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Praxistipps: Waschraum im Keller lüften

Trotz moderner Trockner hat der gute, alte Waschraum im Keller der deutschen Wohnhäuser noch nicht ausgedient. Neben traditionsbewussten Verbrauchern fühlen sich dort jedoch auch Schimmelpilze pudelwohl. Wie muss das Raumklima beschaffen sein, um Parasiten fernzuhalten?

Die ideale Luftfeuchtigkeit im Waschraum

Stark vereinfacht ließe sich sagen: Möglichst trocken und warm. Diese Binsenweisheit lässt sich indessen auf jeden Raum im Haus anwenden. Geht man mehr ins Detail, wird ersichtlich, dass der Waschraum im Keller besonders gründlich zu lüften ist. So werden speziell diese Räumlichkeiten zumeist nur sporadisch geheizt. Damit steigen die Temperaturen im Keller selten über 15 °C, zumal die Außenmauern direkt ans Erdreich angrenzen. Hierdurch ergibt sich nun das Problem, dass kühle Luft nur wenig Feuchtigkeit aufnehmen kann. Sobald sie gesättigt ist, schlägt sich der Wasserdampf an den Wänden nieder und leistet dem Schimmelwachstum Vorschub.

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Demzufolge sollte die Luftfeuchtigkeit in der Waschküche den Wert von 60% nicht überschreiten. Hierbei handelt es sich um die klimatischen Standardwerte in unseren Breitengraden. So bedarf es über weite Strecken des Jahres nicht mehr, als zwei gegenüberliegende Fenster zu öffnen, um den Waschraum im Keller durch zu lüften. Da vielerorts nur eine Wandöffnung zur Verfügung steht, sind kleine Ventilatoren gern gesehen, um die Luft zügig genug auszutauschen. Dies sollte mindestens 60 Minuten lang erfolgen, nachdem die Wäsche aufgehängt wurde.

In the summertime

Während extremer Wetterlagen muss die Taktik ein wenig angepasst werden. Die durchschnittlichen Klimabedingungen betragen im Sommer 20 °C mit 70-prozentiger Luftfeuchte. An schwülen Tagen wird jedoch eine Übersättigung erreicht, sodass die Luftfeuchtigkeit nun auf über 100% ansteigt.

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Im relativ kühlen Keller kondensiert der Wasserdampf dann rasch an den Wänden. Demnach ist es in einem solchen Tropenklima ungünstig, den Waschraum im Keller häufig zu lüften. Der frühe Morgen ist hierfür ideal, allerdings auch nur in einem engen Zeitrahmen von 10-20 Minuten. Das schränkt die Aktivitäten in der Waschküche schon erheblich ein.

Elektrische Luftentfeuchter können hier wirksame Abhilfe schaffen. So filtern bereits Basismodelle wie der Dehumid 9 täglich 10 Liter Wasser aus der Raumluft. Zum Vergleich: Bei einer Temperatur von 30 °C sind etwa 30 ml in einem Kubikmeter Luft gebunden. Wenn heiße und trockene Winde die Wüstenluft aus der Sahara nach Mitteleuropa tragen, ist es hingegen völlig unbedenklich, den Waschraum im Keller zu lüften. Sie beschleunigt den Prozess des Wäschetrocknens sogar erheblich.

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Bei solchen Bedingungen ist es dennoch praktischer, die Wäschespinne in den Wohnräumen aufzustellen. Schließlich ist dort nun zu wenig Feuchtigkeit vorhanden, was betagten Mitbewohnern, Haustieren und auf Dauer auch der Einrichtung zusetzt.

Paradox: Lüften und heizen zur selben Zeit

In der besinnlichen Jahreszeit haben der Einzelhandel und Familienkrisen Hochkonjunktur – ebenso wie Schimmelbefall im Waschraum. Die Außentemperaturen erreichen nun durchschnittlich 2 °C, sodass der beim Wäschetrocknen freigesetzte Wasserdampf an den kühlen Fensterscheiben kondensiert. Der Waschraum im Keller muss daher nun stetig geheizt werden, damit die Luft möglichst viel davon aufnehmen kann.

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Und dennoch müssen die Feuchtigkeitsspitzen übers Fenster nach draußen geleitet werden, sodass ein energietechnisches No-Go zur Anwendung kommt: Lüften bei eingeschalter Heizung. Ein handelsübliches Hygrometer wird dazu beitragen, die Wärmeverluste zu minimieren. Es zeigt die relative Luftfeuchte im Waschraum an, sodass nur bei Bedarf gelüftet werden muss.

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Luftentfeuchter sind hiermit ebenfalls ausgestattet, die auch im Winter als nützliches Werkzeug dienen können. Dafür ist ein Modell mit Heizfunktion vorzuziehen, um das Raumklima möglichst konstant zu halten. Sie sind etwas kostspieliger in der Anschaffung, machen sich aber bezahlt, indem sie die Schimmelgefahr minimieren.

Knifflig: Keller ohne Fenster lüften

Viele Kellerräume verfügen leider über keinerlei Möglichkeit zur Lüftung. Nun ist Kreativität gefragt, was zumeist auf technische Lösungen hinausläuft. Das Bundesumweltamt verweist hierbei auf dezentrale Lüftungsanlagen. Dabei handelt es sich um eine Wandöffnung, in der ein automatischer Ventilator installiert wird. Er schaltet sich zu, sobald die Luftqualität im Raum voreingestellte Grenzwerte unterschreitet. Der Nutzen ist demnach enorm.

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Doch muss die Frage erlaubt sein, weshalb man bei einem kostspieligen Wanddurchbruch nicht direkt ein Fenster einbauen lässt. So sind Luftentfeuchter in diesem Falle die deutlich günstigere Variante. Sie liefern vergleichbare Ergebnisse, sind dabei aber mobil einsetzbar. So machen sie außerhalb der Sommer- und Wintermonate auch im Wohnbereich oder dem eigenen Weinkeller eine gute Figur.

Einrichtungstipps für den Waschraum im Keller

Neben den technischen und manuellen Lüftungsstrategien fällt der Inneneinrichtung der Waschräume eine Schlüsselrolle bei der Schimmel-Prophylaxe zu.

Hierzu gilt es zunächst festzuhalten, dass Teppiche und Vorhänge dort völlig deplatziert sind. Die Textilien speichern Wasserdampf und geben ihn zeitverzögert wieder ab. Damit fungieren sie in den Kellerräumen als wahre Schimmelparadiese.

Darüber hinaus ist folgendes zu beachten:

  • Blanke Wände vermeiden: Das Mauerwerk ist leicht durchlässig. So dringt hierüber immer etwas Feuchtigkeit aus dem Erdreich in die Waschräume ein. Das vollständige Verfliesen verhindert dies. Es erleichtert zudem die Reinigungsarbeiten.
  • Zeitversetztes trocknen und bügeln: Die Waschmaschine gibt pro Stunde etwa 350 ml Wasserdampf in die Raumluft ab. In einem vollen Wäschekorb sind weitere 2 Liter gespeichert, die beim Trocknen verdunsten. Wenn nun noch gleichzeitig gebügelt (150 ml/h) wird, kann selbst steter Durchzug die Schimmelgefahr nicht völlig bannen.
  • Waschraum in den Dachboden verlegen: Er wird hierzulande gerne als Alternative zum moderigen Keller genutzt. Nun herrschen dort jedoch ähnliche klimatische Verhältnisse, wenn er nicht sehr gut isoliert wurde. Dazu ist er meist stark verwinkelt, was den Luftaustausch erschwert. Der Dachboden ist den Kellerräumen jedoch grundsätzlich vorzuziehen, wenn er beheizbar gestaltet wurde.
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  • Schräge Böden installieren: Sie sind unabdingbar in Feuchträumen, um Wasseransammlungen zu vermeiden. Hierfür wird ein Ablauf in einer der Ecken eingelassen, während ein leichtes Gefälle im Boden darauf zuläuft. Derartige Vorrichtungen sind aus öffentlichen Schwimmbädern bekannt und äußerst effektiv. Sie lassen sich nachträglich allerdings nur im Rahmen gründlicher Kernsanierungen kostendeckend einbauen.
  • Wände freihalten: Die Mitte des Raumes ist selbstredend für die Wäsche reserviert. Der Waschmaschine und den Regalen verbleiben also nur die Flanken. Dabei ist aber grundsätzlich ein Mindestabstand von 50 cm zu den Wänden einzuhalten, damit eine ausreichende Luftzirkulation entstehen kann. Ohne sie bilden sich an diesen Stellen zuweilen wahre Schimmelnester, die über lange Zeit unentdeckt bleiben.