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Wie arbeiten Verdunstungs-Befeuchter?

Verdunstungsbefeuchter setzt man ein, um die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Sie arbeiten mit dem Prinzip der Verdunstung und unterscheiden sich dadurch zum Beispiel von Verdampfern. Verdunster besitzen allerdings einige Vorteile gegenüber anderen Luftbefeuchtungsgeräten. Der folgende Artikel listet einige dieser Vorteile auf. Darüber hinaus verrät er, wie die verschiedenen Varianten der Geräte funktionieren und stellt außerdem einige Kaltverdunstungsgeräte vor.

Warum sollte man bisweilen die Luftfeuchtigkeit erhöhen?

Verdunstungsbefeuchter gehören zur Gruppe der Luftbefeuchter. Professionelle Klimatechnik dieser Art steigert die Luftfeuchtigkeit und sollte immer dann eingesetzt werden, wenn die relativen Feuchtigkeitswerte zu niedrig sind. Das ist in den meisten Wohnräumen und Büros der Fall, wenn Luftfeuchtigkeit immer wieder deutlich unter einen Wert von etwa 40 Prozent sinkt.

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Zu niedrige Werte Feuchtigkeitswerte können beispielsweise zu trockenen Augen und trockener Haut führen und sie erhöhen das Risiko, an einer Infektionskrankheit zu erkranken. Luftbefeuchter halten die Feuchtigkeitswerte über dem unteren Limit. Da viele Verdunstungsbefeuchter mit Partikelfiltern ausgestattet sind und Staubpartikel in feuchterer Luft kürzer schweben, bevor sie zu Boden sinken, bieten viele dieser Luftbefeuchter bis zu einem gewissen Grad auch eine luftreinigende Funktion.

Der Unterschied zwischen verdunsten und verdampfen

Von „Verdunsten“ spricht man, wann Flüssigkeiten unterhalb ihres Siedepunktes aus dem flüssigen in den gasförmigen Zustand wechseln. Bei Wasser bedeutet das: Es verdunstet unterhalb der Temperatur von 100 Grad Celsius. Ab der 100 Grad beginnt es hingegen zu verdampfen. Ein Verdunster sorgt also durch seine Technologie dafür, dass es bereits unterhalb der Temperatur von 100 Grad Celsius in einen Aggregatzustand wechselt, in dem es die Raumluft mit Flüssigkeit anreichert.

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Dagegen erhitzt ein Verdampfer das Wasser auf über 100 Grad Celsius, sodass es verdampft und so in die Luft abgegeben wird. Damit die Flüssigkeit verdampfen kann, muss ihm reichlich Wärmeenergie zugeführt werden. Beim Verdampfen spielt Wärme ebenfalls eine Rolle. Allerdings sind künstliche Wärmequellen nicht immer nötig: Es gibt die sogenannte Kaltverdunstung, für die die Wärmeenergie der zu befeuchtenden Luft ausreicht. Bei einem Kaltverdunster verlässt die eingeströmte Raumluft das Gerät also etwas kühler. Eine weitere Variante sind Ultraschall-Zerstäuber. Bei ihnen teilt Ultraschall Wasser in winzige Tropfen, die als feiner Nebel die Luft befeuchten.

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Kleine Zerstäuber sind im Allgemeinen kein sehr effizientes Luftbefeuchtungsgerät. Sie tragen nur wenig dazu bei, die Luftfeuchtigkeit zu erhöhen. Einige der Geräte erfüllen eher eine Funktion als ästhetisches Wohnaccessoire. Der in unmittelbarer Nähe des Geräts entstehende feine Nebel sieht oft reizvoll aus. Bei solchen Zerstäubern können jedoch hygienische Probleme auftreten. Werden Zerstäuber nicht regelmäßig gut gereinigt, geben sie eventuell mit dem Wasser Keime in die Raumluft ab. Neben den Kleinzerstäubern für einzelne Wohnungen gibt es auch große, die sich für Raumlufttechnische Anlagen (RLT-Anlagen) eignen.

Verdunster oder Verdampfer: Was ist besser?

Ein Hygieneproblem kann auch bei einem größeren Gerät auftreten, das mit dem Prinzip der Verdunstung arbeitet.

Verdampfer bieten hier dagegen von vorneherein einen relativ hohen Schutz, weil sie das Wasser so sehr aufheizen, dass die meisten Keime nicht überleben.

Allerdings verbrauchen Verdampfer im Vergleich zu Verdunstern viel Energie. Zugleich sind moderne Verdunstungsbefeuchter heute oft so konzipiert, dass das Risiko einer erhöhten Keimbelastung und damit auch der Vorteil der Verdampfer minimiert wird.

Varianten der Verdunstungsbefeuchter

Es gibt diverse Arten der Verdunstungsbefeuchter und die einfachste Variante funktioniert ganz ohne irgendein Gerät. Viele kennen mit Wasser gefüllte Behälter, die man an manchen Heizkörpern findet. Sie dienen dazu, dass das Wasser erwärmt wird, verdunstet und so die Luftfeuchtigkeit steigert. Solche Lösungen sind jedoch zumeist nicht sehr effektiv. Darüber hinaus ist das Risiko einer Verkeimung relativ hoch. Wärme und Feuchtigkeit kommen in diesen Behältern zusammen und bilden – wenn man keine Gegenmaßnahmen ergreift – ein für viele Keime optimales Klima.

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In RLT-Anlagen findet man die sogenannten Luftwäscher. Das sind meist relativ große Geräte. Sie arbeiten mit Sprühdüsen, die feine Wassertropfen in die Raumluft abgeben, sie reinigen, befeuchten und kühlen.

Als kleinere und mobile Geräte, die man ohne Einbaumaßnahmen nutzen kann, eignen sich Kaltverdunster mit einer Verdunstungsmatte.

Bei einem Luftbefeuchter wird die Luft über die auch Verdunstfilter genannte Matte geführt und mit Feuchtigkeit angereichert. Die Kaltverdunster kann man manuell an- und ausschalten. Alternativ starten sie selbst, sobald die Luftfeuchtigkeit einen eingestellten Wert unterschreitet und sie stoppen, wenn der eingestellte Wert wieder erreicht wird. Dadurch wird eine übermäßige Luftbefeuchtung verhindert. Das ist gut so, da eine zu feuchte Luft ebenfalls nicht empfehlenswert ist. Die Kaltverdunster mit einer Verdunstungsmatte sind oft die effizienteste Methode, die Luft in einem Raum zu befeuchten.

Achten sollte man auf die passende Dimensionierung

Auf dem Markt findet man verschiedene Verdunstungsbefeuchter mit Verdunstungsmatte und nicht jedes der mobilen Geräte ist für jede Räumlichkeit gleich gut geeignet. Für kleinere Räume sind manche einfach überdimensioniert, während kleinere Geräte bisweilen für große Hallen nicht ausreichen.

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Das zeigt ein Blick auf verschiedene Verdunstungsbefeuchter:

Brune 120

Der Brune 120 gehört zu den kleinen Luftbefeuchtern. Sein Wassertank fasst etwa elf Liter und das Gerät eignet sich für Räume bis zu einer Größe von 130 Kubikmetern. 130 Kubikmeter entsprechen zum Beispiel einem 2,5 Meter hohen, 6,5 Meter breiten und 8 Meter langen Raum. Das Gerät verdunstet bis zu 900 Gramm Wasser pro Stunde bei standardisierten Bedingungen mit 25 Grad Celsius Temperatur und einer relativen Luftfeuchtigkeit von 20 Prozent. Für eine Wohnung kann diese Leistung vollauf genügen.

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Brune 300

Leistungsstärker ist der ebenfalls mit Verdunstung arbeitende Brune 300. Dieser Verdunstungsbefeuchter kommt bei den oben definierten Standardbedingungen bereits auf eine Befeuchtungsleistung von 1,4 Litern pro Stunde (ltr./h). Er eignet sich für bis zu 600 Kubikmeter große Räume (z.B. 3 Meter Höhe H, 10 Meter Breite B, 20 Meter Länge L) und lässt sich optional mit einer automatischen Wasserzufuhr ausstatten.

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Brune 500

Der Brune 500 ist der größte und leistungsstärkste Luftbefeuchter unseres Vergleichs. Dieses Luftbefeuchtungsgerät schafft eine Verdunstung von 2,6 ltr./h und befeuchtet Räume bis zu einer Größe von 900 Kubikmetern (z.B. 3m H, 10m B, 30 m L). Ausstatten lässt er sich mit reichlich Zubehör, zu dem eine UV-Entkeimung und ein Aktivkohlefilterset gehören. Der Brune 500 ist damit auch ein sehr effizienter Luftreiniger.

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Darüber hinaus lässt sich das Gerät mit dem Luftentfeuchter Dehumid HP 50 zu einem Gesamtsystem verbinden. Dieses System hält die Luftfeuchtigkeit in einem Raum auf einem vom Nutzer bestimmten Niveau und verhindert sowohl zu trockene als auch zu feuchte Luft.

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