für Menschen problematisch werden kann, wenn das Wetter schwül wird oder wenn sie in ein Land mit schwülem Klima reisen. Zusätzlich leidet nämlich das körpereigene Kühlungssystem. Ist der menschliche Körper Hitze ausgesetzt, dann schwitzt er. Der Schweißfilm verdunstet auf der Haut und kühlt den Körper. Herrscht feuchtes Klima vor, stoppt die Kondensation im Extremfall und die körpereigene Kühlung setzt aus. Als Folge kann der Körper überhitzen. Eventuell tritt ein Schwindelgefühl auf, im ungünstigen Fall auch ein Hitzschlag. Weitere mögliche Folgen sind Schlafmangel und Schwierigkeiten, sich zu konzentrieren.

Oft wird die Raumluft feuchter

Mit dem Luftwechsel, durch den Frischluft in den Innenraum einer Wohnung strömt, kommt bei feuchtwarmem Wetter ein hoher Feuchtigkeitsgehalt ins Rauminnere. Der relative Feuchtigkeitswert steigt dann oft, weil es im Innenraum kühler ist als draußen und weil die Speicherkapazität der kühleren Raumluft geringer ist. Dieser Effekt kann besonders in einer Kellerwohnung auftreten, weil sie oft besonders kühl ist.

Die Luft ist in Kellerwohnungen oft besonders kuehl
© Omid / Fotolia.com

Steigt die Feuchtigkeit über Optimalwerte für Wohnungen, die in den meisten Wohnräumen zwischen vierzig und sechzig Prozent liegen, kann unter anderem das Schimmelrisiko steigen. Ist die Temperatur bei hohen Feuchtigkeitswerten ebenfalls relativ hoch, kann es zu den bereits oben im Text erwähnten gesundheitlichen Beeinträchtigungen kommen.

Bleibt die Frage: Was tun?

Bei Schwüle kann man eine Reihe von Maßnahmen ergreifen, um in einer Wohnung oder in einem Büro unangenehme Folgen zu reduzieren oder gar zu verhindern. Wer ausreichend Zeit und Lust hat, kann mit einem Aufenthalt im nicht allzu heißen Wasser einer Badewanne eine Überhitzung verhindern.

Schwuele Luft im Buero
© Africa Studio / Fotolia.com

Trinken sollte man nicht zu kühle Getränke, auch wenn ein kaltes Getränk erst einmal attraktiv wirkt. Aber der Körper muss es im Magen aufheizen. Er produziert damit Wärme, was ja eigentlich nicht sein soll. Magen und Kreislauf werden belastet. Besser sind deshalb lauwarme Getränke wie Pfefferminztee. Beim Essen verzichten die meisten Menschen in einem schwülen Klima fast automatisch auf problematische Kost. Wählt man deftiges Essen, können das Fett oder auch Alkohol, die viel Wärme produzierende Leber belasten. Gemüse und Obst sind für heißere und feuchtere Tage viel besser geeignet. Allerdings sollte man zusätzlich darauf achten, genug Salz zu sich zu nehmen.

Professionelle Klimatechnik für dauerhaft drückende Werte

Ob sich schwüles Wetter negativ auf die Luftfeuchtigkeit auswirkt, findet man mit einem Thermo-Hygrometer heraus. Er misst sowohl die Luftfeuchtigkeit als auch die Lufttemperatur. Ergeben sich bei den Messungen regelmäßig zu hohe Werte, sollte man Maßnahmen ergreifen.

thermo-hygrometer-9025

Eine Möglichkeit: das eigene Lüftungsverhalten überdenken. Eventuell lüftet man an heißen Tagen zum falschen Zeitpunkt. Ist das Wetter schwül, lässt man Frischluft am besten in den kühleren Abend- oder Nachtstunden sowie am frühen Morgen in die Wohnung, wenn es noch nicht so warm wie um die Mittagszeit ist.

thermo-hygrometer-9026

Herrscht schwüle Luft in einem Raum, kann darüber hinaus ein Luftentfeuchter entfeuchtend wirken und das Klima im Raum verbessern. Kleinere Geräte reichen für die Entfeuchtung von Wohnungen auf Optimalwerte in der Regel völlig aus.

luftentfeuchter-dehumid-9-hygrostat

Dank eines integrierten Hygrostaten kann ein Gerät wie der Dehumid 9 von Brune sich bei zu hohen Werten automatisch anschalten. Sobald die Feuchtigkeitswerte sich wieder im Normalbereich befinden, schaltet er sich ebenso automatisch wieder ab. Als Wohnungsbesitzer muss man also nicht selbst darauf achten, ob der Betrieb des Geräts gerade sinnvoll ist oder nicht. Und das ist ausgesprochen komfortabel.